#JeSuisNico: World Wide Watschn für Sarkozy

Je-suis-nico

Von Rebecca Naunheimer

Beim Trauermarsch für die Opfer des Anschlags auf die Satire-Zeitung „Charlie Hebdo“ am Sonntag drängelte er sich ganz nach vorn, in die erste Reihe: Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy. „Kann er haben!“, dachten sich wohl einige Kreativköpfe in diesem Internetz, von dem derzeit alle sprechen. Denn auf dem Tumblr-Blog und unter dem Hashtag #JeSuisNico sammeln sich gerade lustige Fotomontagen der Drängler-Aktion. Sie zeigen, wie sich Sarkozy bei wichtigeren und unwichtigeren historischen Ereignissen gediegen ins Bild drängt. Herrlich.

Der Hashtag ist eine Anspielung auf #JeSuisCharlie, unter dem zahlreiche Menschen ihre Trauer und Solidarität mit den Opfern bekundeten. Der angeknackste Ex-Präsident wollte mit seiner wohlgemeinten Präsenz sicher ganz besondere Verbundenheit beweisen. Er und seine Frau Carla Bruni waren kurzzeitig sogar an der für Staats- und Regierungschefs vorbehaltenen Spitze des Zuges zu sehen. Auch beim Empfang im Pariser Élysée-Palast wollte Sarkozy den Platz neben Präsident Hollande, laut Meedia, auffällig lange nicht räumen. Dieses alte Schlitzohr! Für so viel Öffentlichkeitsgeilheit, getarnt als heuchlerische Solidarität, gibt es völlig zurecht eine Internet-Klatsche!

Redakteurin vom Dienst: Ich bin ein klassisches Opfer der Orientierungslosigkeit nach dem Studium. Noch bezeichnender: Bachelorette der Medienwissenschaften. Erfülle auch sonst - mit ungewolltem Schneid - viele nervige Klischees meiner Generation. Habe eigentlich immer Angst, möchte mich gerne selbstverwirklichen, am liebsten kreativ sein, mich mit Lifestyle, Subkulturen und Musik auskennen. Bin jedoch zuversichtlich, diese Klischees nach meinem Praktikum bei ZEITjUNG.de zu überwinden, wirklich Bescheid zu wissen und einen lässigeren Beschreibungstext verfassen zu können.