Hoverboard & Co.: Wenn die Zukunft real wird…

Hoverboard-Magic-Leap-Brille-Zukunft

Von Melanie Wolfmeier

Was würdest du lieber können: Fliegen oder von einer Sekunde auf die andere verschwinden? Gedanken lesen oder eigene Welten erschaffen?

Wie Tony Stark in seinem Iron Man Anzug durch die Lüfte zu wabern geht vielleicht noch nicht. Aber ein anderes Stück aus der Zukunft hat sich jetzt einen Weg in die Gegenwart gebahnt: Auf dem Hoverboard kann man wie Marty McFly aus „Zurück in die Zukunft II“ über dem Boden schweben. Was Anfang des Jahres von Tony Hawk und Moby noch für ein Spaß-Video genutzt wurde, scheint nun real zu sein. Die Firma Hendo Hover hat nach einiger Herumbastelei einen Weg gefunden, Rollen durch umgedrehte Schüsseln zu ersetzen.

Vier batteriebetriebene Motoren an der Unterseite, die Magnetfelder erzeugen, machen es möglich. Aber nur, wenn der Untergrund dafür auch die richtigen Voraussetzungen mitbringt. Wie Kryptonit für Superman ist Eisen das Element, dass der Flucht vor der Gravität die Kraft entzieht. Auf einer Miniramp aus Aluminium jedoch funktioniert das Hoverboard einwandfrei – und der Traum vom Schweben rückt in Form von 2,5 cm Abstand zum Boden näher.

 

Mehr sehen als die Realität

 

Zurück zu der zweiten Frage. Bis wir uns im Style von Professor Charles Xavier aus X-Men in fremden Köpfen rumtummeln können, müssen wir uns wohl noch einige weitere Marvel Produktionen gedulden. Aber fremde Welten erschaffen? Das liegt schon in fast greifbarer Nähe.

Bisher ist Magic Leap laut eigener Beschreibung nur eine Idee: „It’s an idea based in the belief that people should not have to choose between technology or safety, technology or privacy, the virtual world or the real world.“ Aber nun haben Google und Co. ihre Goldesel ausgepackt und laut Süddeutscher Zeitung 542 Millionen Dollar investiert, um der Idee ein wenig mehr Realität zu spendieren. Erfunden werden soll die Magic Leap Brille, die gedachte Objekte mit der Umwelt verschmelzen lassen soll.

 

Mit dem Zauberstab auf dem schwebenden Skateboard?

 

CEO Rony Abovitz erklärt dem amerikanischen Magazin The Hollywood Reporter das Projekt folgendermaßen: „Kids growing up with Magic Leap will be doing what Harry Potter did, not watching or reading it. Doing it. I know that sounds a bit out there, but that’s exactly the experience. Imagine being one of the kids in Hogwarts, interacting with the ghosts, with a magic wand that works. That’s what we’re doing.“

Eine Art Zauberbrille also wollen die Mitarbeiter von Magic Leap auf den Markt bringen. Zusammen mit dem schwebenden Skateboard könnten wir tatsächlich alle zu bebrillten Magiern werden. Über dem Erdboden dahingleiten, während wir uns unsere eigene Fantasiewelt zusammenbasteln…

 

Noch mehr Technik für noch weniger Wirklichkeit 

 

Eine letzte Frage: Würdest du lieber dein wirkliches oder ein erfundenes Leben leben wollen? Diese zwei Erfindungen zusammen klingen wie ein Drogentrip, den wir ein- und ausschalten können, wo und war wir wollen. Eine beständige Vermischung von Realität und Fantasie. Eine Brille, die uns das letzte bisschen Bewusstsein für die Wirklichkeit nimmt und ein Board, dass uns den Boden unter den Füßen verlieren lässt. Als ob wir noch mehr Technik brauchen würden, die uns im Hinblick auf die Geschehnisse um uns herum noch unsicherer werden lässt. „Why can’t computing feel completely natural?“, lautet die Frage auf der Homepage von Magic Leap. Ganz einfach: weil es das nicht ist und hoffentlich auch nie sein wird.

Folge ZEITjUNG auf FacebookTwitter und Instagram!

Bildquelle: Nicholas Rumas unter CC BY 2.0