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Fotos: Vater-Tochter-Beziehungen ohne Klischees

Nafise Motlaq zeigt uns verschiedene Vater-Tochter-Beziehungen im Iran. Weil nicht alles, was man weiß, auch immer stimmt.

Alle Deutschen tragen Sandalen gepaart mit Socken. Alle Italiener sind Muttersöhnchen und heulen, wenn sie keine Spaghetti aufgetischt bekommen. Und alle Amis sind sowieso zu fett und ähnlich wenig an Kultur interessiert wie „Eskimos“ an einem All-Inclusive-Urlaub auf Ibiza.

Das 21. Jahrhundert – dicht bevölkert von aufgeklärten und zugleich so engstirnigen Menschen, dass Klischees das einzige sind, was zwischen unsere Gedankengänge passt. Und das schlimme ist: Es fällt uns nicht mal auf, dass stereotypes Denken sich vor eine realistische Weltanschauung schiebt. Das begreift man erst, wenn man mal einen Perspektivenwechsel zulässt. So wie Nafise Motlaq.

 

Bilder von der Realität statt stereotype Aufnahmen

 

Elf Jahre schon lebt die Iranerin in Malaysia, wo sie als Dozentin für Kommunikation an der Universität Putra Malaysia angestellt ist. Während sich die Leute in dem asiatischen Land eine klischeefreie Meinung über die Hobbyfotografin machen konnten, geriet sie immer wieder an stereotype Bilder über den Iran. Als zudem ihr Vater sehr krank wurde, kam ihr die Idee, das vorherrschende Bild über das Leben in ihrem Heimatland zu ändern: „During my time away from home, I noticed how often people talk about Iran without having a real picture of the country in their minds. This inspires my work on Iran, sparking my desire to show a reality that many people don’t get to see.“

Im Frühjahr 2014 entstand die Bilderserie „Iranian Fathers and Daughters“, mit der es Motlaq unter die 50 besten neuen Talente auf lensculture.com geschafft hat. Auf den Bildern sind nicht nur die unterschiedlichsten Vater-Tochter-Beziehungen zu sehen. Mehr noch als die Abbildungen sind es die Unterschriften, die die Fotos so interessant machen. Darin kommen nämlich die Töchter zu Wort, die frei und ohne Vorgaben die Beziehung zu dem Mann beschreiben dürfen, der ihnen seit dem Tag ihrer Geburt zur Seite steht.

Einige Aufnahmen wirken befremdlich und passen in die Schublade, in die wir den Iran gern stecken. Andere wiederum könnten auch in einem deutschen Wohnzimmer aufgenommen worden sein. Eines jedenfalls ist klar: Ein Land hat immer mehrere Gesichter und Geschichten. Und bevor man ein vorschnelles Urteil über eine fremde Kultur fällt, sollte man lieber mal an der Oberfläche kratzen und schauen, was sich sonst noch darunter verbirgt.

 

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