HeilandInterviewKünstlerLuke FriendMusikNewcomerZum Heiland mit Luke Friend

Zum Heiland mit Luke Friend: Ein echter Pirat trinkt Schnaps!

Wir haben mit dem Newcomer Luke Friend Heiland getrunken, Salzstangen gesnackt und über seine Filmvorlieben gesprochen.

Von Julia Niedermeier und Catharina Prott

 

Als Luke Friend in unsere Münchner Schreinerei reinspaziert, ist uns eines sofort klar: Hinsichtlich seines Rockstar-Stylings hat er sich durchaus intensive Gedanken gemacht. Tattoos, lange Dreadlocks und äußerst imposante Piraten-Ringe prägen den Star-Look des jungen Popstars. In England ist Luke längst ein bekannter Teenager-Schwarm. Jetzt will er auch in Deutschland durchstarten und lieferte prompt den Soundtrack zum typisch deutschen Kinofilm „Antonio ihm schmeckts nicht„.

Mit einer herzlichen Umarmung werden wir von ihm begrüßt. Seine Stimme fasziniert uns ganz besonders, denn die passt so ganz und gar nicht zu einem 20-jährigen Jüngling, sondern erinnert viel mehr an eine langjährige Whiskey- und Raucherkarriere. Anstatt Whiskey konnten wir ihn zu einem Gläschen Heiland überreden. Gekonnt kippt er unseren Schreinerei-Likör hinunter und schon ist die Zunge gelockert.

 

ZEITjUNG: In Deutschland sagen wir „Prost“?

Luke Friend: Ich habe davon gehört, aber ich kann es noch nicht so wirklich aussprechen. Ich dachte nicht, dass ich den Bier-Likör mögen würde, aber er ist wirklich gut! Ich bin eigentlich kein Biertrinker, ich trinke lieber Schnaps – Wie ein echter Pirat eben.

Kennst du ein paar deutsche Wörter?

Ja: Fucking Scheiße. Das Wetter ist scheiße!

Du kommst gerade vom Soundcheck, richtig?

Ja, wir hatten ein paar Probleme, aber jetzt läuft alles, sorry für die Verspätung.

Du warst gestern Abend auf dem roten Teppich von der Filmpremiere Antonio ihm schmeckts nicht. Wo siehst du die Verbindung zwischen dem Film und deinem Song?

Der ganze Film basiert auf dem Drama, dass im Leben einfach nichts so läuft, wie es laufen sollte. Die Hauptcharaktere des Films sind ein Pärchen, welches ein Baby bekommt. Besonders in diesem Liebespaar sehe ich die Verbindung zum Song: Man will die Welt zusammen bereisen und möchte so viel Zeit wie möglich mit der Person verbringen, die man liebt. So wie die beiden im Film: Beide lieben sich und wollen zusammen die Welt erobern, bis der Schwiegervater Antonio dazwischen funkt und die beiden in ihre Flitterwochen begleiten will.

 

Was war zuerst da: Film oder Song?

Ich habe die Single schon vor drei, vier Jahren geschrieben. Es ist also schon ein Weilchen her. Ich habe ihn immer wieder auf meinen Touren gespielt. Irgendwann hatten wir dann die Idee, diesen Song zu Fox zu schicken – und die liebten ihn. Damals hätte ich niemals damit gerechnet, aber die fanden den tatsächlich mega cool! Das war eine riesen Überraschung für mich, aber ich bin sehr froh, nun in so einer tollen Situation sein zu dürfen. Ich bin wirklich glücklich!

Was ist das Besondere daran, einen Soundtrack für einen Film zu produzieren?

Es ist eine große Ehre für mich. Besonders letzte Nacht bei der Filmpremiere war es überwältigend: Die große Leinwand und mein Song im Hintergrund. Ich dachte mir nur so: Das ist mega cool! Das ist alles auf deine eigene Arbeit zurückzuführen, das war unglaublich. Ich hörte nur den Songtext in meinem Kopf und sang mit. Das war lustig und ich habe es wirklich genossen und mich köstlich amüsiert.

Was sind deine eigenen Lieblingsfilme? Magst du vielleicht einen deutschen Film gerne?

Ich muss gestehen, ich bin nicht so vertraut mit deutschen Filmen. Ich muss unbedingt diese Sprache lernen. Ich habe mir jetzt sogar ein Wörterbuch gekauft und werde mich selbst unterrichten und es mir beibringen, ich hoffe, es wird klappen, aber ich kann nichts versprechen. Ich werde mein Bestes geben. Vielleicht lieber morgen ist auf jeden Fall einer meiner Lieblingsfilme und die Verurteilten mit Morgan Freeman. Wenn ihr den nicht gesehen habt, müsst ihr euch den definitiv reinziehen. Forrest Gump gefällt mir auch noch sehr. Ich liebe den Film!

… deine persönlichen Lieblingsmusiker?

Meine absolute Lieblingsband war schon immer Pearl Jam. Eddie Vedders‘ Lyrics sprechen mir aus der Seele. Ich habe ihn mir live angeschaut und ich habe geweint. Was für andere die Rolling Stones sind, ist für mich Pearl Jam.

Ist das dein erster Deutschlandbesuch?

Ja, ist es, und ich war vor diesem Flug mega aufgeregt! Ich bin vorher weder in Düsseldorf, Köln oder München gewesen – jetzt hab ich drei verschiedene Städte in nur drei Tagen besucht. In Köln war ich im Hyatt Hotel, das war echt schön, direkt gegenüber war der Dom und neben mir die Eisenbahnbrücke. Köln ist toll, ich stand vor dem riesigen Dom und dachte nur: Wow, unglaublich! Es war echt schade, dass mir nicht mehr Zeit für die Stadt geblieben ist.

Hast du einen Rat für junge Künstler?

Ich bin sehr vorsichtig mit Ratschlägen, denn manche Menschen sind Realisten und andere eher weniger. Vor ein paar Tagen fragte mich ein Kind: Was denkst du, welchen Ratschlag würdet du mir mitgeben? Und ich sagte: Mach das, was du liebst. Wenn du nur halbherzig bei der Sache bist, bringt es dir nichts. Du musst immer mit ganzem Herzen bei der Sache sein. Musik bedeutet für mich alles, das ist auch etwas, indem ich ganz besonders gut drin bin (lacht). Ja, ich glaube der beste Ratschlag ist: Du solltest, wenn du etwas ernst meinst und bereit dazu bist, 24 Stunden pro Tag an deine Ziele zu denken und an ihnen arbeiten. Es sollte dir weniger wie Arbeit vorkommen, sondern wie eine Zeit, die du sehr genießt.

Du bist echt noch jung – 20 Jahre – Wann hast du angefangen mit der Musik?

Jeder sagt, dass es einfach so auf einen zukam und bei mir war es tatsächlich so. Ich habe Musik schon immer geliebt, aber es ist ein sehr globales Ding, jeder will es machen. Ich lernte Gitarre, als der Freund meines Vaters sagte: Du solltest das lernen! Seit diesem Tag bin ich immer nach der Schule zu meinem Freund gegangen und habe dort mit ihm geübt. Nach und nach wurde ich immer besser. Die Gitarre brachte mich also zur Musik, da war ich acht Jahre alt. Ich höre schon seit meiner Geburt James Brown und diese Art von Musik. Meine Eltern lieben diesen Künstler, somit bin ich damit groß geworden. Irgendwann habe ich dann begonnen, in meinem Zimmer eigene Songs zu schreiben. Ich fing dann irgendwann an in einer Band zu spielen und konnte so unterschiedliche Dinge ausprobieren. Das ist wichtig, um herauszufinden, was dein eigenes Ding ist. Musik in einer Band zu machen ist definitiv mein Ding! Ich spiele zwar auch gerne solo, aber in einer Band zu spielen, ist etwas komplett anderes.

Fühlst du dich jetzt bereit für eine große Karriere?

Es hat sich viel in meinem Leben verändert, aber ich bin wirklich dankbar für die Dinge, die bisher passiert sind. Das ist so cool und ich bin so glücklich!

 

 

Folge ZEITjUNG auf FacebookTwitter und Instagram!

Bilder: Lisa Marie Betzl

Kommentare

  1. Please is there any chance of a translation into English ?

    Sharon Taylor / Antworten

Sag was dazu

Das könnte Dich auch interessieren