Generation Langeweile: Warum wir nicht mehr feiern gehen

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Das Discolicht blitzt, die Meute bebt. Mit einem kühlen Bier in der Hand grölen wir unseren Lieblings-Song mit und fühlen uns so leicht, so befreit. Ja, für manche sind durchtanzte Party-Nächte noch immer die pure Erfüllung. Doch er ist klein geworden, der harte Kern an Feierbiestern.

 

Generation „Dauermüde“

 

Denn heute regieren diejenigen, die früher als Langweiler abgestempelt wurden. „Wir können uns doch auch zuhause einen schönen Abend machen!“ ist das neue Motto der Generation Y alias „Dauermüde“. Dieser subjektive Eindruck bestätigt sich nun mit einer aktuellen Datenanalyse des ONS (Office for National Statistics).

Die Ergebnisse der Analyse zeigen, dass die Eintrittspreise von Nachtclubs stagnieren. In der Liste inflationärer Güter wurden sie von Kaffeemaschinen ersetzt. Keine weiteren Erklärungen nötig. Demzufolge haben in den letzten Jahren hunderte Clubs schließen müssen – auch die Eintrittspreise zu senken oder freien Einlass zu gewähren hätte sich nicht gelohnt.

 

Wir haben keine Lust mehr auf Party

 

Auch der Alkohol- und Zigarettenkonsum geht stetig zurück. Bars und Pubs sind für viele zwar eine entspannte Alternative zum Club, doch ausufernde Party-Exzesse sind die Ausnahme: Eine Studie aus dem Jahr 2015 belegt, dass der Alkoholkonsum von Jugendlichen und jungen Erwachsenen seit etwa zehn Jahren kontinuierlich zurückgeht. Jeder Dritte in der Altersgruppe der zwölf- bis 17-Jährigen hat in seinem Leben noch nie einen Tropfen Alkohol getrunken. Und auch Rauschtrinker sind nur noch eine Seltenheit. Sogar die Tabakindustrie hat bekannt gegeben, dass der Zigarettenkonsum unter Jugendlichen mit zehn Prozent einen „historischen Tiefstand“ erreicht hat.

Ein möglicher Grund für die sinkende Feierwut der Generation Y ist die Flucht in eine virtuelle Welt. Es sind nun mal überwiegend die achtzehn- bis 35-Jährigen, die auf sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter und Co. unterwegs sind und dabei den Bezug zur Realität verlieren. Es ist schließlich so viel bequemer bei WhatsApp Emojis hin- und herzuschicken, als tatsächlich ein Treffen zu organisieren.

Natürlich soll hier niemand dazu animiert werden, mehr zu trinken oder mal wieder einen echten Rausch zu erleben. Aber es wäre einfach so schade, wertvolle Quality Time mit Freunden zu verpassen, nur weil wir zu faul sind, vom gemütlichen Sofa aufzustehen.

 

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