Stefan Draschan-Paris

Stefan Draschan bringt in seiner Serie „People matching Artworks“ Museumsbesucher und Kunstwerke auf eindrucksvolle Weise zusammen. Er fängt Momente ein, in denen zwei verschiedene Dinge als visuelle Komponenten zu einem Ganzen verschmelzen. Diese Augenblicke, in denen zwischen Kunstwerk und Betrachter etwas ganz besonderes entsteht, sind Grund für seine Faszination: „Vielleicht ist es mit dem Verliebtsein so ähnlich: Man freut sich einfach, wenn Zwei gut zusammenpassen.“ Oft kennt er die Bilder der Museen so gut, dass er schon beim Betreten des Eingangsbereiches sagen kann, ob jemand Kleidung trägt, die mit einem der Werke zusammen passen könnte. Manche Menschen bilden mit dem Kunstwerk auf ungewöhnliche Weise eine Symbiose. So entstehen wunderbare flüchtige Augenblicke, als hätte der Maler schon im Vornherein eine Verbindung zwischen Betrachter und Kunstwerk intendiert. Wie Jan Vermeer früher das Publikum in seine Bilder mit einbezog, so spielt auch Draschan mit den Menschen vor der Leinwand.

 

1. Was hat dich zu dieser Foto-Serie inspiriert?

Nichts besonderes, ich hab ja vorher schon die „Couples matching“ und als erstes „Cars matching homes“ fotografiert. Ich hab genauso Sammlungen aus eigenen Fotos von Staubsaugern in Kirchen, Fernsehern auf der Strasse, Abstraktem, Spiegelungen oder egal was. Im Unterbewusstsein spielt bei mir wohl die Beschäftigung mit Fotografie per se mit, Alecio de Andrade hat da ja hervorragende Arbeit geleistet, aber Cartier-Bresson, seine Frau Martine Franck, Gottfried Schuh und so weiter, haben ja auch schon alle super Fotos in Museen gemacht. Als Fotograf sollte man alles können.

 

2. Was macht für dich ein gelungenes Foto aus?

Es berührt einen und lässt einen innehalten. Es macht glücklich. Also könnte ich so fotografieren, wie Felix Valloton malen konnte, wäre ich sehr glücklich.

 

3. Waren die Menschen vor den Kunstwerken willkürlich da oder von dir hingestellt?

Ohne Ausnahme rein zufällig direkt vor den Kunstwerken. Auf das sind meine Augen trainiert. Anderes interessiert mich nicht, ich brauch selbst als Vegetarier auch das Jagdgefühl der unblutig erlegten Beute. Ich werde das aber auch bei den Autos gefragt, ob ich die dort hinstelle. Gewisse Vorteile habe ich, wie einen sehr schnellen dezenten Gang und mit über zwei Metern Größe kann ich halt auch über Köpfe hinwegfotografieren, was sich immer wieder sehr bezahlt macht.