Darum tragen jetzt auch iranische Männer Hijab

#meninhijab

Der Iran ist ein Land der Gegensätze: Während es auf dem Land undenkbar und skandalös ist, als Frau unverschleiert das Haus zu verlassen, sieht es in Großstädten oft ganz anders aus. Die iranische „Moralpolizei“ macht allerdings keinen Unterscheid  und verfolgt Frauen im ganzen Land, die sich der Schleierpflicht wiedersetzen.

 

Frauen fühlen sich herabgestuft

 

Mit der islamischen Revolution im Jahr 1979 schreibt die Regierung den Frauen im Iran vor, dass sie ihre Haare, Ohren, Hals und den Ausschnitt verdecken müssen. Beschlossen haben das nicht die Frauen selbst, sondern der zur Regierung gehörende Wächterrat, der sich aus Geistlichen und Juristen zusammensetzt. Widersetzt man sich dieser Regelung, muss mit Geldbuße und Gefängnisstrafe gerechnet werden. Für moderne iranische Frauen wird dieser Zustand allerdings immer untragbarer, sie fühlen sich herabgestuft und unterdrückt.

 

Mit Social Media gegen die Unterdrückung

 

Die iranische Aktivistin Masih Alinejad wollte nicht länger tatenlos zusehen und versuchte schon 2009 durch die Aktion #mystealthyfreedom etwas zu verändern. Auf Facebook posteten Frauen Bilder von sich, unverschleiert – skandalös für iranische Verhältnisse. Ihre Facebook Seite hat mittlerweile über eine Millionen Fans, wodurch eindeutig hervorgeht, dass viele iranische Frauen sich nicht länger verstecken wollen. Nun hat Masih Alinejad auch die Männer aufgefordert aktiv zu handeln. Mit Humor versucht sie nun auf die fragwürdigen Zustände im Iran aufmerksam zu machen: Aufgeschlossene Männer werden aufgerufen, sich mit den Frauen zu solidarisieren und Bilder von sich in Hijab hochzuladen. Mit Hilfe von Social Media kämpfen junge moderne Iraner nun gegen die altmodischen Regeln und plädieren dafür, diese ganz abzuschaffen. Unter dem #meninhijab können interessierte Männer Bilder posten und dadurch ihre Solidarität bekunden – eine witzige und hoffentlich wirksame Aktion.

https://www.instagram.com/p/BIhsNHfDhCr/?tagged=meninhijab

https://www.instagram.com/p/BIiNdVoBmeS/?tagged=meninhijab

Praktikantin: Gerade die Bachelor-Arbeit eingeworfen und schon auf dem Weg ins solide München. Nach 6 ½ Semestern der Soziologie und Politikwissenschaften in Köln, ist es nun an der Zeit den aufregenden Alltag eines Online-Magazins einmal hautnah mitzubekommen. Und was liegt da näher als ein Praktikum beim wunderbaren ZEITjUNG.