Das isst Deutschland zu Weihnachten

Ein Karpfen schwimmt mit offenem Maul im Wasser

Gans, Ente oder doch lieber Würstchen mit Kartoffelsalat? In Deutschland gibt es jede Menge traditionelle Weihnachtsgerichte. Was genau auf unseren Tellern landet, ist jedoch von Region zu Region unterschiedlich.

Karpfen blau

Fisch ist an den Festtagen vor allem im Süden Deutschlands sowie in den Küstenregionen beliebt. Der sogenannte Weihnachtskarpfen wird oft mit Gurkensalat oder Kartoffeln serviert und vor der Zubereitung mit heißem Essig übergossen, welcher die Schleimschicht blau färbt – daher auch die bekannte Bezeichnung „Karpfen blau“. Das traditionelle Gericht lässt sich auf die christliche Fastenzeit zurückführen, die bis zum 25. Dezember anhält. An Heiligabend durfte dementsprechend noch kein Fleisch gegessen werden – aus diesem Grund griffen viele Familien auf einen Karpfen zurück.

Neinerlaa (Neunerlei)

Im Erzgebirge und in Teilen des Vogtlands kommen an Weihnachten genau neun Gerichte auf den Tisch. Darunter sind meist Bratwurst, Klöße, Sauerkraut, Gänse- oder Schweinebraten sowie Nüsse und Pilze. Der Brauch besagt, dass jede der Speisen zumindest einmal probiert werden muss. Oft wird in diesen Regionen auch Münzgeld unter die Teller gelegt: Das soll Glück, Reichtum und Gesundheit für das kommende Jahr garantieren.

Würstchen mit Kartoffelsalat

Würstchen und Kartoffelsalat landen bei 35% der Deutschen auf dem Tisch und stehen somit an der Spitze der beliebtesten Weihnachtsessen. Kein Wunder – schließlich ist dieses Gericht schnell und mit denkbar wenig Aufwand zuzubereiten. Dennoch gibt es auch hier regionale Unterschiede: Während im Norden die Mayonnaise am Salat nicht fehlen darf, greift man im Süden meist auf ein weniger mächtiges Dressing aus Essig, Öl und Brühe zurück. Je nachdem, wo man die Festtage verbringt, ändert sich auch die Art der Würstchen: Die meisten Haushalte bevorzugen Bockwürste, in einigen Regionen gibt es allerdings auch Weißwürste oder Bratwurst zum Salat.

Weihnachtsgans

Gänsebraten ist besonders in Westfalen sehr beliebt, doch auch in anderen deutschen Regionen erfreut sich Geflügel aus dem Ofen großer Beliebtheit. Als Beilage werden dazu meist Klöße und Rotkohl gereicht. Dieses Gericht ist ebenfalls aus der Fastenzeit entstanden: Am 11. November wurde meist die sogenannte Martinsgans zubereitet, um vor den enthaltsamen 40 Tagen noch einmal richtig zu schlemmen. Wenn am 25. Dezember dann das Fasten gebrochen wurde, kam einfach noch einmal eine Gans auf den Tisch. Wer es mit dem Christentum ganz genau nimmt, sollte an Heiligabend also auf das gestopfte Federvieh verzichten. Den meisten Familien ist eine Weihnachtsgans allerdings sowieso zu viel Arbeit – da gibt es dann lieber Kartoffelsalat.

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Bildquelle: Pexels; CCO-Lizenz

Aufgewachsen im Münsterland, zwischen Bauernschaften, Fahrrädern und Dorfpartys. Schreibt seit dem Kindergartenalter, von Kurzgeschichten bis hin zu News-Artikeln, liebt Musik, Sonne, gutes Essen und Gespräche über Gott und die Welt.