ghostbot app

Ghosting“ wird als neuer und salonfähiger Trennungshabitus der heutigen Generation Y deklariert. In einer Welt, die von Online-Liebe und Tinder-Dates regiert wird, ist es der einfachste Weg, sich still und leise aus einem Liebes- oder Freundschaftsverhältnis zu schleichen … egal ob es verbindlich oder unverbindlich war. Frei definiert bedeutet Ghosting so viel wie ohne Verabschiedung oder offizielle Trennung aus dem Leben der anderen Person zu verschwinden. Jegliche Kontaktaufnahme wird ignoriert. Manche empathischen Personen verstehen den relativ unsubtilen Hinweis sehr schnell, andere wiederum können noch nicht loslassen und wollen nicht aufgeben.

 

„Hast du Lust, heute Abend zu mir zu kommen?“ – „Nope!“

 

Für diese Art von Verehrern gibt es jetzt die App Ghostbot, die vereinfachte Vereinfachung des Ghostings. Die App erkennt eingehende Textnachrichten von bestimmten Personen und übernimmt ab einem kritischen Zeitpunkt die gesamte Kommunikation so lange, bis selbst der hartnäckigste Stalker irgendwann loslassen muss. Ghostbot antwortet automatisiert auf Fragen der anderen Person, ganz ohne falsche Mühe und Enthusiasmus. Bittet uns jemand wiederholt um ein Date, obwohl wir ihn seit Tagen ignorieren, könnte die App ein einfaches „Nope!“ oder „Ich habe gerade wirklich keine Zeit“ bis hin zu „Sorry, heute Abend gibt es nur mich und meine Pizza!“ verschicken. Das macht sie solange, bis die Person selbst nicht mehr antwortet.

“We hear a lot of anecdotes about terrible texting from dating matches, but sometimes blocking someone creates an awkward social circumstance. Ghostbot helps you go through the motion of ghosting someone without negative consequences“, erklärt Will Carter, Mitbegründer von der Firma Ad Hoc Labs. Deren neueste Trendapp wurde mit der App Burner kreiert, die in erster Linie übergangsweise Kurzzeit-Telefonnummern generiert. Diese können an Menschen weitergegeben werden, denen wir unsere eigentliche Nummer nicht anvertrauen möchten.

 

Eine App mit Charakter

 

Ghostbot wirkt auf den ersten Blick vielleicht kalt und auch gewissermaßen respektlos. Tatsächlich ist die App aber vielmehr der ironische Zyniker unter den modernen Technologien. Sie schickt das Poop-Emoji, wenn sie ein ungefragtes Penisbild erhält oder das Daumen runter-Emoji, wenn sie einen Booty Call erkennen kann. “It’s designed to be noncommittal but also have a little bit of snark or character when it interprets a message that’s provocative“, so Carter.

Für das Beenden von Langzeitbeziehungen ist diese App selbstverständlich keine Option – ein bisschen mehr Klasse bitte! – und leider hat sie die Testphase auch noch nicht ganz abgeschlossen. Bis zur endgültigen Freigabe steht für Carter trotzdem ein Grundsatz fest: “People sometimes try to make the bot like them. It won’t!“

 

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Bildquelle: Lesly B. Juarez via Unsplash unter cc0 Lizenz