Liebe: Warum wir einen Seelenverwandten suchen

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Malen wir uns den perfekten Traumpartner aus, ähnelt das meistens eher einer kitschigen Hollywood Romantik. Wir suchen nach dem besten Freund, die Garantie für den besten Sex und einen immer verständnisvollen Wegbegleiter in einer Person. Einen Seelenverwandten eben. Jemand der zur gleichen Zeit genau dasselbe denkt, wie wir selbst und mit dem man ohnehin gar nicht sprechen müsste, weil ja Blicke schon genügen. Medien versichern uns zusätzlich, dass irgendwo da draußen genau diese eine Person existiert und außerdem gibt es ja auch genügend Geschichten, die uns zu beweisen versuchen, dass diese Vorstellung funktioniert. Es ist das Ideal der romantischen Liebe, das sich in unseren Köpfen verankert hat.

Warum das so ist? Ganz einfach. Egal wie unromantisch das jetzt klingen mag, aber auch die Liebe ist letztendlich „nur“ ein kulturelles Konstrukt. Wir Menschen leben in einer Gesellschaft und legen mithilfe unsrer Kultur fest, was „richtig“ und „falsch“, „normal“ und „unnormal“ ist. Die Kultur unterscheidet uns von den Tieren und ordnet uns einer bestimmten Gesellschaft zu. Sie verbindet und trennt gleichzeitig, auf teilweise brutale Weise. Und wie alles auf unsrer Welt unterliegt sie der Zeit, geht mit ihr oder bleibt stehen und lässt die Zeit ungeachtet weiterziehen.

Liebe als gesellschaftliches Konstrukt

Auch der Begriff Liebe und das, was wir uns darunter vorstellen, wandelt sich ständig. Was für eine unglaubliche Veränderung die Liebe im Laufe der Jahrtausende hinter sich gebracht hat, zeigt uns das Video von dem Medienportal Fusion. Von reinen Zweckehen bis hin zu der romantischen Bindung für ein Leben lang, ist alles dabei. Ob also die Suche nach dem Seelenverwandten unbedingt die „richtige“ Liebe ist? Oder ob wir einfach selbst entscheiden sollten, was wir denn für „richtig“ halten, ohne uns von kulturellen Gegebenheiten einschränken zu lassen, ist jedem selbst überlassen. Vielleicht müssen wir ja auch einfach nur warten, bis uns die Zeit eine neue Version der Liebe vorstellt, bis eine komplett andere Liebesgeschichte erzählt wird. Bis das aber so weit ist, können wir in Ruhe das Video schauen und uns wundern, über all die früheren Interpretationen der Liebe, die irgendwann mal so herrlich normal waren.

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Bildquelle: Titelbild iulia Pironea über CC by 2.0 und Video

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