Illustrationen: Ein Flirt mit dem Porno

Illustrationen Sex Intimität

Sie zeichnet, musiziert, dreht Filme, tätowiert und schreibt Bücher: Safia Bahmed-Schwartz ist ein Multitalent mit außergewöhnlich facettenreichen Interessen und einer gehörigen Portion Talent. Trotzdem scheint der französischen Künstlerin ein Thema ganz besonders wichtig zu sein: Die Erotik ist in all ihren Werken mehr oder weniger präsent. Oder vielmehr: Intimität.

 

Nackt ist nicht gleich nackt

 

Vor allem die Schwarz-Weiß-Illustrationen, die sie auf ihrem Instagram-Account @safiabahmedschwartz veröffentlicht, zeugen von ihrem freizügigen, fast schon schamlosen Umgang mit unserer Sexualität. Doch Sex ist nicht gleich Nähe, und nackt ist nicht gleich nackt. Denn Bahmed-Schwartz weiß, dass sie das berühmte Thema aller Themen lockerer angeht als die meisten anderen Menschen – im Interviewgespräch mit dem Online-Magazin splash-mag.de erzählt sie, dass diese Lockerheit gerade aus ihrer schwierigen Kindheit erwächst: Sie wurde damals oft allein gelassen und vermisste den verbalen Kontakt zu anderen Menschen schmerzlich. Seitdem kostet es sie größere Überwindung, tiefsinnige Gespräche zu führen als körperliche Nähe zuzulassen: „Ich fühle mich super nackt, wenn ich über echte Dinge rede. Sex ist super einfach dagegen, man muss einfach nur seine Kleidung ausziehen.“ Echte Intimität hat nichts mit Porno zu tun – und Sex kann man auch haben, ohne sich auszuziehen. Was Bahmed-Schwartz dagegen zeigen will, ist wenn sich beides vereinigt: Das wörtliche und metaphorische Nacktsein – echte Intimität.

All ihre Zeichnungen schrammen haarscharf an der Grenze zur Pornografie vorbei – sie wirken schlüpfrig und dann auch wieder nicht. Weil sie, selbst in schwarz-weiß und flüchtigen Pinselstrichen, echt wirken und authentisch. Weil sie Intimität und Nähe zeigen statt nur einen Akt. Und genau deshalb finden wir sie so spannend:

 

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