Computerspiele: Wenn aus Gamern Erwachsene werden

Computerspiel

Jeder von uns wächst mit den Jahren. Im Kindes- und Jugendalter merkt man das spätestens dann, wenn bei den Hosen Hochwasseralarm herrscht. Und auch später, wenn das körperliche Wachstum abgeschlossen ist, wächst man weiter. Nur innerlich. Still und leise. Bis man dann mit Mitte Zwanzig merkt, dass über die Jahre liebgewonnene Gewohnheiten nicht mehr ins eigene Leben passen.

Computerspielen ist so eine Gewohnheit. Damals, als man die Zwanzig noch nicht überschritten hatte, war es ein Leichtes, stundenlang am PC zu zocken. Ob EverQuest, League of Legends oder World of Warcraft – es waren vor allem die MMOS, die es uns angetan hatten. Es ging um die nächste Quest, das nächste rare Item, das vielleicht droppen würde oder die nächste epische Schlacht. Nach der Schule warteten Ruhm und Ehre auf uns und natürlich unsere virtuellen Gemeinschaften. Das verpflichtete.

Doch mittlerweile hat sich einiges in unserem Leben geändert. Entgegen den Befürchtungen unserer Eltern und anderen Spiele-Kritikern haben wir den Absprung ins reale Leben geschafft.
Unsere Quests bestehen nun darin, genügend Creditpoints für den Uniabschluss zusammenzusammeln. Unsere Schlachten führen wir gegen launische Trollbosse. Es gibt keinen Charakter mit magischen Fähigkeiten, den wir vorschicken können. Vom Glanz der MMO-Welt ist dies weit entfernt. Irgendwie schade.

 

Game over für MMos?

 

Manchmal überkommt uns aber noch die Sehnsucht nach der virtuellen Welt. Doch wer schafft es schon, regelmäßig mehrere Stunden in seinem Terminkalender zum Computerspielen freizuschaufeln? Leute mit Partner, Job und diversen sozialen Verpflichtungen eher nicht. Und wenn man doch einmal ein Stündchen zur Verfügung hat, will man sich dann wirklich dem Multiplayer-Zwang unterwerfen und sich über dämliche Mitspieler ärgern? Eher nicht. Man ist schließlich älter und damit anspruchsvoller geworden. Zeit, die MMOs auf dem Friedhof der schönen Jugenderinnerungen zu begraben? Nicht ganz. Denn nicht nur wir haben uns über die Jahre weiterentwickelt. Die MMOs haben es ebenfalls.

So gibt es mittlerweile eine große Auswahl an MMos, die sich super zwischendurch auf dem Smartphone spielen lassen. Sie müssen nicht stundenlang am Stück gespielt werden, um damit Spaß zu haben. Auf dem Weg zur Arbeit oder im Wartezimmer beim Zahnarzt kann man sich damit für kurze Zeit aus dem Alltag ausklinken. Eine weitere Möglichkeit, gelegentlich dem Spieldrang nachzugeben, sind MMOs, die man durchgehend solo und mit wenig Zeitaufwand pro Woche spielen kann. Die Entwickler haben nämlich erkannt, dass viele Spieler älter geworden sind. Um sie nicht zu verlieren, bieten sie in den neuen Games die Single-Version an. Wem dabei das Gemeinschaftsgefühl fehlt, kann versuchen, sich eine erwachsene Gilde zu suchen, sprich: Leute ab Mitte 20 mit festen Verpflichtungen, die genauso wenig Zeit haben. Gerüchten zufolge gibt es die tatsächlich.

Zu guter Letzt kann man den Lauf der Dinge auch einfach akzeptieren und den MMOs endgültig Lebewohl sagen. Hearthstone soll schließlich auch recht interessant sein…
Bild: Alex Thomson unter cc-by-sa 2.0

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