10 deutsche Redewendungen und ihr Ursprung

Mehrere Köpfe Kohl

Redewendungen sind fest in unserem Sprachgebrauch verankert – und das, obwohl uns bei vielen Ausdrücken komplett unklar ist, woher sie eigentlich stammen. Wir haben uns zehn beliebte Redewendungen herausgesucht und ihre Entstehungsgeschichte für euch zusammengefasst.

Alles in Butter

Wenn jemand sagt, dass “alles in Butter” ist, bedeutet das etwa soviel wie “alles in bester Ordnung”. Überall Butter zu verteilen, klingt allerdings erst einmal nicht danach, Ordnung zu schaffen – woher also stammt der Ausdruck? Tatsächlich hat die Redewendung ihren Ursprung im Mittelalter. Damals wurden wertvolle Glasgefäße über weite Strecken transportiert, was nicht selten dazu führte, dass diese zu Bruch gingen. Um dies zu vermeiden, wurden die Gläser in Fässer gelegt und mit heißer Butter übergossen, die sich später verfestigte und eine sichere Schutzhülle bildete.

Da wird ja der Hund in der Pfanne verrückt

Diese Redewendung wird genutzt, wenn man Erstaunen oder Überraschung zum Ausdruck bringen will. Die Kombination der Wörter erscheint auf den ersten Blick zwar ziemlich willkürlich, hat jedoch auch einen Hintergrund: Sie geht aus einer Geschichte um den bekannten Harlekin Till Eulenspiegel hervor, der in einer Brauerei arbeitete. Der Bierbrauer hatte einen Hund namens “Hopf” und wies seinen Lehrling an, für das Bier den Hopfen zu sieden. Eulenspiegel schmiss kurzerhand das Haustier des Braumeisters in die Pfanne und fing sich damit eine gehörige Portion Ärger ein.

Besser ein Spatz in der Hand, als eine Taube auf dem Dach

Mit dieser Redewendung wird ausgedrückt, dass man sich mit dem zufrieden geben sollte, was man hat und lieber etwas “Unperfektes” in Kauf zu nehmen, als – möglicherweise vergeblich – auf das Perfekte zu warten. Ein Beispiel: Ihr habt 100 Euro gewonnen und erhaltet nun die 50:50-Chance, diesen Gewinn zu verdoppeln, oder aber alles zu verlieren. Weise Menschen würden euch dazu raten, die 100 Euro anzunehmen und dabei vielleicht die Redewendung “Ein Spatz in der Hand ist besser als eine Taube auf dem Dach” benutzen. Doch was haben Vögel mit Genügsamkeit zu tun? Spatzen gelten im Vergleich zu Tauben als weniger wertvoll. Habt ihr jedoch den Spatz erst einmal fest in der Hand, kann er euch nicht so leicht davonfliegen – bei einer Taube auf dem Dach ist das hingegen durchaus wahrscheinlich. Bevor ihr am Ende also mit leeren Händen dasteht, solltet ihr euch lieber für den Spatz entscheiden.

Aufgewachsen im Münsterland, zwischen Bauernschaften, Fahrrädern und Dorfpartys. Schreibt seit dem Kindergartenalter, von Kurzgeschichten bis hin zu News-Artikeln, liebt Musik, Sonne, gutes Essen und Gespräche über Gott und die Welt.