Fütterer is(s)t anders: Wo kriegen Veganer*innen ihre Proteine her?

Eine Bowl mit veganem Essen

Elina Fütterer ist Ökotrophologin, Yoga-Lehrerin und Surfer Girl. In ihrer Kolumne schreibt sie über die wichtigste Hauptsache der Welt: Essen. Genuss ist ein Muss – ohne dabei Gesundheit, Nachhaltigkeit und Ethik außer Acht zu lassen. Elina nimmt euch mit auf ihre kulinarische Reise. 

Ein altes vegan-Klischee lautet, dass Veganer*innen schwach und ausgemergelt sind – und beim leisesten Windhauch von den Beinen gefegt werden. Die Annahme: Hochwertiges Protein kann nur über Eier, Fleisch und Fisch aufgenommen werden. Dass dieses Klischee an den Haaren herbeigezogen ist, bewies spätestens Patrik Baboumian, der als veganer Athlet Preise wie „strongest man“ gewann. Dennoch lautet eine der häufigsten Frage, die ich über meiner Ernährungsweise gestellt bekomme: „Wie bekommst du eigentlich deine Proteine?“

Die Protein-Obsession

Noch nie hatte sich jemand Gedanken über meine Proteinzufuhr gemacht – bis ich mich dazu entschloss, keine Tierprodukte mehr zu essen. Von allen Seiten gab es besorgte Blicke und den klassischen (Über-)Griff an meinen Oberarm. Ein „Solltest lieber nochmal Fleisch essen, damit du nicht vom Fleisch fällst“ gab es gratis dazu.

In der Tat sind Proteine – wie auch Kohlenhydrate und Fette – in unserer Ernährung unersetzbar. Ein Mangel kann ernste Folgen haben. In den letzten Jahren wird Protein allerdings als Fitness-Wunderwaffe abgefeiert. Egal ob Shake, Brot oder Schokopudding: Sobald ein Produkt den Aufdruck „reich an Proteinen“ hat, gilt es als gesund. Häufig werden mit „Eiweiß“ allerdings ausschließlich tierische Nahrungsmittel wie Fleisch, Eier und Fisch in Verbindung gebracht.

Das ist ein Trugschluss: Pflanzen und vegane Nahrungsmittel liefern jede Menge Proteine. Die Kuh, die irgendwann als eiweißreiches Steak auf dem Teller landet, ist ein Pflanzenfresser. Trotzdem ist sie groß, stark und entwickelt schmackhaftes Muskelfleisch. Wie das sein kann? Das liegt daran, dass alle nötigen Proteine bereits in den Pflanzen enthalten sind, die sie frisst.

Neben meinem Ökotrophologie-Studium und der Ausbildung zur Journalistin habe ich auch als Flugbegleiterin die Welt unsicher gemacht. Neugierig, abenteuerlustig und immer hungrig: Auf der Suche nach der perfekten Welle und der besten Açai-Bowl futterte ich mich schon durch mehr als 80 Länder.