Cat Content – die Faszination rund um Katzenvideos und samtpfotige Internetstars

Katze Weiß Fell

Katzen gehören zweifellos neben Hunden zu den beliebtesten Haustieren und erfreuen sich auch als Internetstars immer größeren Zulaufs. Wer der Tierwelt insgesamt skeptisch gegenübersteht, der mag sich die Frage stellen: Wieso kann es so begeistern, wenn Katzen spielen, auf Entdeckungsreise gehen oder sich vor unerwarteten Dingen schrecken? Die Gründe sind (eigentlich) schnell gefunden und liegen auf der Hand bzw. der Pfote.

Bild 1 Grumpy Cat

Grumpy Cat – Internetstar und eine der wohl bekanntesten Katzen weltweit

Vier Argumente die die Beliebtheit der Katzen erklären

1. Katzen suchen die Menschennähe

Jens Lönneker vom Rheingold Institut kann die Faszination der Fellnasen einfach erklären: „Die Tiere sind Schmusekatzen und kleine Raubtiere zugleich, sie können divenhaft oder unnahbar sein, sind aber immer voller Hingabe ihrem Menschen gegenüber“.
Genau diese Unberechenbarkeit ist es, die viele Katzenhalter begeistert. Immerhin weiß man nie so genau, welche Seite des Stubentigers man gerade vor sich hat.

2. Die Intelligenz der Katzen ist unbestritten

Wer die Tiere schon einmal beobachtet hat, wird feststellen, dass sie eine große Intelligenz an den Tag legen. Auch zahlreiche Videos auf YouTube belegen diese These, immerhin kann man dort sehen, wie Katzen WC-Spülungen betätigen, Schränke mit der Pfote öffnen oder aber genau wissen, wo sich die Kugel unter einer Reihe von Decken versteckt hat. Genauso gibt es aber auch einige Videos, in denen Katzen ihre Naivität zur Schau stellen. Vielleicht ist gerade dieser Mix das Geheimnis, warum so viele Menschen sich mit den lustigen Tiervideos so gut unterhalten können. Darüber hinaus können die Fellnasen aber auch mit ihrer mitunter sehr mysteriösen Aura faszinieren und sind bei näherer Betrachtung durchaus kurios. Laut ZooRoyal verschlafen sie immerhin 2/3 ihres Lebens und sind sehr kommunikationsfreudig, dies jedoch nur bei Menschen – bei anderen Vierbeinern miauen sie nur selten. Auch das visuelle Erinnerungsvermögen ist bemerkenswert, wenn auch nicht unbedingt im positiven Sinne: denn die Samtpfoten vergessen bereits nach 10 Minuten, wo und ob es Hindernisse in ihrer Umgebung gab.

3. Tiere machen ihrem Besitzer verhältnismäßig wenig Arbeit

Wer stolzer Katzenbesitzer ist, der weiß, dass die Haltung dieser Tiere mit verhältnismäßig wenig Aufwand auskommt. Während man mit Hunden zum Beispiel mehrmals täglich Gassi gehen muss, kennt die Katze den Ort, wo ihre Toilette steht von selbst und sucht es auf. Abgesehen davon können sich Stubentiger herrlich und oft stundenlang selbst beschäftigen. Dies trifft umso mehr zu, wenn sie Freigänger sind und draußen herumstreunen oder sich zur Mäusejagd begeben. Auch Wohnungskatzen können sich oft für lange Zeit selbst unterhalten und entwickeln sich Spielzeug aus den einfachsten Dingen wie einem Wollknäuel oder einen zusammengeknüllten Blatt Papier.

4. Katzen sind unabhängig

Viele Katzenhalter sind fasziniert von der Unabhängigkeit ihres Haustieres. Eine Studie hat dazu Personen, die mit Stubentigern im Haushalt leben, befragt, was sie an ihren Tieren besonders schätzen. Die Antworten waren eindeutig und lagen vor allem so gelagert, dass sich Katzen eben nicht „dressieren“ oder „abrichten“ lassen und sie sich auch zu nichts zwingen lassen. Stubentiger haben eben ihren eigenen Kopf, womit sie in Zeiten des gelebten Individualismus für viele als Vorbilder für Bindungen und gelebte Beziehungen gelten.

Das Internet als Gradmesser für Befindlichkeiten

Es mag viele erstaunen, dass sich in Zeiten wirtschaftlicher Unruhen, Anschlägen und wachsender Unsicherheit offensichtlich viele Menschen mit Katzenvideos beschäftigen. Diese werden von einigen Experten sogar als größter gemeinsamer Nenner der globalisierten Welt gesehen. Immerhin wird genau dieses Genre am meisten produziert, angeschaut, gelikt und sogar weitergeschickt. Damit scheint die Bewusstseinslage der Menschen derzeit tatsächlich so gelagert zu sein, dass sie sich vor allem mit dem Hausgesellen auf vier Pfoten beschäftigt. So sehr Katzenvideos auch belustigen und unterhalten, womit vor allem positive Gefühle und Effekte produziert werden, so groß ist die Entwicklung heftiger Shitstorms, wenn Katzenquälvideos im Internet auftauchen. Geht es um Tierquälerei, kennt die Beschimpfungs- und Empörungsflut vieler kaum eine Grenze. Die Erklärung dazu ist denkbar einfach, denn die Tatsache dass Katzenvideos so beliebt und Katzenquälvideos so verpönt sind, hängt damit zusammen, dass man sich beim Erfreuen, respektive bei der Empörung kurzfristig nicht mit sich selbst und seinen Problemen oder mit all den anderen Problemen auf der Welt auseinander setzen muss.

Katzenvideos wirken positiv

Wer sich schon einmal ein Katzenvideos angeschaut hat, der wird den Erkenntnissen von Psychologen und Experten zustimmen. Denn laut diesen gibt es zahlreiche positive Effekte, die durch das Betrachten der tierischen Filmchen ausgelöst werden. Dazu zählen unter anderem
• Gute Stimmung
• Ängste werden vertrieben
• Langeweile wird unterbunden
• Traurigkeit verschwindet
• Positive Gefühle werden entwickelt

Das Glücksgefühl, das viele beim Betrachten von Katzenvideos haben, ist meist sogar stärker als das schlechte Gewissen über die Vernachlässigung wichtiger Aufgaben. Viele Katzenfans schauen nämlich während der Arbeit diese Videos oder aber zu einem Zeitpunkt, an dem Wichtigeres zu erledigen wäre.
Dies hat eine Befragung von Forschern der Indiana University ergeben, die insgesamt 7000 Katzen-Video-Fans befragt haben. Die Ergebnisse dieser Studie gibt es im Fachblatt „Computers in Human Behavior“ nachzulesen, wobei man der Sache auf den Grund gehen wollte, warum sich Menschen solche Videos überhaupt so gerne ansehen. Das Ergebnis ist eindeutig und bescheinigt den tierischen Filmchen sogar den einen oder anderen therapeutischen Nutzen. Genaueres zur Studie kann bei Spektrum nachgelesen werden.

Katzen als wirtschaftlicher Faktor

Dass man mit Tieren gut Geld verdienen kann, ist längst nichts Neues mehr. Doch die Qualität und vor allem die Quantität, die mit den tierischen Helden bekannter Katzenvideos erzielt wird, überrascht dann doch viele. Ein Beispiel der jüngsten Vergangenheit beweist dies eindrücklich, denn mit der immer grantig schauenden Katze „Grumpy Cat“ wurden inzwischen Millionen umgesetzt. Ben Lashes, ehemaliges Mitglied einer eher mäßig erfolgreichen Band, gehört heute zu den wohl berühmtesten Meme-Managern. Er hat Grumpy Cat unter Vertrag ebenso wie Nyan Cat, Keybord Cat und einige andere der berühmten Fellnasen. Die dauerhaft missmutige Grumpy Cat ist mittlerweile nicht mehr nur Star auf Youtube, sondern hat ein eigenes Buch herausgebracht, ist auf zahlreichen Fanartikeln wie T-Shirts und Kaffee- bzw. Teetassen zu sehen und ist seit kurzem Werbestar für einen Cappuccino-Drink. Zusätzlich hat die Tierbesitzerin einen Werbevertrag mit einem Tierfutterhersteller und es gibt die Katze sogar als Stofftier. Damit ist das Big Business gewährleistet, an dem natürlich auch der Manager mit 20 Prozent beteiligt ist.
Damit ist klar: Mit Katzenvideos kann man richtig gut Geld verdienen. Ein großer Teil des gesamten Internet-Traffics entfällt laut neuesten Statistiken auf das Senden, Posten und Ansehen der Katzenbilder und derlei Videos. Laut einer Werbeagentur aus Kanada haben damit die tierischen Videostars sogar der Pornographie den Rang im Internet abgelaufen und machen immerhin 90 Prozent des gesamten Traffics im Internet aus.
Dabei geht es nicht immer nur um tollpatschige, naive oder schreckhafte Fellnasen. Die erfolgreichsten Catcontent-Clips, die auf Youtube zu sehen sind, zeigen unter anderem eine „Very Angry Cat“, die ein Tierheim mit ihrem Miauen in Atem hält. Dieses Video hat mehr als 87 Millionen Aufrufe. „The two talking Cats“ zeigt zwei Katzenbabies, die gemeinsam mit ihren Miaulauten wie ein defektes Internetmodem aus dem vorigen Jahrhundert klingen. Immerhin 57 Millionen Klicks hat dieser Clip, der exakt 55 Sekunden dauert, sammeln können.

Die Hitliste der beliebtesten Katzenvideos ist vielfältig

1. Auf Platz 1 findet sich „Nyan Cat“, ein Zeichentrickfilm mit einer Katze, einem Regenbogen und ein Kirsch-Pop-Tart. Dazu Musik in Richtung eines Syntheziser-Popgemisches, das man normalerweise nach einer Sekunde abdreht. Doch dieses Katzenvideo ist ein Internetphänomen mit mehr als 123 Millionen Klicks und einem eigenen Wikipedia Eintrag.

2. Auf Platz 2 findet sich die „Very angry Cat“, das auf Katzenfans eher verstörend wirkt. Doch das tut seiner Beliebtheit keinen Abbruch, immerhin wurde der 30 Sekunden andauernde Clip mittlerweile mehr als 88 Millionen Mal angeklickt und geteilt. Darin zu sehen ist eine durchaus wütende, vielleicht sogar verängstigte Katze, die ohrenbetäubend faucht und miaut. Eigentlich kein Grund für lustige Unterhaltung.

3. Auf Platz 3 finden sich “The two talking cats”, zwei Katzenbabies die sich quasi unterhalten und auf Miauisch austauschen. Amüsant zu beobachten, noch interessanter, wenn man die Katzensprache verstehen könnte.

4. Auf Platz 4 findet sich das Video „Cat mum hugs baby kitten“, auf dem ein schlafendes Katzenbaby zu sehen ist, das offenbar einen schlechten Traum erlebt. Wie gut, dass die Katzenmamy nicht weit weg ist und den jammernden Nachwuchs gleich in die Pfoten nimmt. Rührend anzusehen, wobei vielleicht bei dem ein oder anderen ein ähnlicher Wunsch nach Nähe und Geborgenheit zu Tage kommt.


5. Auf Platz 5 findet sich ein Katzenvideo, das professionell ein ganzes Katzenimperium darstellt. Simon Tofield ist auch im realen Leben Katzenhalter und hat aus den Erlebnissen mit seinen Vierbeinern Buch, Film und weitere Artikel aus der Werbeindustrie gemacht. Diese Episode „Simon’s Cat: Cat Man do“ ist die zweite Folge einer ganzen Filmreihe, die immerhin den Best Comedy Price der British Animation Awards erhalten hat.


6. Auf Platz 6 gibt es „Supercats Episode 1 –The Funniest Cat Video” zu sehen. Witzige Episoden mit Katzen, die Lichtpunkte jagen, vom Laufband fallen oder ganz entgegen ihrer Instinkte mit Ratten und Mäusen schmusen.


7. Das nächstplatzierte Video auf Rang 7 heißt “Funny Cats Compilation [Most See] Funny Cat Videos Ever Part 1” und zeigt Katzen, die brav Männchen machen oder ganz tapfer Krokodile in die Flucht schlagen. Etwas skurril, aber trotzdem perfekt für die Lachmuskeln ist die Episode, wo Kleinkinder widerspenstige Katzen in die Badewannen zerren. Die Geduld dieser Tiere ist manchmal eben einfach sehenswert.

https://www.youtube.com/watch?v=tntOCGkgt98
8. Auf Platz 8 haben die Katzenvideofans eine eher unheimliche Episode gewählt. Denn „Stalking Cat“ ist eher beängstigend als unterhaltsam.


9. Auf dem 9. Platz gibt es etwas tatsächlich Herzerweichendes. Im Video „Funny Cats and Babies playing together” kann man Katzen und Babys beobachten, wie sie miteinander spielen.

https://www.youtube.com/watch?v=R9NCI-naXbU
10. Am 10. Platz ist nochmal Simon mit seinen vierpfotigen Rabauken vertreten. Die Episode „Simon’s cat: TV Dinner“ überzeugt mit der Darstellung, wie ein Fußball-Fernsehabend aus Sicht der Katzen ablaufen sollte. Immerhin 42 Millionen Youtube Nutzer haben sich diese Folge angesehen und teilen das Leid des Katzenbesitzers.

Bildquelle: Bild 1: 253518733 / JStone / Shutterstock.com  Titelbild: Kaboompics.com, all CC by 2.0

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