Diese Instagram Künstlerin macht bessere Selfies als du

Spiegel Selfies Michele Bisaillon

Wenn uns langweilig ist, wenn uns niemand sieht, wenn wir an coolen Orten sind, alleine, zu zweit zu Hunderten – wir tun es alle. Die Rede ist von Selfies und davon, wie es das ehemalige Selbstporträt zur Dauerpräsenz auf allen Kanälen geschafft hat. Aufgenommen im stillen Kämmerlein, inszeniert und gefiltert bis zum Geht nicht mehr, ist es zur Selbstkontrolle der eigenen Begehrtheit geworden. Sehe ich gut aus, wenn ich das mache? Und wie viele Likes bekomme ich dafür?

Mit dieser Selbstprofilierung und der Auseinandersetzung der eigenen Wirkung spielt die Künstlerin Michele Bisaillon. Auf ihrem Instagram Account veröffentlicht sie Bilder, die an die ursprüngliche Bedeutung des Wortes Selfie erinnern: das Selbstporträt. Sie aktualisiert die Kunstform mit popkulturellen Referenzen und hält unserer Generation im wahrsten Sinne des Wortes einen Spiegel vor.

 

Abwesenheit als Fülle von Möglichkeiten

 

“The media is consistently producing digitally altered imagery and in response to that I want to create images that are organic and unedited”, sagt sie gegenüber Dazed and Confused. “My goal is to remind myself and others that there is always something missing from the picture; another side to the story. There will forever be simultaneous events occurring in the universe that none of us know about. I find that abundance of possibility endlessly inspiring.

Die 28-Jährige schafft gleichzeitig eine Reflexion ihrer selbst und der aktuellen Internet Trends. Denn sie greift viele bekannte Motive und Inszenierungen auf, die momentan die Instagram-Welt fluten, und setzt diese in einen neuen Zusammenhang. Bei den sich immer wiederholenden Motiven ist das eine erfrischende Abwechslung und Inspirationsquelle.

 

https://instagram.com/p/-S0Ca3BlI7/

https://instagram.com/p/84oi_PhlEi/

Autorin: Wenn ich mich nicht gerade durch den Großstadtdschungel schlage (oder durch den von Borneo), flüchte ich gerne in die fabelhafte Glitzerwelt des Theaters, in dunkle Kinosäle mit Flimmerleinwänden oder in das bunte Menschenmeer in Konzerthallen. Sonst komme ich aber ziemlich gut klar mit der Realität. Da gibt’s nämlich Kuchen. Ich mag Wunderkerzen und Wassermelone, freihändig Fahrrad fahren und Reisefieber. Wenn mal alles schief läuft im Leben, mach ich Kopfstand. Aber wie man wirklich miesen Schluckauf los wird, hab ich bisher noch nicht rausgefunden. Bin für jeden Tipp dankbar!