Warum wir an Beziehungen zu Narzissten zerbrechen

Narzissmus Beziehung Gewalt Psychologie Emotionen

„In anderen Beziehungen war ich auch genervt, ich war wütend, traurig, frustriert, alles. Aber ich war immer noch ganz. Und das ist wohl der große Unterschied. Diese Beziehung hat mich zerstört.“ Ich blicke nach rechts. In der goldenen Herbstsonne scheint die äußere Hülle unversehrt. Aber das ist auch die Krux an emotionalen Verletzungen – es bilden sich keine Schrammen auf der Haut, keine dunkelvioletten Blutergüsse überziehen Gliedmaßen. Und doch erzählt mir mein Gegenüber von emotionaler Gewalt, Abhängigkeit und einer Beziehung mit einem Narzissten.

Spieglein, Spieglein an der Wand

Selbstverliebtheit, Egozentrismus, Größenwahn – das sind die Charakteristika von Narzisst*innen. Wegen der Abwesenheit eines aus sich selbst heraus konstruierten Selbstbildes, wurde dies in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als pathologische Störung verstanden. Erst durch den Spiegel der Gesellschaft bekommen Narzisst*innen ein Konzept von sich selbst. Deswegen brauchen sie die ständige Bewunderung und das Lob von außen, der kleinste Funken Kritik würde die ideale Fassade bröckeln lassen.

Gleichzeitig, um dieses zerbrechliche Bild zu schützen, gehören Aggression und Selbstüberhöhung zu den Symptomen der Störung. In Kombination mit fehlender Empathie– Narzist*innen sind schließlich die Sonne, um die sich alles dreht – leiden vor allem ihre Nächsten emotional darunter.

Wenn ein Mensch zur Droge wird

Doch was heißt das nun für die Liebe zu so jemandem? Gewalt in Beziehungen ist nach wie vor ein Tabuthema. Erst recht, wenn die Misshandlungen psychisch sind, kann die Umwelt mit diesen nebulösen, unsichtbaren Wunden schwer umgehen. Es gibt wohl keinen Gradmesser dafür, wann etwas schmerzhaft oder zerstörerisch ist, wenn man die Scherben nicht sieht. Dazu kommt, dass Grausamkeiten selten mit ausgeschlagenen Zähnen und Veilchen beginnen, sondern mit Hochgefühlen und einem intensiven Liebesrausch. So erinnert sich mein Gegenüber daran, dass die Anfangsphase der reinste Honeymoon war. Fantastischer Sex, Komplimente, Aufmerksamkeit, spannende Aktivitäten, Endorphine, das Objekt der Begierde wird zur ganz persönlichen Glücksdroge.

Dr. Heinz Golling, Psychotherapeut in München, sieht in solchen absoluten Verschmelzungen das Problem. Diese Phase der Rauschhaftigkeit und Faszination suggeriert, dass zwei Individuen vollends ineinander verschmelzen. Gefunden haben sich allerdings nur psychische Komplementäre, die sich durch die Beziehung ganz und glücklich fühlen. Hilflose Prinzessin trifft Prinz, der sie vor Ungeheuern und Verantwortung rettet, ist so eine Kombination. Oder Mutter Theresa und Bad Boy. Doch wie jede Phase endet auch Wolke 7 irgendwann, der öde Alltag wird Realität und die Idealisierung zerbricht. Zurück bleibt eine narzisstische Kränkung und die Sehnsucht nach einem Wunschzustand, der sich aber einfach nicht mehr herbeizaubern lässt. Schuld daran ist dann natürlich der andere. Wer sich selbst eher als Masterpiece versteht als als unperfekt-perfekte Skizze, sieht den Handlungsbedarf ganz klar beim anderen.

Eine Beziehung mit Dr. Jekyll und Mr. Hyde

Diese Schuldzuweisungen sind der Grund für die darauf folgenden emotionalen Misshandlungen und Verletzungen. Das Waffenrepertoire ist dabei bunter als jedes Supermarktregal: von offener Aggression, Liebesentzug und Abwertungen, über Beleidigungen, Manipulationen und Lügen, bis hin zu Isolation, passiv-aggressivem Verhalten und Abhängigkeit.

In der Retrospektive ist allerdings das omnipräsente Zweifeln an der Realität am schlimmsten für mein Gegenüber. „Es ist das Gefühl von Kaugummi im Kopf. Alles ist zäh und klebrig, und man weiß schon lange nicht mehr, was richtig oder wahr ist.“ Diese Partnerschaften werden so zur realen Interpretation der Stevenson-Novelle „Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde“. Denn während in der Öffentlichkeit alles perfekt scheint, können die eigenen vier Wände zur persönlichen Hölle werden. Gegebenheiten werden unterschiedlich erinnert. Und irgendwann ist nicht mehr klar, wer hier wen manipuliert: Ist es der oder die Partner*in, die hier Misstrauen sät, oder gönnt das Umfeld einem nur nicht diese Liebe?

Egal, ob jemand täglich das Blut vom Fußboden wischt oder die Scherben seinen eigenen Egos zusammenkehrt – wer sich selbst in einer Gewaltbeziehung findet, sollte natürlich Hilfe und vor allem das Weite suchen. Der erste Schritt ist dabei überhaupt zu erkennen, dass emotionale Misshandlungen nicht Teil einer Partnerschaft sein sollten und man stattdessen wieder eine eigene, gewaltfreie Version von Normalität findet.

Warum Identitäten am Beziehungsende zerbrechen

Doch trotz aller guter Ratschläge und aller Wunden ist es schwer, sich aus diesen Beziehungen zu lösen. Dr. Heinz Golling erklärt im Interview mit ZEITjUNG, dass in diesen Gewaltbeziehungen beide Partner*innen narzisstische Anteile haben. Das Gefühl von Ganzheit und die Überwindung der inneren Leere werden scheinbar innerhalb der Beziehung überwunden. Doch deshalb fühlt sich jede Trennung wie das emotionales Zerbrechen der eigenen Identität an.

Anstatt zu sagen, dass wir an Beziehungen kaputt gehen, wäre es demnach korrekter zu fragen, ob wir jemals komplett waren. Und das ist vielleicht ein grundsätzlicher Gedanke, um sich gegen die pandemische Ausbreitung narzisstischer Tendenzen aufzulehnen: Wie können wir lernen, mehr bei uns zu sein, uns mehr aus uns selbst heraus zu definieren als über unsere Umwelt und ihre Reaktion auf uns?

Comments
  • Simon

    ACHTUNG, DAS WIRD SEHR LANG:

    Hallo ihr Lieben,

    hier schreibt euch ein Mann. Ich habe mir viele eurer Kommentare durchgelesen und bin leider im gleichen Boot wie ihr, nur eben auf der anderen Seite. Ich liebe eine Frau, die mich immer wieder enttäuscht und psychisch misshandelt. Inzwischen ist es soweit gekommen, dass ich nicht mehr schlafen kann, wenn ich es tue, dann träume ich von ihr. Ich zweifel an mir selbst so stark wie noch nie und am liebsten würde ich einfach nur sterben.
    Ich bin 38 Jahre alt, habe einen guten Job, nicht auf den Kopf gefallen und muss mich nicht optisch wirklich nicht verstecken. Meine Freunde und Familie wollen das Thema gar nicht mehr hören, so lange zieht es sich schon hin. Niemand kann mich verstehen, es heißt dann immer „Was willst du mit der Psychopathin?“ „Du kannst so ziemlich jede Frau haben, die du willst.“ „Sie wird dich komplett zerstören“ etc. Aber ich liebe sie. Zumindest glaube ich das.

    Zu ihr: sie ist sehr hübsch, intelligent, sehr wortgewandt, hat eine tolle Ausstrahlung die sehr einnehmend ist und kann der süßeste Mensch sein, den ich je kennengelernt habe.
    Aber sie redet auch schlecht über ihre eigenen Freundinnen (alles Schlampen) und Familie, kocht nicht, putzt nicht und vernachlässigt ihr Kind sehr stark. Ernährt sich extrem ungesund und neigt zu starken Oberflächlickeiten (4.000 Selfies auf ihrem Laptop)

    Insgesamt sind es vier Jahre, die ich mit X inzwischen zu tun habe, die ersten zwei davon in einer festen Beziehung. Sie selbst ist zehn Jahre jünger als ich, hat ein Kind von der Beziehung (+Heirat) davor. Ihr Partner hatte zu der Zeit noch bei ihr gelebt, laut ihr war aber schon lange der Ofen aus. Als ich in ihr Leben getreten bin, hat sie ihn sehr schnell aufgefordert zu gehen. Was er auch zögerlich gemacht hat. Am Anfang war alles einfach fantastisch, nach und nach erkannte ich aber Dinge, die einfach nicht passten.
    Immer wieder gab es Nachrichten von ihrem Ex, auch zu später Stunde. Als ich sie aufforderte, diesen Kontakt zu unterlassen wenn er sich nicht auf das gemeinsame Kind bezieht, willigte sie sofort ein.
    Dann war erstmal Ruhe. Nicht lange.
    Einmal sah ich wie sie aus Versehen eine Nachrichten aufmachte, geschrieben von ihm (es waren die ersten im Chat, die davor waren gelöscht). Er schrieb „ich dich auch“ und „versuche mir zu zeigen dass du an mich denkst, wenn es geht“.
    Eines Nachts nahm ich ihr Handy und konnte feststellen, dass sie seit Anbeginn der Beziehung Kontakt mit ihm hielt. Nachrichten aus dem Urlaub, Nachrichten spät Nachts, Nachrichten in denen sie ihm sagte, jetzt nicht mehr zu schreiben, da ich kommen würde. Darauf angesprochen, erzählte sie mir dass sie sich um ihn kümmern wolle, da er nicht über die Beziehung hinweg kommen würde. Ich wollte mich trennen, aber konnte es nicht durchziehen. Immer wieder merkte ich, dass der Kontakt nicht aufhörte, immer wieder tischte sie mir neue Begründungen (Lügen) auf, warum sie mit ihm schreiben müsse. Eine neue Begründung war, dass er sie erpresse wegen des gemeinsamen Kindes. Warum er sie erpressen konnte, hat sie mir nie sagen wollen.
    Trotzdem wollte ich nicht von ihr ablassen, ich liebte unsere Zeit so sehr.
    Sie belog mich auch in anderen, recht banalen Dingen immer wieder. Eine Sache, aus der ich tatsächlich sehr viel Schaden gezogen habe war, dass mir ein Zahn gezogen wurde. Dafür hatte ich extra davor eine Zahnzusatzversicherung abgeschlossen. Da sie bei einer Versicherungsgesellschaft arbeitet und meine Kundenberaterin war, gab ich ihr meine Unterlagen, die sie dann einschicken wollte. Als es soweit war und ich die Zusatzversicherung in Anspruch nehmen wollte, erfuhr ich, dass die Unterlagen nie angekommen waren. Darauf angesprochen, konnte sie sich nciht erklären, warum. Es sei wohl ein Fehler auf Seite des Zusatzversicherers gewesen. Seitdem habe ich eine Zahnlücke, da eine Selbstzahlung einfach zu kostspielig ist.
    Wenn ihr glaubt dass es das war, liegt ihr falsch. Ab da ging es erst wirklich los.
    Wir zogen in unsere gemeinsame Wohnung, es lief ab da richtig gut. Nur einen Monat später verkündete sie mir, schwanger zu sein. Ich fragte nicht nach dem Test. Wieso auch, ich wollte und konnte mir nicht vorstellen, dass jemand diesbezüglich lügen würde.
    Als es zum ersten Trimester Termin kam, lief es plötzlich schief. Termine wurden „angeblich“ von Seiten der Arztpraxis abgesagt. Sie behauptete aber dann trotzdem zu einem Termin gegangen zu sein, ohne mich. Da hätte der Arzt ihr gesagt, wie viel das Kind wiegen würde, wie groß (quasi personifiziert) und dass er auch schon bald das Geschlecht bestimmen könne. Als der folgende Termin abgesagt wurde rief ich selbst bei der Praxis an. Dort wurde mir gesagt, dass es nie Termin gegeben hätte und auch keine ausgemacht wurden. Auf meine Frage hin, ob sie denn schwanger sei, hieß es „reden sie mit ihrer Freundin besser“. Darauf angesprochen beteuerte sie, das Kinder im Urlaub verloren zu haben (ich war nicht dabei), sie hätte es verloren und sich den „rest“ in einer Klinik bei uns zuhause wegmachen lassen. Hätte es mir aber nicht gesagt, weil sie sich schuldig gefühlt hätte. Als ich einen Beweis dafür haben wollte dass das wenigstens wirklich passiert sei, präsentierte sie mir ein Dokument. Eines das, nachdem ich nachgeforscht hatte, sich als gefälscht herausstellte, inklusive gefälschter Unterschrift des Chefarztes der Klinik. Sie hatte sich ein Dokument von einem Besuch einige Jahre davor per Email zukommen lassen und das dann per Photoshop bearbeitet. Der Chefarzt sah zu ihrem Glück von einer Strafverfolgung ab – zumal er kurz vor der Rente war und es ihm „einfach zu blöd war“.
    Ich trennte mich am gleichen Tag von ihr, stritten aber weiterhin. Der Verlust eines möglichen Kindes hat tiefe Spuren bei mir hinterlassen, ich wollte wissen ob es wenigstens jemals eines gab. Als ich mich mit ihr traf und sie dann bat, beim Frauenarzt anzurufen um ein Dokument für die Feststellung der Schwangerschaft anzufordern, legte sie auf sobald in der Praxis der Hörer abgenommen wurde auf und schrie mich danach an, dass ich sie reinlegen wollen würde.
    Nach ein paar Wochen Sendepause fingen wir wieder an zu schreiben, trafen uns, hatten Sex. Ich liebte sie trotzdem. Bald musste ich feststellen, dass ihr Exfreund auch wieder am Start war. In der Nacht, als sie mir dann endlich zwei Monate später das Dokument zur Feststellung der Schwangerschaft überreichen wollte, war ihr Ex auf einmal vor der Tür und griff mich tätlich an.
    So ging es über Monate weiter, sie wollte immer den Kontakt halten, es war ihr wichtig Zeit mit mir zu verbringen, sie sagte „nie jemand so geliebt zu haben, wie mich“, sie wolle alles ins Lot bringen, etc. Nur tat sie das nie, egal wie sehr sie darauf schwor es zu tun.
    Rund sechs Monate später legte sie mir eine Bescheinigung vor, entzog sie mir dann aber auch sofort wieder. In einer ruhigen Minute alleine machte ich noch schnell ein Foto. Ich traue mich bis heute nicht, dieses Dokument beim Frauenarzt verifizieren zu lassen. Es gruselt mich davor. Wahrscheinlich ist auch das gefälscht. Alle Indizien sprechen dafür.
    Uns ging es zwar besser und der Ärger ebbte ab, aber trotzdem wollte sich sich nicht zu mir bekennen. Ihre Familie hasste mich, sie versteckte mich vor ihren Freunden. Kein Wunder sagen die Leute um mich herum, „was glaubst du was sie denen über dich erzählt“.
    Als ich merkte, dass sie einfach nicht so zog, wie sie es behauptete zu tun, musste ich die Reisleine ziehen. Ich nahm im Mai 2018 einen Job im Ausland an, ich hatte gehofft so über sie hinweg zu kommen und heilen zu können. Kaum war ich weg, ging sie wieder dazu über, mich zurück haben zu wollen. Der Kontakt sollte gehalten werden, wir sollten es einfach mal probieren sagte sie. Natürlich habe ich mich, dämlich wie ich war, darauf eingelassen. Alle meine Versuche, dass sie mich mal im Ausland besuchen würde, schlugen fehl – wegen ihr. Immer gab es einen anderen Grund warum sie nicht konnte, egal wie skurril sie waren. Der Kontakt brach ab für einen Monat, aber ab Oktober 2018 waren wir wieder ein Herz und eine Seele, auch wenn 2000 km zwischen uns lagen. Endlich konnte ich sie überreden zu mir zu kommen, alles war geplant, ich buchte ihr einen Hin- und Rückflug. Fünf Stunden bevor sie in den Flieger steigen wollte, sagte sie ab. Es sei etwas dazwischen gekommen. (Ich weiß, ich bin dumm)
    Bei einem meiner allmonatlichen Besuche in der Heimat trafen wir uns, hatten Sex, es war wieder alles gut. Im November sagte sie mir, schwanger zu sein. Erneut. Ich sagte ihr, dass wir das schaffen können, wenn sie mal endlich aufhört, so skurille Sachen zu machen. Das hielt fünf Tage, dann flippte sie wegen Banalitäten erneut aus. Da fasste ich mir ein Herz und sagte ihr, dass das einfach keinen Sinn macht und ich kein Kind mit jemanden will, der offensichtlich jeden zweiten Tag einen kompletten Zusammenbruch habe.
    Für einige Wochen war Pause, dann kam ich über Weihnachten 2018 für drei Wochen nach Hause. Wir trafen uns, verbrachten fast jeden Tag zusammen, wir entschieden uns, es erneut zu probieren. Sie behauptete, inzwischen so weit befördert worden zu sein, dass sie fünf Tage die Woche in Hamburg in der Zentrale der Versicherung arbeiten müsse, und mehr oder weniger gezwungen sei, dort hin zu ziehen. Wenn ich es möglich machen könne, dann soll ich dort hinkommen und wir starten von vorne. Ich machte es möglich. Da eine Zweigstelle meiner Firma dort ansässig war, konnte ich ohne Stellenverlust unkompliziert wechseln. Das war im März 2019. Was jetzt kommt, kann sich jeder, der bis dahin noch gelesen hat, denken.

    Auf einmal kam es zu Komplikationen meinte sie. Die Tochter würde auf einmal nicht mehr wollen und sie sagte „ich kann ncihts machen“. Komisch, da, wenn ich mit der Tochter gesprochen hatte in den Tagen zuvor, sie Feuer und Flamme für den Umzug war. Ihre Tochter und ich hatten immer ein fabelhaft gutes Verhältnis.
    So ging ich nach Hamburg, nur war das Problem dass sie behauptet hatte, eine Dienstwohnung für uns dort klar gemacht zu haben. Aber, nicht nur kam sie nicht, auch die Dienstwohnung existierte nicht oder sie schaffte es einfach nicht, sich darum zu kümmern. Weil erneut eine skurrile Begebenheit die nächste jagte.
    Ich musste zwei Wochen lang von Hotel zu Hotel huschen und 1.500 Euro dafür hinlegen um ein Bett am Abend zu haben. Sie behauptete krank geworden zu sein, zuerst eine Grippe und dann, ab der dritten Woche psychisch. So sehr, dass sie nicht mal mehr aus dem Bett kommen würde. Atemprobleme, Gewichtsverlust, etc.
    Dann entschloss ich in die Heimat zu fliegen um Nägel mit Köpfchen zu machen. Am Tag meiner Ankunft sah ich sie auf der Straße, sie kam gerade vom Haartermin, hatte sich frische Extensions machen lassen. Obwohl sie eigentlich todkrank war. Ich traf mich am Abend mit ihr und beendete die Geschichte. Das wars…. für Erste.
    Durch Glück fand ich sehr schnell eine Wohnung und fing an meine Wunden zu lecken. Ich fing an zu Daten, konnte mich aber nicht auf andere Frauen emotional einzulassen, da ich einfach gebrochen war (und es immer noch bin). Ich bin ein recht attraktiver Mann, kann mich gut ausdrücken und bin recht charismatisch. Frauen suchen den Kontakt zu mir und wollen Beziehungen mit mir. Aber daran kann ich nichtmal denken, es gibt nur sie in meinem Kopf.
    Sie suchte alle paar Wochen wieder den Kontakt zu mir, aber ein Treffen hier in Hamburg kam nie zustande.
    Im Juni dann war ich wieder für eine Woche in unserer gemeinsamen Heimat und traf sie dort. Sie hatte große Töne gespuckt, meinte es verstanden zu haben. Ich ging mit hohen Erwartungen in die Treffen, ich hatte erwartet dass sie alles offenlegt, wirklich erklärt was passiert sei und wirklch mal aufräumt. Stattdessen tat sie so als wäre nie etwas gewesen und wollte einfach nur „eine gute Zeit“ haben, damit wir wieder ein „gutes Gefühl“ füreinander bekommen. Das enttäuschte mich sehr, zumal ich wirklich erwartet hatte, dass sie sich ein Bein ausreisst, alles aufzuklären und am dritten Abend platzte ich vor Wut. Wir hatten Sex und mittendrin stieß ich sie weg und wollte einfach nur gehen. Das war dann das Ende unserer gemeinsamen Zeit während meines Aufenthalts (Jetzt im August erzählte sie mir, dass das das Schlimmste für sie war. Die größte Erniedrigung, die eine Frau erleben könne, schlimmer noch als eine Vergewaltigung und dass sie das nachhaltig verändert habe)
    Im Juli dann versuchte sie mich erneut hier in Hamburg zu treffen, jedoch war das Timing unglücklich und es kam nicht zustande. Dann war einen Monat Pause, bis jetzt im August.
    Auf einmal hatte ich ein tiefes Verlangen danach, sie zu sehen und zu sprechen. Also kontaktierte ich sie. Es war sehr schön, sie sprach sehr besonnen und sagte all die Dinge, die man hören will. Sie meinte es verstanden zu haben und bat mich, dass wir es langsam angehen würden.
    Sie war zu der Zeit im Urlaub und da ich zur Zeit ihrer Heimkehr auch in der Heimat war, wollten wir uns dort treffen. Sie sagte mir wieder mich zu lieben, mich sofort heiraten zu wollen, da ich ihr Traummann sei. Da entwickelte ich natürlich sehr viel Hoffnung. Aber, meine Psyche inzwischen so fragil, fing ich an sie ständig zu hinterfragen. Wer sind all die Typen auf Instagram denen sie auf einmal folgt? Wieso liket sie auf einmal Bilder von Schönlingen? Mit wem schreibt sie gerade? Sachen die mich davor nichtmal tangiert hatten, waren jetzt der Grund für massive Eifersuchtsattacken. Als es auf ihre Heimreise hinzu ging, war es ihr auf einmal zu viel. Sie sei schon viel weiter als ich und ich hätte es nicht verarbeitet. Sie wollte plötzlich jeglichen Kontakt abbrechen und sich Zeit für sich nehmen. An dem Wochenende als sie dann da war, war ihr Auto nirgendwo zu sehen. Als sie dann in der Folgewoche wieder in Hamburg war, weigerte sie sich mit mir zu treffen, ignorierte mich und wollte „nicht so gestresst werden“, antwortete erst spät nachts und bezeichnete meine Nachrichten als „irrelevant“. Sie wollte nicht mit mir telefonieren und mich „vielleicht“ mal treffen. Mir ging es immer schlechter, ich konnte nicht mehr essen, nicht mehr schlafen, ich war nur noch apathisch.
    Per Instagram Story erfuhr ich dann, dass sie gar nicht mehr in Hamburg, sondern zurück in Bayern war. Auf meine Nachfrage, wo sie denn sei, erwiderte sie in Hamburg zu sein. Mehrmals. Als ich sie zur Rede stellte, sagte sie dass ich gruselig sei und sie keinen Bock auf Stalkerscheisse habe. Als ich sie auf den Verbleib ihres Autos an dem Wochenende, als ich da war, ansprach, sagte sie es wäre dort gewesen. Aber natürlich war es nicht da, es war nicht einmal zu sehen. Wo sie dann dementsprechend war, kann man wohl vermuten. Warum sonst würde sie lügen. Am gleichen Tag fand ich auch heraus, dass sie diese hohe Position in ihrem Unternehmen gar nicht bekleidet, sondern eigentlich nur Servicezentrumsleiterin in der heimatlichen Region ist (was mich vermuten lässt, dass sie nie geplant hatte, hierher zu ziehen. Mich aber bei vollem Bewusstsein ins offene Messer hat laufen lassen).
    Ich war entsetzt und brach den Kontakt daraufhin ab. Ich hatte gedacht sie hätte es verstanden, ich hatte wirklich Hoffnung dass der Mensch, den ich so liebe, endlich erwachsen geworden ist.
    Die Ende von der Geschichte? Sie hat mich blockiert, will nichts mehr von mir hören und ich bin am Boden zerstört. Was ich aber nicht sein sollte. So weit hätte es niemals kommen dürfen, ich hätte schon vor zwei Jahren das Handtuch werfen sollen. Sie hat mir unmenschliche Sachen angetan und trotzdem habe ich ihr immer verziehen. Aber ich hänge immer noch an ihr und hasse mich selbst. Mein Selbstwertgefühl befindet sich inzwischen im Minusbereich.
    Warum liebe ich sie so sehr und mich selbst kein bisschen? Ich brauche Hilfe!!!!

    29/08/2019
    • Carmen

      Lieber Simon…
      Das ist so furchtbar, dass ich kein Wort sagen konnte, was dich tröstet. Ich befinde mich anders… Und auch völlig zerstört in einer solchen Verbindung… Habe alles verloren für Lügen und Grausamkeiten…
      Und krieg nichts mehr hin… Mein eigenes, inneres ich… Ist irgendwie so schwer verletzt.
      Ich umarme dich und wünsche uns allen einen Funken Kraft … So dass wir diese kleinen Schritte Richtung Herz gehen können…

      Carmen

      27/09/2019
  • Lucy

    Hallo Mia, ich leide mit Dir und weiß genau, wie es Dir geht. Ich habe den „perfekten“ Narzissten“ in meinem Leben. Er ist mein Chef und es war der grösste Fehler meines Lebens, mich auf eine Beziehung mit ihm einzulassen. Heute, nach über 10 Jahren Manipulation, Schmerz und unzähligen Tränen bin ich am Ende. Jeden Morgen, wenn ich die Augen aufmache und weiß, ich muss zur Arbeit, wünschte ich mir, ich wäre tot. Er hat mich emotional und finanziell abhängig gemacht, und ist sich seiner Macht und Überlegenheit absolut sicher. Inzwischen macht er sich nicht mal mehr die Mühe, seine Affären zu vertuschen, und sucht selbst an meinem Rechner im Büro nach Verabredungen zum Sex. Trotzdem schwört er mir jeden Tag seine Liebe, sagt, das ich Alles für ihn bin, überschüttet mich mit Geschenken und Liebesnachrichten. Das ist so krank! Ich könnte mich übergeben, wenn ich ihn sehe und trotzdem komme ich bis jetzt nicht von ihm los. Aber ich kämpfe darum, und hoffe, es gelingt mir. Und ich hoffe auch, das ich mir selbst irgendwann einmal verzeihen kann, das ich so dumm war, auf so einen Menschen hereinzufallen. Was mich am meisten deprimiert ist die Tatsache, dass die Foren voll sind mit gebrochenen Frauenherzen und ich mich ernsthaft frage, ob es nur noch solche kranken Männer gibt. Wir Frauen sollten viel mehr zusammenhalten, denn dann hätten solche Typen es viel, viel schwerer. Euch allen viel Kraft. LG Lucy

    25/06/2019
  • Karin

    Er hat mich entsorgt, in der Nacht, nach dem Sex als ich nackt in seinen Armen lag hat er Schluss gemacht. Ich bin fast gestorben. Depressionen, Tabletten, Alkohol. Ganz langsam geht es besser. Langsam. Hochachtung vor allen, die es schaffen sich von den „Kreaturen“ zu lösen. Er hat nur 16 Monate gebraucht um mich von einer selbstbewußten Frau in ein seelisches Wrack zu ändern. Kritik, Idealisierung seiner (verstorbenen) Freundin, Abwertung meiner Selbst, meiner Freunde, meiner Umgebung. Immer die unterschwellige Ansage, ich verlasse Dich. Sexsucht. Und ich hab mitgemacht, habs gemerkt und nicht merken wollen. Unterleibschmerzen, kein Befund, sind jetzt, 2 Monate danach fast weg.

    28/05/2019
  • Maria

    Hallo Cora,

    Ich weiß nicht, in welchem Stadium du gerade steckst. Du hast deine Situation schon recht gut erkannt. Eigentlich hat dein Narzisst es sehr gut mit seiner Freundin und dir. Zum Verständnis und aus eigener Erfahrung heraus bedeutet seine Freundin für ihn der sichere Hafen, und über dich regelt er sein dringendes Bedürfnis über Nähe und Distanz ungehindert bestimmen zu können. Eins sei dir gewiss, hättest du deutlich höhere Qualitäten, als seine Freundin, welche er für sich nutzen kann, hätte er seine Freundin schon längst, ohne mit der Wimper zu zucken, verlassen. Das tut ein Narzisst fast immer. Die Freundin ist ihm entweder zutiefst ergeben, oder, die zweite Variante, sie liebt ihn nicht. Ihre fehlende echte Liebe lässt dann nicht zu, dass er sie emotional tief verletzen kann, somit hält sie es wunderbar aus, weiß vielleicht nicht einmal von seiner narzisstischen Seite. Sowas funktioniert wunderbar in Zweckgemeinschaften. Gehen wir davon aus, du hast es tatsächlich mit einem Mann zu tun, der starke narzisstische Tendenzen hat, dann solltest du dich unbedingt schützen und sofort abgrenzen. Er wird sich niemals für dich entscheiden, für ihn ist das so wunderbar. Du wirst ihn nicht ändern. Änder du dein Verhältnis zu dir. Sei gut zu dir und stärke deine Stärken. Du brauchst dich noch.

    Viel Glück
    Maria

    27/05/2019
  • Cora

    Hallo an alle Mitleidenden und Betroffenen! Nach monatelanger „Recherche“ über Narzissten etc. bin ich nun auf diesen Artikel und eure Kommentare gestolpert. Einerseits schön zu wissen, dass es auch andere gibt, die diesen Gewaltakt genauso erlebt haben wie ich – andererseits echt traurig, dass auch ihr diese Höllenqualen erfahren musstet!
    Und ich war nicht einmal in einer offiziellen Beziehung mit einem Narzissten, sondern bin „nur“ seine Affären-Frau. Knappe anderthalb Jahre krankmachende Achterbahnfahrt, Liebesbekundungen gefolgt von Liebesentzug und Abwertungen… Am Anfang war alles so toll, als hätte ich (in meiner Rolle als Mutter, Ehefrau – mit unglücklicher Ehe – und „Heimchen“) endlich den Traumprinzen gefunden, mit dem ich alles erleben und teilen kann. Hobbies, Beruf, Sex, Freizeit, einfach alles. Dabei war das mit dem Sex zB retrospektiv am Anfang gar nicht mal so toll – aber eben regelmäßig. Er ist für mich wie eine Droge geworden. Ein Kick, Hochgefühle, dann wieder warten und Leiden bis zum nächsten mal. Trotz der Tatsache, dass ich zwischenzeitlich sowohl psychisch als auch physisch (Schlaflosigkeit, Ohnmachtsanfälle, die totale Erschöpfung, Dauerzittern…) komplett am Ende war, hab ich immer und immer wieder auf seine Lügen vertraut, mich einlullen lassen und gewartet. Hoffnungsvoll. Da ändert sich doch was, er wird mich doch bestimmt vermissen und merken, dass ich sein Ein und Alles bin. Er wird seine Freundin verlassen…. Es ist so verdammt schwer und tut so unendlich weh, zu begreifen, dass das alles nur ein ganz großes Schauspiel war (ist). Momentan ist gerade wieder warm halten seinerseits angesagt. Und ich weiß absolut noch nicht, wie ich es schaffen soll, standhaft zu bleiben, ihm zu entsagen und wieder zu mir zu finden :-( Es ist ein tagtäglicher Kampf ums nackte Überleben.
    Was mich ja wahnsinnig umtreibt, ist die Frage: wie hält das seine Freundin schon über 10 Jahre aus?!? Zugegeben war ich immer neidisch und eifersüchtig, dass sie die Frau an seiner Seite seid „darf“. Mittlerweile schlägt es eher in Mitleid um, dass sie diejenige sein „muss“.
    Vielleicht hat jemand von euch mal eine plausible Antwort für mich!
    Allen, die den Absprung schon geschafft haben: tausend Glückwünsche! Allen, die es noch vor sich haben: maximale Erfolge!!!!
    LG

    17/03/2019
    • Unbarmherzig

      Hallo Cora,

      zuerst das Spiel zu verstehen ist ein Anfang, was du benötigst ist deine eigene Fülle und den Blick auf die Realität. Die schwierigen Menschen können nicht lieben, und möchtest du die nächste sein, die er betrügt?

      Egozentrisch und ausbeuterisch, selbst so abhängig von Bewunderung, dass es so einem Mann NIE genug sein wird.

      Zurück zu dir selbst und rein in Verantwortung, das eigene Leben dreht sich sonst nur noch um den schillernden BLENDER.

      Die Sucht und Sehnsucht ist ein Hinweis, woran es dir mangelt. Du interessierst ihn 0, er holt sich bei dir, was er will und braucht, ohne Rücksicht auf dich.
      Tu dir das nicht an, ich habe das irgendwann realistisch gesehen und mein eigenes Leben gelebt. Ist glücklich und VIEL VIEL BESSER.

      Liebe Grüße

      29/03/2019
      • Sonja

        Hallo…ich stecke gerade mitten in dem „Entzug“ der letztendlich einer ist..ich kann nur jedem raten das Buch wie werde ich erfolgreich eine co-narzisstin zu lesen….dieses hat mich dazu gebracht auszusteigen.. Und ich kann euch sagen so schlecht wie es mir geht gleicht einem Entzug..ich hätte mir nie vorstellen können in sowas zu geraten..das ein Mensch so niederträchtig, böse, sadistisch und emotionslos sein kann hätte ich mir nie vorstellen können… Realität und Alptraum …ich habe derzeit nicht viele Worte… Da ich derzeit einfach zu sehr damit beschäftigt bin die Scherben einzusammeln.. Allen denen es auch so ergeht wünsche ich viel Erfolg und für die die mittendrin stecken lauft um euer Leben… :-( liebe Grüße Sonja

        27/05/2019
    • Lisara

      Hallo Cora!
      Beinder Recherche über meinen Ex-Freund bin ich auf dein Kommentar gestoßen. Es ist schreklich was du erlebst und ich kann dir nur ganz ganz dringend davon raten dich von ihm zu lösen. Ich weiß wirklich wie schwierig das ist. Ich war 15 als ich meinen damalige Freund kennen lernte. Ich war jung, unerfahren und manipulierbar. Am Anfang war alles toll doch es wurde schlimmer d.h. Beleidigungen, Kontrolle über mein Leben und ich war einfach völlig abhängig von ihm. Geendet hat es damit, dass ich mit einem blauen Auge und einer Gehirnerschütterung im Krankhaus gelandet bin. Damals war ich 16. Und ja auch ich konnte mich letztendlich von ihm trennen. Nachdem ich ihm noch monatelang nachgelaufen bin. Ich war einfach völlig abhängig und wusste nicht wie mein Leben ohne ihn weiter gehen soll. Ich bitte dich wirklich: trenn dich von diesem Mann!! Ich weiß es ist unendlich schwer und es ist als würde einem jemand die ganze rosarote Welt zertrümmern die man sieht und die man sich, leider Gottes, nur einbildet! Heute, nachdem ich mich von ihm getrennt habe, geht es mir so viel besser und ich kann wieder ich selbst sein. Ich hätte das niemals erwartet aber ich bin so unendlich dankbar dass es vorbei ist. Auch wenn du dir das jetzt nicht vorstellen kannst wird es dir danach viel besser gehen und du wirst dich hinterher fragen weshalb du überhaupt so an diesem Mann gehangen hast. Bleib stark! Lg

      P.S. Über Rückmeldung würde ich mich sehr freuen weil ich schon lange mal mit einer Mitleidenden sprechen wollte!

      06/04/2019
      • Cora

        Hallo Lisara (und alle anderen, die mir hier schon vor Monaten geantwortet haben)!!
        Ich war selbst erschrocken, als ich gesehen habe, wie lange es schon her ist, dass ich hier meine Geschichte in Eckpunkten aufgeschrieben habe. Es ist, als wäre mein ganzes Sein ohne Zeit und Raum… und auch nach diesen vielen Wochen ist es noch immer ein innerlicher Wettstreit zwischen tief schmerzendem Leid und Endorphinrausch. Warten auf das nächste mal, diese nicht zu knüppelnde (sinnlose) Hoffnung… ;-( ich weiß, er schadet mir und doch kann und WILL ich mir einfach nicht vorstellen, ganz ohne ihn zu sein. Keine Ahnung, wie er es immer wieder hinbekommt, mich glauben zu lassen, dass da mehr ist als diese schillernde Fassade.
        @Unheilig: ich gebe offen und selbsterniedrigend zu, dass ich lieber von ihm betrogen sein möchte, als ihn komplett aus meinem Leben zu streichen.
        Oh Gott, so sehr hat er mich gebrochen und zerstückelt, dass ich den Sinn für die Realität total verloren habe! Als hätte ich meine Seele an den Teufel verkauft und kann den Handel nicht mehr rückgängig machen.
        Ich habe mir nun auch das Buch bestellt, wie man erfolgreiche Co-Narzisstin wird und ziehe es in Erwägung, mir doch noch professionelle Hilfe zu suchen, weil ich mir selbst nicht mehr glaube und vertraue. Der totale Hirnfick…
        So ganz „nebenher“ hab ich ja auch noch meine Arbeit … und Kinder … und einen Mann, dem ich absolut nichts mehr abgewinnnen kann. Habe mir eine Wohnung gesucht und funktioniere nur noch. Umzug und Suizid auf Raten, sozusagen. Plus die finanzielle Mehrblelastung. Der Narzisst hat mich komplett selbst zerstört, in jeder Hinsicht. Und obwohl ich besser wütend sein sollte, klebe ich an ihm – ausgekaut und totgeliebt. Scheiße, echt! :-(

        08/07/2019
        • Survive

          Hallo Cora,
          ich habe dasselbe erlebt, wie du gerade. Ich habe allerdings seit fast zwei Monaten keinen Kontakt mehr und konnte so meine Kraft wieder finden. Mein Affären-Narzisst hat mich fast ungebraucht. Ich habe zum Schluss seine feste Partnerin angeschrieben, ich wusste, dass er dann weg ist und hatte recht. Meine ehe steht kurz vor der Scheidung, meine Kinder haben zwei Jahre furchtbar durch alles mitgelitten. Ich wohne jetzt allein und muss mich erstmal wieder finden. Du schaffst den Ausstieg, wenn es unerträglich für dich wird, ist vielleicht noch nicht so weit. Ich war auch extreeeem leidende reit. Hat er sich auch immer drüber gefreut, dass ich „nur ihm so viel verzeihe, wie noch niemand anderem…
          Er war zum Schluss recht offen, sagte mir auch, dass er schon an einer dritten und vierten Frau dran ist. ?‍♀️

          17/08/2019
          • Elke

            Hallo Survive,
            eie schaffst du es den Nicht-Kontakt Aufrecht zu erhalten? Ist es so, dass er dich „gelöscht“ hat oder bist du stark? Ich habe mich nach 22 Jahren Ehe mit einem Narzissten in so ne Art on-off-Beziehung mi ihm begeben. Er hat mich 8 Jahre ohne meines Wissens mit mehreren Frauen betrogen. Bis eine sich dann bei mir gemeldet hat. Er 45 und sie eine 24jährige Prostituierte mit der er jetzt zusammenlebt aber wohl doch nicht glücklich ist. Wir haben dennoch Kontakt und er kommt doch nicht irgendwie von mir los und ich nicht von ihm. Brainfuck 24/7 vorprogrammiert. Auf die Einzelheiten, die er als Narzisst so an den Tag legt brauche ich nicht schreiben denn die kennen wir alle. Ich habe professionelle Hilfe und nehme Schlaftabletten. Treibe extrem viel Sport bis zur Ohnmacht. Hab meinen Job gewechselt. Alles Versuche mein Leben wieder zu ordnen. Komme beschwerlich voran und dann dreht sich alles um Kopf und eh ich mich versehe hänge ich wieder am Hörer und rufe ihn an. Ich bin müde und fertig. Komplett ausgelaugt. Wie schafft man einen sauberen Schnitt ohne je wieder zurücktigucken?

            29/08/2019
        • Carmen

          Meine Geschichte.. Eins zu eins… Nur, dass ich sehr schnell klare Verhältnisse schuf. Haus verkauft, meinen Mann verlassen.. Es war mir so wichtig, alles für uns im Ordnung zu bringen, klare Linie. Er hatte gezeigt, dass er mich will… Mit mir leben möchte. Wir. Die Kinder.. Seine und meine…
          Alles. Versprechen… Hoffnung…
          Ich kann unmöglich alles erzählen. Sobald es ernst wurde. ..
          Ich war auf einmal an allem schuld. Alles, was er an mir wundervoll fand… Hat er begonnen abzuwerten. Erniedrigen… Boshaftgkeit… Subtil mein ich zerstört… Langsam… Sanft und doch so grauenhaft.
          Dauer Zweifel.. Alles kritisiert… Bis hin zu mittlerweile völliger Verdrehung jedes meiner Worte.
          Anvertraute Dinge werden aufs tiefste und gemeinste gegen mich benutzt…
          Meine Seele gestohlen.. Und immer wieder aufgebaut werden, um dann fallen gelassen zu werden und dermaßen beschimpft und getreten… Missachtet…
          Alles show und Lüge.
          Und du stehst da… Verlierst dich… Und liebst zutiefst und begreifst nicht, wie ein Mensch so abgrundtief böse sein kann, der einst so unendlich viel Liebe für dich hatte.
          Zumindest… Hab ich das geglaubt… Und nun ist aus einer starken Frau… Ein Wrack geworden.
          Und noch immer liebe ich ihn so unglaublich… Dass ein Teil von mir ohne ihn jeden Tag mehr stirbt.
          Vielleicht ist Ruhe, wenn der Teil meines Herzens nicht mehr schlägt… Grauenhaft…
          Unfassbar.
          Drück euch alle…

          27/09/2019
    • Mia

      Hallo Cora,

      du hast meine Geschichte aufgeschrieben. Als wäre es die Blaupause meines Absturzes. Und ich komme nicht über IHN hinweg. Ich sehe ihn täglich (Arbeitskollege). Brennende Sehnsucht und unfassbarer Ekel überkommen mich zeitgleich. Was bleibt? Schmerzen. Schmerzen, für die es keine Worte gibt. Schmerzen, als müsse ich sterben. Schmerzen, als würde ich zersplittern. Es gibt kein Entrinnen. ER ist da.

      10/04/2019
      • Cora

        Hallo Mia!
        Bevor ich jetzt hier nochmal alles aufschreibe: siehe mein Kommentar oben an Lisara.
        Obwohl ich dich nicht kenne, trifft es mich wie tausend Stiche ins Herz, dass du genau das gleiche Dilemma durchläufst wie ich.
        Er ist auch mein Kollege und das ist ja das Problem: selbst bei Kontaktabbruch über WhatsApp wird es diesen Berührungspunkt immer geben. Und dann noch Weitere in Hobby und Freizeit. Ich will aber auch nicht Dutzenden anderen Kollegen den Rücken drehen, „nur“ wegen ihm. Meine Arbeit ist auch nicht die Schlechteste, sodass Nachdenken über Alternativen recht sinnlos ist.
        Wie geht es dir denn JETZT, aktuell? Drehst du dich auch fortan im Kreis oder bist du bereits einen Schritt weiter gekommen?
        Ich wünsche es dir sehr von ganzem Herzen!
        LG Cora

        08/07/2019
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