Pegida: #IchbinDresden gegen ein neues Stadium des Fremdenhasses

Pegida Demo #IchbinDresden #HerzgegenHetze

Es ist Pegidas einjähriges Bestehen doch statt Kuchen und Geburtstagskerze gibt es Fremdenhass und feindliche Parolen. Nach Angaben der FAZ sind gestern in Dresden 15.000 – 20.000 Anhänger der „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ zur Versammlung erschienen. Dem gegenüber standen laut Zeit 15.000 Anti-Pegida Demonstranten, unter dem Leitsatz „Es reicht! Herz statt Hetze“.

Die Bilanz am Ende des Abends: Nach Angaben der Polizei ist ein Pegida-Anhänger angegriffen und schwer verletzt worden. Der MDR und die Zeit berichten davon, dass ein Reporter der Deutschen Welle, Jaafar Abdul Karim, bei einer Umfrage unter Pegida Anhängern angegriffen und beleidigt wurde. Laut der „Sächsischen Zeitung“ habe zudem eine Hundert Mann starke Gruppe mit Steinen bewaffnet zwei Männer gejagt. Einer der Männer sei verletzt worden und zu Boden gegangen.

 

Ein neues Stadium des Fremdenhasses?

 

Bei einer Demonstration letzte Woche hatte ein Pegida-Anhänger eine selbst gebastelte Galgenatrappe mitgebracht. Darauf die Aufschrift „Reserviert“ zusammen mit „Angela ‚Mutti‘ Merkel“ und „Siegmar ‚das Pack‘ Gabriel“ – wohlgemerkt mit einem zusätzlichen E im Vornamen des SPD-Vorsitzenden. Der Staatsanwalt, der in der Sache ermittelt, habe nach Angaben des Justizministeriums Morddrohungen erhalten, berichtet der Spiegel Online letzte Woche.

Angesichts solcher Vorfälle, sowie des einjährigen „Jubiläums“ stellen sich viele die Frage: Hat die Bewegung nun ein neues Stadium erreicht? Verselbstständigt sich Pegida immer mehr, weg von einem, wie Sigmar Gabriel formuliert, „unstrukturierte[n] Sammelbecken von frustrierten Bürgern“, zu einem „Reservoir rassistischer Fremdenfeindlichkeit“? Besonders durch die aktuelle Flüchtlingssituation erhalte die Organisation laut FAZ erheblichen Zulauf.

Das betonen auch Politiker wie die SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi, die die Sicherheits- und Verfassungsschutzbehörden darauf aufmerksam macht, Pegida im Auge zu behalten: „Ich bin der Überzeugung, dass die Landes- und Bundesverfassungsorgane jetzt dringend diese Menschen unter die Lupe nehmen müssen“, erklärt sie gegenüber dem Deutschlandfunk. Sigmar Gabriel bezeichnet die Bewegung mittlerweile auch als einen „verlängerten und sprachlich brutalisierenden Arm der AfD und NPD auf der Straße“. Politikwissenschaftler Hans Vorländer kritisiert gegenüber der Thüringer-Allgemeinen aber auch die Entwicklung der Pegida, die mit „Radikalisierung bei Plakaten bis hin zu dieser Galgenabbildung“ immer drastischer werde.

 

Dresden reicht es!

 

Dresden gilt als Hochburg der Bewegung, doch davon haben die Dresdner jetzt genug. Immerhin eine halbe Million Menschen wohnen in der Stadt, von denen sich der Großteil von Pegida distanziert. So sorgt die Gegenaktion des Bündnisses „Buntes Dresden“ online für ordentlichen Datenverkehr. Unter dem Hashtag #IchbinDresden sowie #HerzgegenHetze, setzen Dresdner Bürger, Politiker und auch Campino von den Toten Hosen ein Zeichen für ein friedliches Zusammenleben und gegen Fremdenhass. Die Dresdner möchten mit ihren auf handgeschriebenen oder getippten Plakaten ein Statement gegen das Image ihrer Stadt setzen, für mehr „Weltoffenheit und Toleranz“, so der Initiator Hubertus Grass gegenüber der RP. Nach eigenen Angaben beläuft sich die Reichweite der Aktion auf Facebook bereits auf knapp 500.000 Menschen, bei Twitter und Instagram werden es immer mehr Posts. Eine positive Aktion, die ihr euch in der folgenden Galerie ansehen und unter #IchbinDresden und #HerzgegenHetze weiter verfolgen könnt!

 

 

„Auch Du bist schuld, wenn Du Deine Stimme nicht erhebst“Campino von den Toten Hosen#IchbinDresden

Posted by Bündnis für ein offenes Dresden on Sonntag, 18. Oktober 2015

»Pegida beschämt mich, macht mich traurig, wütend, verzweifelt!« sagt Charlotte #IchbinDresden

Posted by Bündnis für ein offenes Dresden on Freitag, 16. Oktober 2015

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