INTERVIEW MIT KURIER VLADIMIR VON RADKURIER24

Was hat dich dazu gebracht, als Fahrradkurier anzufangen – und was hält dich dabei?

Ich liebe das Fahrradfahren, und den Druck von Vorgesetzten oder das klassische 9-to-5 in einem Büro halte ich nur schwer aus. Klar, ein fester Job bringt Sicherheit, bezahlten Urlaub und andere Vorteile mit sich – aber dafür fehlt die Freiheit. Am Ende hat man oft das Gefühl, dass einem das eigene Leben gar nicht mehr richtig gehört. Bei Radkurier24 entscheide ich selbst, wann und wie lange ich arbeite und welche Aufträge ich annehme. Und wenn ich mal frei brauche, muss ich niemanden um Erlaubnis fragen – außer vielleicht mein Bankkonto.

Was ist das Beste und das Schlimmste an diesem Job, das die meisten nicht auf dem Schirm haben?

Das Beste: die Freiheit, die tägliche Bewegung und die Arbeit an der frischen Luft. Es wird nie langweilig – kein Tag gleicht dem anderen. Man sieht die ganze Stadt, entdeckt immer wieder neue Ecken und genießt Ausblicke, die einem sonst entgehen würden.
Das Schlimmste: platte Reifen – und manche Autofahrer.

Gibt es einen Moment oder eine Begegnung bei der Arbeit, die dir besonders im Kopf geblieben ist?

Oh, da gibt’s so einige! Nicht jeden Tag, aber ungefähr einmal pro Woche passiert etwas, das man später seinen Enkeln erzählen kann. Zum Beispiel die Zustellung einer leeren Einkaufstasche, oder eine Lieferung im selben Haus, bei der man das Paket einfach nur eine Treppe hochtragen muss. Oder dass man zu einem Spätkauf fährt, um den Verkäufer zu bitten, seine Mutter anzurufen, weil sie sonst nicht erreichbar ist.

Wie verändert sich der Blick auf eine Stadt, wenn man sie jeden Tag stundenlang auf dem Rad erlebt statt im Auto oder in der Bahn?

Ich bin nur selten mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Aber wenn doch, bin ich jedes Mal überrascht, wie lange man braucht, um von A nach B zu kommen – wie voll es ist und was da alles in der Bahn so passiert. Und dann sind da natürlich die Ausblicke, die ich jeden Tag auf dem Rad sehe: Dinge, die man mit dem Auto oder der Bahn nur selten oder gar nicht zu Gesicht bekommt.

Was würdest du jemandem raten, der überlegt, diesen Job mal auszuprobieren?

Nicht lange überlegen, einfach machen. Was ich an dem Job so schätze: Ich entscheide selbst, wann ich fahre, wie viel ich arbeite und welche Aufträge ich annehme. Über Radkurier24 kann ich mir außerdem meinen eigenen Kundenstamm aufbauen und habe direkten Kontakt zu meinen Kunden – das ist nochmal was anderes, als nur Pakete für eine Plattform abzuarbeiten. Dazu kommt eine richtig gute Community unter den Kurieren, in der man sich einbringen kann. Diese Freiheit würde ich nicht mehr eintauschen wollen. Wenn es deines ist, wirst du es lieben – auch wenn es manchmal wirklich hart ist.

Bild: Privat