Man kann über die „Patriotischen Europäer“ sagen, was man will. Aber eines haben sie bei ihrem Kampf um die Vorherrschaft im Abendland geschafft. Sie haben – Trommelwirbel! – das Unwort des Jahres 2014 aus dem Hut gezaubert: „Lügenpresse“. Im Alleingang. Herzlichen Glückwunsch!

Und dazu mussten sie nur in die ohnehin schon weit offen stehende Kiste mit den angestaubten völkischen Reliquien greifen. Wen wundert’s: „Lügenpresse“ hat seinen Ursprung am Anfang des 20. Jahrhunderts und war auch unter Nationalsozialisten vor und während des zweiten Weltkriegs sehr en vogue.

Apropos en vogue: Was war eigentlich noch so los 2014? Wir haben unsere persönlichen Unwörter des Jahres für euch zusammengestellt – von „The Fappening“ bis hin zur „Homosexuellen Propaganda“.


  • 1

    „Läuft bei dir“

    Das Jugendwort des Jahres hat den Sprung zum Erwachsenenwort des Jahres nicht geschafft. Finden wir gut. Je weniger dieser grässliche Buchstabenhaufen benutzt wird, desto schneller wird er wieder aus unseren Köpfen getilgt. Läuft bei uns.


  • 2

    Gaucho-Gate

    Hach, da konnten sie sich alle herrlich aufregen: Ein paar deutsche Fußballer verballhornen wenige Stunden nach dem WM-Sieg im (Sieges-)Rausch die unterlegenen Argentinier in einer im Fußball absolut üblichen Weise – und die ewigen Nörgler zerreißen sich die Mäuler. Sag’s ihnen, Merte: „Wat woll‘n se von mir?“