IM Buch „Sex und so“ klärt Lydia Meyer auf – auch erwachsene

Dieses Buch gibt Mut, Orientierung und sicherheit

Zusätzlich zu ihren Schilderungen, lässt die Autorin auch andere Menschen sprechen. So erzählt zum Beispiel die bekannte YouTuberin und Journalistin Lisa Sophie Laurent darüber, wie unangenehm es ihr früher war, über ihre Menstruation zu sprechen. Durch die Beiträge von realen Personen, die auch offen ihren Namen daruntersetzen, wird noch einmal klarer, dass jede*r von uns Unsicherheiten hat. Die zwar oft ziemlich dämlich erscheinen, aber eben genau so an uns weitergegeben und vermittelt wurden. So auch das von Scham behaftete Thema der Menstruation. Denn indirekt führt das geflüsterte: „ich hab die Rote Tante zu Besuch“ und der versteckte Griff nach dem Tampon in der Tasche dazu, dass viele Menschen gar nicht wissen, was bei der Menstruation überhaupt passiert. Man redet halt einfach nicht gerne darüber und lässt das Thema im Verborgenen ablaufen. Gerade bei nicht-menstruierenden Menschen gibt es diese Wissenslücke besonders häufig.

In ihrem Buch schreibt Lydia Meyer auch bewusst von menstruierenden Menschen oder Gynäkologe*innen statt von Frauenärzten. Denn schließlich gehen nicht nur Frauen zu gynäkologischen Untersuchungen, sondern eben Menschen mit einem Uterus.

Warum wir uns nochmal aufklären lassen sollten

Natürlich ist das Aufklärungsbuch in erster Linie für Jugendliche gedacht, die noch aufgeklärt werden müssen. Andererseits gibt es auch bestimmt viele Erwachsene, mit offenen Fragen oder auch veralteten Ansichten. Zum Beispiel beim Thema Menstruation oder dem großen Mythos des Jungfernhäutchens. Gerade Menschen, die sich noch etwas schwertun mit den Begriffen der Heteronormativität, den sexuellen Orientierung oder nicht wissen, worum es eigentlich bei der Diskussion um Gender geht.

Übrigens warnt die Autorin Lydia Meyer auch schon zu Beginn des Buches, dass es sicherlich nicht alle Fragen beantworten kann. Stattdessen kann es sogar sein, dass man plötzlich noch mehr im Kopf hat. Praktischerweise hängt im Anhang des Buches eine lange Liste von Links und Lesetipps an, die auch schon nach Themenbereichen sortiert sind.

„Sex und so – Ein Aufklärungsbuch für alle“ ist ein sehr wichtiges Buch, was endlich mal einen neutralen und informativen Blick, auf das emotionale Thema der Aufklärung wirft. Es beantwortet vielleicht nicht alle Fragen, aber es gibt Kraft und Mut sich mit Bereichen zu beschäftigen, die gerne mal all zu schnell abgewunken werden. Es sollte möglichst nicht nur in jedem Bücherregal stehen, sondern am besten auch in jedem Lehrplan.

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Bilder: Unsplash; CCO-Lizenz