„Jesöff“: Bier gegen Kapitalismus

Saufkultur soll lustig sein. Sie darf aber auch zum Denken anregen.“ So ist es auf der Webseite des „Jesöffs“ , dem „sozialen Bier“ zu lesen, das gerade für Schlagzeilen sorgt. Aber was steckt dahinter?

Jede*r Berliner*in hat vermutlich schon ein „Sterni“ vom Späti um die Ecke getrunken. 2006 wurde der Sternburger Export allerdings von der Radeberger Gruppe aufgekauft und gehört somit zum Dr. Oetker Großkonzern.

Das hat den Mitgliedern der „J-MeinGut AG“ rund um Maxim Wernke gar nicht geschmeckt.Mit „Jesöff-das Bier mit dem roten Stern“ (der allgemein für eine sozialistische und kommunistische Weltanschauung steht) wolle man Bierkonsum mit gutem Gewissen möglich zu machen – und das ganz ohne große Konzerne zu unterstützen. Als kleinen Extrapluspunkt gingen von jeder gekauften Kiste Bier 50 Cent an gemeinnützige Projekte. Und der Platz auf der Rückseite der Bierflasche ist reserviert für Werbung um „transformative Projekte und Ideen“ zu promoten.

Mittelfinger an GrossKonzere

Laut des Imagefilms der J-MeinGutA AG zeige man mit dem Unterfangen „den Mittelfinger an die, die glauben, dass sie die Welt aufkaufen können.“ Das Unternehmen versteht sich als eines, das nicht für Einzelinteressen steht, sondern für die Community. Wie das gehen soll? Im Prinzip kann jede*r, der „Jesöff“ trinkt oder supporten möchte, ebenfalls Eigentümer*in werden: Die Idee ist, dass das Unternehmen zu 40 Prozent den „Nutzer*innen“ gehört. Für 25 Euro kann man sich eine Aktie kaufen, und somit zu einem Teil des Unternehmens werden. (Nachzulesen ist das hier). Aktuell läuft auch noch eine Crowdfunding-Aktion für „Jesöff“. Ziel ist es, 20 000 Euro zusammenkommen, damit es das Social-Beer bald in Supermärkten gibt.

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Bildquelle:Pexels; CCO-Lizenz