Ich grille, also bin ich

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Der Gasgrill hat sich in den letzten Jahren zum iPhone unter den Würstchen-und-Steak-Erhitzungsmaschinen gemausert. Wo vorher allenfalls Gleichgültigkeit herrschte, hat sich eine Kultur von Grillexperten entwickelt, die sich alleine über das Wissen definiert, dass kein Weg am Gasgrill vorbeiführt.

 

Zeig mir deinen Grill und ich sag dir, wer du bist

 

Wer in diesen Tagen etwas auf sich hält, der weiß, dass nur ein Gasgrill echte Gaumenfreuden möglich macht. Warum das so ist? Alleine diese Frage zeugt von Nichtwissen – und deswegen wollen wir gar nicht weiter drauf eingehen. Stattdessen verweisen wir lieber auf die praktischen Vorzüge:

1. Kein Schmutz, kein Putzen: Schon einmal versucht, verkohlte Grillbriketts zu entsorgen, ohne dass etwas schmutzig wird? Absolut unmöglich – zu Hause, wenn auf der Terrasse gegrillt wurde, erst recht. Mit dem Gasgrill bleibt alles schön sauber, die Reinigung des Grills ist ein Kinderspiel.

2. Der Gasgrill ist im Handumdrehen angeschaltet und benötigt keine aufwendige Vorarbeit. Es muss weder gezündelt noch geschichtet werden, Fächern entfällt ebenfalls. Ein Knopfdruck, Haube zu, warten bis die Temperatur stimmt und schon kann das Fleisch auf den Grill.

3. Peace, Bruder: Der Gasgrill entwickelt im Gegensatz zum Holzkohle-Grill keinen Qualm. Das schützt vor nachbarschaftlichen Reibereien; der Gasgrill kann jederzeit in Betrieb genommen werden, ohne jemanden zu stören.

So weit, so gut. Der Markt hat den Trend natürlich längst erkannt und fördert ihn mit einem entsprechend breiten Angebot; die Auswahl an Gasgrills ist groß – und um dem Trend die Krone aufzusetzen, haben auch sogenannte Grillseminare längst Schule gemacht. Würstchen auspacken und auf den Grill legen? Das war gestern. Heute läuft es anders: Grillseminar besuchen, Würstchen auspacken und auf den Grill legen. Denn Grillen ist dank des Gasgrills zum Lifestyle-Hobby geworden und wird von Neuzeit-Romantikern als weitere Möglichkeit der Selbstverwirklichung betrachtet.

 

Was kommt als Nächstes?

 

Entsprechend der Logik urbaner Trends könnte der Gasgrill, der keinesfalls eine neue Erfindung ist, seine Spitzenposition schon bald wieder verlassen. Seine Qualitäten sind zwar unbestritten, doch sobald erstmal jeder Haushalt im Glockenbachviertel, in Prenzlauer Berg und Sachsenhausen mit einem Gasgrill ausgestattet ist, dürfte erneut die Stunde der Early Adopter schlagen: Ist der Elektrogrill nicht doch die bessere Wahl? Logische Argumente dafür sind zwar schwer zu finden (abgesehen vom Preis), doch nachdem der Holzkohlegrill jahrelang die Brutzel-Szene dominiert hat und nun vom Gasgrill abgelöst wurde, sind die Trendsetter der Generation Y gut beraten, frühzeitig auf die vermeintliche Außenseiter-Variante umzusteigen. Ein Blick auf die Balkon-Landschaft zeigt, dass es 2015 noch nicht so weit sein wird, doch im Dunst des Grillseminars ist Zeit bekanntlich eine sehr relative Dimension.

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Bildquelle: Kei Noguchi über CC BY-SA 2.0