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Neues Tool: Selbstmord-Prävention bei Facebook

Vergangenes Weihnachten kündigte eine Userin auf Facebook ihren Selbstmord an – jede Hilfe kam zu spät. Nun hat Facebook ein Tool entwickelt, das suizidgefährdeten Nutzern helfen soll.

Von Stefanie Witterauf

Facebook ist böse, der Datenschutz und die Privatsphäre eine Tragödie für sich und es macht auch noch süchtig. Von dem Online-Portal, bei dem sich täglich mehr als 890 Millionen Nutzer einloggen, hört man meist nicht viel Positives. Nun haben die Verantwortlichen von Facebook ein neues Tool entwickelt, dass selbstmordgefährdeten Nutzern helfen soll. Klingt erst mal nicht schlecht.

 

Hilfe-Tool für suizidgefährdete User

 

Vergangenes Weihnachten schockierte die Nachricht des tragischen Selbstmords der 42-jährigen Simone Black die Welt. Die Britin informierte ihre 1000 Facebook-Freunde, sie habe eine Überdosis genommen. Doch ihr Tod konnte nicht verhindert werden. Zwar gab es Reaktionen auf ihre Meldung, aber leider zu spät. Mit dem nun entwickelten Tool soll so etwas nicht mehr passieren.

Besorgniserregende Beiträge von Freunden, Bekannten oder Verwandten können nun direkt dem sogenannten Operating-Team gemeldet werden. Dieses besteht aus geschulten Mitarbeitern und Experten mit Erfahrung im Bereich der Prävention von Selbstmordgefährdeten. Sie bieten professionelle Beratung und Hilfestellung an und rufen auch die Polizei bei akutem Notfall. Facebook arbeitet hier mit internationalen Einrichtungen für mentale Gesundheit zusammen.

 

Das neue Facebook-Tool: schnell und professionell

 

Bei der Meldung des bedenklichen Beitrags ploppt ein Chatfenster auf: „Hi Gerald, a friend thinks you might be going through something difficult and asked us to look at your recent post.“ Dies passiert in vollkommener Anonymität. Man klickt sich weiter durch und entscheidet, ob man mit einem Mitarbeiter des Operating-Teams chattet – oder Tipps bekommt, die einem aus der Krise holen sollen. Derzeit gibt es das Tool nur in den USA, wann der Service auch in Deutschland genutzet werden kann, ist noch nicht klar.

Doch nicht nur für die eventuell gefährdete Person gibt es Hilfe. Denn auch Angehörige von Suizidverdächtigen können sich hier melden. Für viele ist das Online-Portal nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Die Möglichkeit, gleich dort schnelle, professionelle Hilfe zu bekommen, macht also Sinn. Auf jeden Fall ist es von Facebook ein Schritt in die richtige Richtung. Die Chefin der britischen Samariter, Catherine Johnstone, spricht von der „Kraft der Online-Freundschaften“, die hoffentlich weitere Tragödien verhindern kann.

 

 

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Bildquelle: Katie Tegtmeyer unter CC BY 2.0

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