Was fasziniert die GenY an Startups?

Die Generation Y: technikaffin, kreativ und entgegen vieler Vorurteile motiviert. Wie Startups diese Eigenschaften nutzen wollen, seht ihr hier.

Die Entwicklung der Generation Y, auch Millennials genannt, zeigt zunehmend ihren Einfluss im wirtschaftlichen Alltag. Besonders stark ist die Entwicklung der Gen Y im Zusammenhang mit Startups zu beobachten. Es scheint, dass sich die Mitglieder der Gen Y zunehmend für eine Karriere in einem Startup entscheiden. Warum? Die Werte der Millennials stimmen mit den Arbeitsbedingungen in Startups überein. Doch wer beeinflusst hier wen? Um diese Frage zu beantworten, sollte man die Werte der jungen Unternehmen mit den Werten der jungen Generation miteinander vergleichen und ihre Gemeinsamkeiten erkennen.

Meist wird der Generation Y ein negatives Image verpasst. Die Millennials seien verwöhnt, narzisstisch und nicht an Geld gebunden. Guckt man hinter die Fassade, entdeckt man die Gründe dieser Eigenschaften: Unzufriedenheit, Unsicherheit und Selbstzweifel. Denn die Eltern der Millenniumskinder hatten sich meist in ihren Mitzwanzigern bereits eine Existenz mit Haus, Kindern und Karriere aufgebaut. Trotzdem versuchen Millennials sich nicht mit anderen Generation zu vergleichen. Was manche als klassischen Egoismus auslegen, ist im Endeffekt nur der Wunsch den eigenen Traum zu verwirklichen – und das unabhängig von den Erwartungen anderer.

Das Gehalt ist hier nur Mittel zum Zweck, um Rechnungen zu bezahlen und der Familie später einen gewissen Lebensstandard bieten zu können. Denn die Gen Y hat erkannt, dass das große Geld nicht alles ist. Diese Lebenseinstellung wird auch im Arbeitsleben umgesetzt.

Um erste Arbeitserfahrungen zu sammeln, wird mit Vorliebe der Job in einem Startup begonnen. Der Grund dafür liegt in der Ähnlichkeit zwischen der lockeren Unternehmenskultur von jungen, erfolgreichen Startups und den Wertvorstellungen der Generation Y. Ihre Erwartungen beinhalten meist ein kollegial ausgeprägtes Umfeld, Möglichkeiten der Weiterbildung, eine gute Office-Anbindung, Unternehmenssport und Corporate Responsibility. Denn sie wollen von den Arbeitgeberqualitäten überzeugt werden. Der Schwerpunkt Nachhaltigkeit wird bei 83% der Millennials gelegt. Dieses Prinzip versucht das Berliner Unternehmen Ladenzeile anzuwenden. Das Online-Shoppingportal beschäftigt Angestellte aus mehr als 35 Nationalitäten, wobei die Mehrheit zur Generation Y zählt. Das erfolgreiche Startup hat sich unter anderem dem gesellschaftlichen, ehrenamtlichen und finanziellem Engagement verschrieben.

Weiterhin sind viele Startups international tätig, was ihnen zugute kommt, da 60% der Gen Y für Leben und Arbeiten im Ausland offen sind. Das zeigt sich an der hohen Vielfalt an Nationalitäten in jungen, digital-orientierten Unternehmen. Die Generation Y definiert den Erfolg in der technologiegetriebenen Welt neu und bevorzugen deshalb oft Startups anstelle von Konzernen, da diese die Digitalisierung der Firmenstruktur meist besser bewerkstelligen. Das in Amsterdam ansässige Startup TravelBird hat sich dies zunutze gemacht. Sie sind international aktiv und rekrutieren Mitarbeiter aus aller Welt. Mittlerweile

sind über 30 Nationalitäten angestellt, die Mehrheit in den Zwanzigern. Doch welche Vorteile bieten junge Mitarbeiter den Unternehmen, außer der Bereitschaft durch die Welt zu ziehen? Millennials können sich besser adaptieren, sie haben mitunter innovativere Ideen und bieten eine Selbstverständlichkeit im Umgang mit neuesten Technologien. Ob Instagram, Twitter oder Facebook, diese Generation ist mit Social Media aufgewachsen. Daher verwundert es auch nicht, dass TravelBird den Messenger Skype als interne Kommunikationsplattform nutzt, um eine offene, interne Kommunikation zu garantieren und die Ideenvielfalt der Angestellten voranzubringen.

Um die Kreativität der Gen Y zu fördern und im Austausch miteinander zu arbeiten, setzen Startups eine hohe Priorität, die traditionelle Hierarchie mit einer flachen Rangordnung auszutauschen, in der sich jeder duzt. Das Berliner Spielesoftwareunternehmen Wooga unterstützt diese Strategie besonders mit dem Einsatz von kleinen Teams. Dadurch kann jeder volle Verantwortung für die jeweiligen Projekte übernehmen. Sie haben mit über 40 Nationalitäten bei knapp 250 Angestellten besonders auf die Generation Y gesetzt. Deshalb war es diesem Startup auch wichtig, neben der flachen Hierarchie, die Werte von Social Events, Transparency und Learning & Working zu teilen.

Letztendlich beeinflussen sich Startups und Millennials gegenseitig auf dem Weg zum großen Erfolg. Gen Y`s haben ein hohes Anspruchsniveau, sowohl an sich selbst, als auch an ein Unternehmen, um das eigene Potential der kreativen Entfaltung zu steigern. Dafür sind die Mittzwanziger bereit hart zu arbeiten, gern auch mehr als 40 Stunden die Woche. Genau diese Arbeitseinsatz haben Startups erkannt. Im Gegenzug versuchen die jungen Firmen die Talente Ihrer Mitarbeiter zu unterstützen, zum Beispiel mit einer ausgeglichenen Work-Life-Balance oder im Miteinbeziehen von Entscheidungen. Da beide Seiten verstanden haben, dass sie die meisten Werten teilen, können sie eine innovative und erfolgreiche Zukunft erreichen.

 

Beitragsbild: stock.tookapic.com

Folge ZEITjUNG auf FacebookTwitter und Instagram!

Kommentare

Sag was dazu

Das könnte Dich auch interessieren