Der Spion: Merab Ninidze – der heimliche Star neben Cumberbatch

Oleg Penkowski (Merab Ninidze), mehr als nur ein ehemaliger Sowjetoffizier. © Liam Daniel/Telepool

Sie haben die Welt vor einem Atomkrieg bewahrt. „Der Spion“ erzählt die wahre Geschichte einer besonderen Freundschaft zwischen Oleg Penkowski (Merab Ninidze) und Greville Wynne (Benedict Cumberbatch). Beide historischen Personen sind „im Westen“ Helden, da sie einen wesentlichen Beitrag zum friedlichen Ausgang der Kubakrise in den 60er Jahren geleistet haben.

Der Kalte Krieg erreicht Anfang der Sechziger Jahre seinen traurigen Höhepunkt. Die Spannungen sind so stark, dass ein Atomkrieg droht. Zu dieser Zeit liefert der ehemalige Sowjetoffizier Penkowski, der Verbindungen zum Kreml unterhält, den westlichen Geheimdiensten vertrauliche Informationen. Zum Schutz ihres russischen Informanten beschließen die CIA und der MI6 eine Kontaktperson hinzuzuziehen, die keinerlei Aufsehen erregen soll – den britischen Geschäftsmann Greville Wynne. Dieser soll als Kurier dienen und bei angeblichen Geschäftsreisen nach Moskau die Informationen in den Westen schmuggeln, ohne jedoch deren Inhalte zu kennen. Zwischen den beiden Männern entsteht eine Verbindung, die Wynne dazu veranlasst, seinen Freund Penkowski retten zu wollen, als dieser aufzufliegen droht. Dabei läuft Wynne Gefahr, selbst in die Hände des KGB zu fallen.

Wir haben mit Merab Ninidze über den Film, seine Herkunft und die Bedeutung von Vorbildern und Helden gesprochen.

ZEITjUNG: Was hat Sie an der Rolle gereizt? Was war die besondere Herausforderung?

Merab Ninidze: Das Drehbuch ist wahnsinnig gut geschrieben, eine solche Rolle spielen zu dürfen, ist einfach ein Traum! Nach dem Lesen wollte ich direkt aufspringen und losspielen. Solche Rollen liest man selten. Dazu kommt, dass es sich bei der Rolle des Oleg Penkowski um eine historische Person handelt, der in der Geschichte beeindruckende Spuren hinterlassen hat. In der Sowjetunion galt er als Verräter, aber für die USA ist er noch heute ein Held. Diesen Widerspruch zu verkörpern, war das Reizvolle an der Rolle. Hinzu kommt noch die Tatsache, mit Benedict Cumberbatch spielen zu dürfen.

Zunächst wurde ich nur für eine kleine Rolle gecastet. Und dann kam eines Morgens eine Casterin zu mir und fragte, ob ich die Rolle des Penkowski übernehmen wollte. Wie ich also zu der Hauptrolle kam, war wie im Märchen. (lacht)

ZEITjUNG: Wie war die Zusammenarbeit mit Benedict Cumberbatch? Was haben Sie voneinander gelernt?

Merab Ninidze: Schon bei der ersten gemeinsamen Probe in London haben wir ohne viele Worte gespürt, dass wir sehr gut zusammenarbeiten können. Er ist so ein talentierter Schauspieler und dabei nicht abgehoben, sondern ein durch und durch höflicher Mensch, der wirklich am Boden geblieben ist. Er ist sehr offen, neugierig, aufmerksam, schaut dir immer in die Augen und unterbricht dich nie, wenn du redest oder deine Rolle spielst. Er verfolgt dein Schauspiel sehr aufmerksam und baut es dann in sein eigenes Spiel ein. Für sein noch sehr junges „Schauspielalter“ ist das sehr selten. Er ist einfach ein netter Kerl ohne Allüren und es war schön, mit so einem renommierten Schauspieler zusammenarbeiten zu können und auch abseits des Sets entspannt über Bücher, Kinder oder unser Leben zu reden.

Wenn so ein talentierter Schauspieler wie Cumberbatch mitspielt und 150 Prozent gibt, dann ist das eine echte Bereicherung, denn dadurch wird man auch selbst besser. Wir beide waren ein wirklich gutes Tandem.

Die beiden Kollegen Oleg Penkowski (Merab Ninidze) und Greville Wynne (Benedict Cumberbatch). © Liam Daniel /Telepool