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Liebe unterm Bürotisch: Neue Studie zu Beziehungen am Arbeitsplatz

Von Kollegen zu Partnern? Wie oft das der Fall ist, hat eine neue Studie herausgefunden.

Mehr als Kollegen? Nicht immer. Viele Menschen versuchen, Liebe und Arbeitsplatz getrennt zu halten. Zu groß ist die Angst, sich dann doch zu trennen und eine unangenehme Stimmung in den Büroalltag rein zu bringen, im schlimmsten Fall in ein Großraumbüro ohne Wände. Eine neue Studie, die von Viking zusammen mit dem Meinungsforschungsinstitut OnePoll durchgeführt wurde, zeigt jedoch, dass der Arbeitsplatz kein so asexueller Ort ist, wie vielleicht angenommen: mehr als 1000 deutsche Arbeitnehmer über 18 wurden zum Thema Liebe und Beziehung am Arbeitsplatz befragt. Und dabei sind einige interessante Ergebnisse herausgekommen: Jeder Dritte der Befragten hatte schon einmal Sex mit einem Mitarbeiter. Und falls sich daraus eine Beziehung gebildet haben sollte, währt ihr Schicksal von nicht allzu langer Dauer, denn ungefähr die Hälfte der Beziehungen unter Kollegen der Studienteilnehmer ging in die Brüche. Aber wer vielleicht gerade was mit seinem Kollegen am Laufen hat, Kopf nicht gleich hängen lassen: Sechs optimistische Prozent haben ihre Kollegen geheiratet.

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Arbeitsplatz – die alteingesessene Kuppelmaschine

 

Aus Expertensicht sind diese Ergebnisse nicht allzu überraschend, denn laut Diplom-Psychologen Markus Ernst zählt neben Ausbildung und Freundeskreis der Job als die dritte große Partnerbörse. Wer braucht schon Tinder, wir gehen arbeiten!

Außerdem verbringen Menschen in einem Vollzeitjob – 8 Stunden am Tag, 40 Stunden pro Woche – mehr Zeit unter Kollegen als mit Freunden oder Familie. Ein kurzer Blick über den Bürotisch und holla – da könnte schon die nächste Beziehung sein! Denn gemeinsame Arbeit bedeutet gemeinsame Themen – sprich: mehr worüber man sich austauschen kann. Laut der Studie sind 42 Prozent bereits mit Kollegen ausgegangen, 45 Prozent der Büro-Beziehungen waren im eigenen Team, 33 Prozent in einer anderen Abteilung. Interessant wird es auch beim Thema One-Night-Stands: knapp jeder fünfte Mann gibt zu, einen One-Night-Stand mit einer Kollegin gehabt zu haben, bei den weiblichen Studienteilnehmern ist es nur jede Zehnte.

 

Neonröhre statt Kerzenschein

 

Aber wo trifft man denn nun all diese paarungswilligen Kollegen? Vom Mittagessen unter dem vorteilhaften Licht der Neonröhre zum Candlelight-Dinner – wie und wo kommt das zustande? Ganze 26 Prozent gaben an, dass die Liebe tatsächlich im Büro selbst angefangen hat, bei 25 Prozent entwickelten sich Gefühle außerhalb der Arbeitszeit und an dritter Stelle standen mit 17 Prozent Unternehmensfeiern. Bei so viel gemeinsam verbrachter Zeit ist es bei manchen wohl eher nur eine Frage der Zeit, bis ein Funke überspringt. Oder die ein oder andere sexuelle Fantasie. Hierbei sind die Unterschiede zwischen Mann und Frau besonders stark: 77 Prozent der Männer gaben an, schon einmal sexuelle Fantasien über Kolleg/innen gehabt zu haben, bei den Frauen waren es „nur“ 53 Prozent. Und wenn – oh Wunder – eine Beziehung zustande gekommen ist, sind einige Hürden zu überwinden: auf Platz eins rangiert mit fast 46 Prozent die Aufgabe die Beziehung geheim zu halten, darauf folgt die Herausforderung, Berufliches und Privates zu trennen und der Umgang mit Kollegen-Tratsch landet auf Platz drei.

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Schluss – und dann?

 

Und wie bei vielen Beziehungen hält die Büro-Liebe nicht lange an. 47,6 Prozent der Büro-Beziehungen gingen laut Studienteilnehmern in die Brüche, bei 16 Prozent davon ist die Trennung eher hässlich ausgegangen. Das Schlussmachen gestaltet sich vor allem deshalb sehr schwierig, weil nach einer Trennung meist Abstand gesucht wird – was im Büro eher schwierig ist, wenn das Gesicht, das man eigentlich eine Weile lang nicht sehen wollte, drei Meter weiter sitzt. Der Experte Markus Ernst rät dazu, durch Urlaub nehmen etwas Abstand zu gewinnen, die Pausen an verschiedenen Orten zu verbringen, und das Ende der Beziehung den Kollegen gegenüber offen zu kommunizieren – so beugt man Klatsch und Tratsch vor. Oder wir halten uns einfach an das alte Sprichwort unserer Großeltern – und verrichten unser Geschäft nicht dort, wo wir essen. Aber wer kann schon sagen, wo die Liebe hinfällt?

 

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Bildquelle: Unsplash unter CC0 Lizenz

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