Fotostrecke: Mailand wirkt wie in einer anderen Zeit

Der Vater unserer Autorin lebt in Mailand und darf nicht arbeiten. Er machte Fotos für ZEITjUNG und beschrieb den Alltag in der zona rossa. So entstand eine Fotostrecke.

Fotos von Jürgen Helm

Mailand ist nicht nur als die „Stadt der Mode“ bekannt, sondern auch als Stadt, wo viel Business abgewickelt wird. Sie ist quasi ein Mix aus München und Frankfurt. Gefühlt sind alle Menschen fancy und auf Zack.

Das erhöhte Tempo der City widerspiegelt sich im Klima: Mailand hat die schmutzigste Luft Italiens und die Menschen sind oft gestresst und hektisch.

Nun, während der Quarantäne, zeigt Mailand ein neues, unbekanntes Gesicht. Geschäfte und Büros sind zu, Restaurants beschränken ihre Aktivitäten auf Home-Delivery-Services und Menschen gehen nur dann raus, wenn sie wichtige Besorgungen, wie Lebensmitteleinkauf, erledigen müssen. Shopping-Touristen gibt es auch keine mehr. Es ist still und die Menschen halten sich alle an die Regeln, sie haben die Situation akzeptiert.

Die Stadt wirkt nicht so sehr verlassen, sondern eher aus einer anderen Zeit.

„Alles wird gut“. Ein Spruch der Hoffnung auf einem abgeriegelten Kiosk in der Mailänder Innenstadt.

Das Coronaproblem ist den Mailänder ins Blut gegangen. In Supermärkten wird nur ein bestimmtes Kontingent an Menschen eingelassen. Und vor den Supermärkten sind die Schlangen lang, weil alle auf den Sicherheitsabstand achten.

In der Galleria Vittorio Emanuele kann man normalerweise nicht länger als wenige Sekunden stehen bleiben ohne angerempelt zu werden. Nun erscheint die Galleria wirklich wie aus einer anderen Zeit.

Hotels und Restaurants wirken auch verlassen. Auch Autos gibt es auf den Straßen nur selten zu sehen.

Öffentliche Verkehrsmittel fahren noch, obwohl sie die wenigsten nutzen.

Jeder Mensch, der sich draußen aufhält, muss eine „Selbstbescheinung“ vorweisen können, worin steht aus welchem Grund man gerade unterwegs ist. Erlaubt sind Lebensmitteleinkäufe und sonstige wichtige Besorgungen, sowie Notfälle oder dringende Arztbesuche. Wer keine Bescheinigung hat oder keinen „guten“ Grund hat, muss über 200€ Strafe zahlen.

Die Luft ist in Mailand durch dieses verlangsamte Tempo viel reiner geworden. Dies spüren die Leute auch beim Einatmen.

*Anmerkung der Redaktion: Der Fotograf hat die Bilder gemacht, als er Einkaufen war.

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Bildquelle: Jürgen Helm / privat

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