Bin ich jetzt eigentlich erwachsen?

Als Kind waren meine Eltern für mich wie die Sendung mit der Maus. Allwissend. Aber je älter ich werde, desto weniger müssen Sie mir die Welt erklären, sondern grundlegende Dinge des Alltags. Ich rufe sie an, um zu fragen, was der Unterschied zwischen der Steuernummer und der Steuer ID ist und wo ich beides in einer Woche herbekomme. Ich schicke ihnen zehn Stunden vor Abgabe meine Hausarbeit zum Korrekturlesen, sie kommt mit allen Kommata an der richtigen Stelle zurück. Nur eine Stunde später. Und ich rufe meine Eltern an, um zu fragen, wo Glühbirnen verkauft werden. Im Baumarkt.

Erwachsen werden: Das große Ziel von Kleinauf

Im Leben von Kindern nehmen Eltern eine andere Rolle ein. Sie bringen dem Nachwuch das Fahrradfahren bei und erklären die Welt. Zumindest fast. Oft lautete die Standartantwort dann doch: „Das verstehst du, wenn du älter bist.“ Ich habe das gehasst. Kein Wunder also, dass ich wirklich gerne erwachsen werden wollte. Und zwar so schnell wir möglich. Erwachsensein ist toll. Alleine wohnen und selbstständige Entscheidungen treffen. Ich weiß, dass viele nicht gerne erwachsen werden. Mehr Verantwortung, mehr Pflichten.

Erwachsenwerden: Kleines Mädchen sitzt auf einem weißen Dreirad.

Es gibt unzählige Anti-Aging-Apostel, die versprechen, jung zu bleiben. Das Gegenteil dazu ist der Pro-Aging-Trend. Und ganz ehrlich, dazu gehöre ich auch. Älter werden war für mich schon immer faszinierend. Also habe ich auf das Erwachsenwerden gewartet. Und irgendwann gemerkt, dass es leider doch nicht von heute auf morgen geht. Wann kann ich denn endlich damit rechnen, erwachsen zu werden? Hoffentlich nicht erst, wenn mir ein Ring über den Finger gestülpt wird.

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