Fütterer is(s)t anders: Vegane Ernährung = Mangelernährung?

Eine vegane Bowl

Keine Angst vor pflanzlicher Ernährung

Ich habe erst drei Jahre nach meiner Ernährungsumstellung damit angefangen, mich mit Supplementen wie Vitamin B12 und D auseinanderzusetzen. Meine Blutwerte waren die ganze Zeit im Normbereich. Oder wie mein Arzt sagen würde: “Alles perfekt, besser geht’s nicht.” Wer mit dem Gedanken spielt, seine Ernährung umzustellen, den kann ich nur dazu ermutigen, einfach loszulegen. Du wirst in den ersten Monaten garantiert keinen Muskelschwund erleiden oder brüchige Knochen bekommen, weil du keine Milch mehr trinkst. Im Gegenteil: Durch den erhöhten Konsum von Gemüse und Hülsenfrüchten nimmst du sogar mehr gesunde Stoffe auf als vorher.

Falls du findest, dass du “dieses Vegane” länger machen möchtest, empfehle ich dir, dich mit dem Thema Nährstoffe zu beschäftigen. Eine gute Übersicht bietet das Buch “Vegan Klischee Ade!” von Niko Rittenau*, in dem wissenschaftlich fundiert erklärt wird, wie die optimale Versorgung bei einer veganen Ernährung aussehen kann. Auf seinem Youtube-Kanal findest du einfach erklärte Videos rund ums Thema Nährstoffversorgung.

Nährstoffunterversorgung vorbeugen

Wer sich vegan ernährt, der beschäftigt sich nach einiger Zeit automatisch mit Nährstoffen, Vitaminen und wie man diese decken kann. Ich behaupte, dass die meisten das vorher nicht gemacht haben.

Eine vollwertige und energiedeckende vegane Ernährung versorgt dich – bis auf die oben genannten Ausnahmen – mit allen wichtigen Nährstoffen. Setze auf natürliche Lebensmittel und stelle grünes Gemüse (z.B. Brokkoli, Spinat), Hülsenfrüchte (Kichererbsen, Bohnen, Erbsen, Soja) und Vollkorngetreide in den Fokus. Ergänze so oft es geht Nüsse, Samen und Sprossen. Eine gute Übersicht über alle Nährstoffe und in welchen Lebensmitteln sie stecken findest du hier.

Vegane Ernährung ist ressourcenschonend, umweltschonend und gesund. Für mich persönlich bedeutet sie außerdem nicht Mangel, sondern Bereicherung. Wenn ich dafür zwei Nährstoffpräparate einnehmen muss, finde ich das einen sehr guten Kompromiss. Achtung: Viele Vitaminpräparate sind nicht vegan. Sie enthalten Gelatine oder andere tierische Zusatzstoffe. Achte auf eine vegane Zusammensetzung.

Wenn du dir unsicher bist, ob du bei deiner Ernährung alles richtig machst, kannst du bei deinem Hausarzt ein Blutbild machen lassen. Frage explizit nach den Nährstoffen, die du bestimmt haben möchtest. Ich mache so einen Test einmal im Jahr, um mich zu vergewissern, dass ich gut versorgt bin. Dann muss ich mir keine Gedanken machen, meine Eltern sind beruhigt – und meiner Kollegin kann ich das nächste Mal den Schwarz-auf-weiß-Beweis einfach unter die Nase halten.

*Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link, d.h. wenn du das Buch über diesen Link kaufst, erhalten wir eine Provision.

Folge ZEITjUNG auf FacebookTwitter und Instagram!
Bildquelle: Maddi Bazzocco on Unsplash; CCO-Lizenz

Neben meinem Ökotrophologie-Studium und der Ausbildung zur Journalistin habe ich auch als Flugbegleiterin die Welt unsicher gemacht. Neugierig, abenteuerlustig und immer hungrig: Auf der Suche nach der perfekten Welle und der besten Açai-Bowl futterte ich mich schon durch mehr als 80 Länder.