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„Bureaucrazy“: Die Lösung für den deutschen Bürokratie-Dschungel

Bürokratie-Dschungel Deutschland: Drei Flüchtlinge haben eine geniale Idee für den Ausweg.

Deutschland – das Land der Aktenordner und Formulare, der Inbegriff von Bürokratie. Unsere strikten bürokratischen Regelwerke bescheren nicht wenigen Angestellten in Bürgerzentrum oder Jobcenter ihre Festanstellungen. Für viele Deutsche ist es extrem zeitaufwendig, sich in diesem Antrags-Dschungel zurecht zu finden. Beamtendeutsch und Schachtelsätze machen bisweilen schon mal den bloßen Kauf einer Mülltonne zur Tortur und lassen selbst das begabteste Sprachgenie überfordert zurück. Ist ja auch kein Wunder, wenn die kreativen Beamten Formulierungen wie „nicht lebende Einfriedung“ erfinden – und damit einen Zaun meinen. Bis man wirklich verstanden hat, was das Amt da gerade genau von einem will, können schon mal ein paar Monate vergehen.

 

Bürokratie überfordert nicht nur Flüchtlinge

 

Wenn selbst ein Muttersprachler mit Formularen in der eigenen Sprachen überfordert ist, wie soll es dann erst denen gehen, die unsere Sprache bis auf ein paar Brocken gar nicht beherrschen, auf die Bearbeitung dieser Anträge aber angewiesen sind? Genau dieses Problem soll jetzt gelöst werden: Anstatt sich stundenlang über den lästigen Bürokratiedschungel aufzuregen, haben drei junge Flüchtlinge nun beschlossen, aktiv etwas zu verändern – mit der App „Bureaucrazy“.

 

 

Behördendeutsch-Deutsch als Sprachfunktion

 

Diese App soll Klarheit in das Papierchaos bringen. Bureaucrazy erlaubt es, die benötigten Formulare in der eigenen Muttersprache auszufüllen und auf deutsch auszudrucken, zusätzlich sollen Hinweise zu den notwendigen Dokumenten und Behörden verständlich übermittelt werden – ein geniales Konzept, nicht nur für Flüchtlinge. Es gibt mit Sicherheit den ein oder anderen unter uns, der zwar mit der deutschen Sprache aufgewachsen ist, für den Behördendeutsch aber trotzdem immer eine Fremdsprache bleiben wird.

Auf die Idee kamen die drei Jungs durch das Berliner Startup ReDi-School, welches sich zum Ziel gesetzt hat, Flüchtlingen das Programmieren beizubringen. Eine Ausbildung in dieser Branche besitzt niemand von den dreien, weswegen sie noch händeringend nach Unterstützung für die Entwicklung der App suchen. Hilfe brauchen sie aber auch von den deutschen Behörden, denn die App kann nur funktionieren, wenn die Formulare immer auf dem neusten Stand sind. Damit Bureaucrazy auch für Deutsche Interessant ist, möchten die Jungs noch die Sprachfunktion „Behördendeutsch-Deutsch“ einführen – eine wirklich sinnvolle Entscheidung, die vielen von uns das Leben so viel einfacher machen würde.

Die Idee ist brilliant. Hoffen wir mal, dass die Umsetzung es auch wird. Anfang nächsten Jahres soll die App auf den Markt kommen, bis dahin müssen Flüchtlinge sich leider weiter durch den nervenzerreißenden deutschen Bürokratiedschungel kämpfen – und wir auch.

 

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Bildquelle: Alexis Brown unter CC0-Lizenz

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