Das Liebesglück liegt in den Genen

In ihrem Song „I’ve just seen a face“ singen die Beatles über die Unvorhersagbarkeit der Liebe. Über Zufall und ein bisschen Glück, das man braucht, um sich zu verlieben. Man muss zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein, den Blick genau in derselben Sekunde heben wie der oder die andere. Herzfrequenz und Atemrhythmus verdoppeln sich, während zugleich die Welt still zu stehen scheint. Ein Lächeln, ein Wort – und eine Geschichte fängt an, die sich in Endlosigkeit verliert. Eine wunderbare Vorstellung!

Der hoffnungslosen Naivität stehen sämtliche wissenschaftliche Erkenntnisse gegenüber. In der wirklichen Welt entsteht Zuneigung dann, wenn der Körpergeruch des einen auf den anderen wie ein Aphrodisiakum wirkt und die Spucke mit der des anderen harmoniert. Und auch die Gene spielen anscheinend eine Rolle. Mit dem richtigen Gen an der richtigen Stelle nämlich erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, einen Partner zu finden. Auf dieses Ergebnis kamen jetzt drei chinesische Wissenschaftler, die 579 Studenten getestet haben.

 

Einsam – und psychisch gestört

 

Den Forschungsergebnissen nach ist Cytosin das „gute“ Gen, das einem eine höhere Chance einräumt, seinen Beziehungsstatus von „Single“ auf „Vergeben“ ändern zu dürfen. Wenn man hingegen einen Guanin-Baustein an der falschen Stelle hat, sinkt die Trefferquote auf 40 Prozent – weil damit nämlich eine größere Schwierigkeit einhergeht, Nähe zuzulassen.

Und als ob das noch nicht reichen würde, hemmt Guanin nicht nur die Aussicht auf Liebesglück – nein, es erhöht zudem noch die Gefahr, psychisch zu erkranken. Aber eigentlich nicht verwunderlich, wenn man durch den Mangel an Nähe auch noch Depressionen bekommt. Ist ja dann eh schon egal, weil eh alles scheiße ist.

Eigentlich bin ich ein realistischer Mensch. Realistin, mit einem Hauch Pessimismus. Wenn es aber um die Liebe geht, pfeife ich auf den ganzen wissenschaftlichen Kram, auf die Studienergebnisse und Erkenntnisse. Ich glaube weiterhin, dass alles eine Frage des richtigen Timings ist – Gene hin oder her. Das mag naiv sein und kitschig ohne Ende. Aber das ist mir egal. Weil Liebe immer ein wenig kitschig sein muss. So, wie es halt auch all die großartigen Liebeshymnen der englischen Pilzköpfe sind.

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Bildquelle: Oleh Slobodeniuk unter CC BY 2.0

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