Warum erhöhen wir unsere Stimme bei süßen Tieren und Babys?

Junger Hund

Seien es kleine Robben, Katzen, Hunde, Ferkel, frisch geschlüpfte Pinguine oder ein menschliches Baby – die Reaktion ist oft ähnlich. Ein langgedehntes „Aww“ gefolgt von einem „Wie süß ist er/sie denn?“. Kein Wunder, dass es auf YouTube dutzende, millionenfach geklickte Videos mit der Überschrift „Try not to Aww Challenge“ gibt, in denen süße Tiere in unterschiedlichsten Situationen gefilmt wurden. Eines fällt dabei besonders auf: Menschen reagieren nicht in ihrer gewohnten Stimmlage auf die (meist) kleinen Hingucker, sondern gut und gerne eine gefühlte Oktave höher. Aber warum eigentlich – und hat das überhaupt irgendeinen Sinn?

Warum die Stimme sich erhöht

Patricia McConnell ist Zoologin und Tierverhaltensforscherin. Im Rahmen ihrer Forschung verbrachte sie viel Zeit damit, Menschen dabei zuzuhören, wie sie zu Tieren sprechen – und das rund um den Globus. Egal wohin sie reiste, stellte sie das gleiche Phänomen fest: Die Stimme der Menschen erhöhte sich, wenn sie mit Tieren sprachen. „Tierpfleger aus vielen verschiedenen Ländern, die mit einer Vielzahl von Tieren – vom Rennpferd bis zum Schäferhund – viele verschiedene Sprachen sprechen, verwenden ähnliche akustische Strukturen und ähnliche Arten von Lauten“, so McConnell. „Die Tonhöhe ist kulturell nicht einheitlich, aber alle Menschen neigen dazu, etwas höher zu sprechen, wenn sie mit Tieren sprechen.“

Und auch bei Babys erhöht sich die Stimme. Das Gerücht, Frauen würden dieses Verhalten öfter zeigen als Männer, stimme dabei nicht, wie Kathryn Hirsh Pasek, Psychologin und Professorin an der Temple University, in einem Gespräch mit Fatherly.com mitteilt. „Väter benutzen es genauso wie Mütter. (…) Instinktiv wissen wir, dass wir gewisse Anpassungen an unserer Stimme und Sprache vornehmen können, um sie für andere klarer und erkennbarer zu machen.“ Diese Klarheit, die Eltern (oder andere Personen) einem Baby unterbewusst durch das Ändern ihrer Stimme vermitteln, bringt Vorteile für die Entwicklung der kleinen Racker mit sich. Säuglinge nehmen alle möglichen Reize auf, aber die kindgerechte Sprache signalisiert ihnen, dass sie gemeint sind und sie zuhören sollen. Außerdem vereinfacht sie Aussagen so, dass man einfacher erkennen kann, wo Sätze beginnen und enden. Häufig merken wir dabei selbst nicht einmal, dass wir gerade unsere Stimmlage geändert haben. 

Fußballfan mit musikalischer Dauerbeschallung, wenn nicht gerade selbst am Klavier oder der Gitarre. Eigentlich ein geselliger Typ, der aktuell aber auch seine Liebe für Bücher und exzessiven Netflix-Konsum entdeckt.