„Toy With Proportions“: Mit Ölfarben gegen den Photoshop-Wahn

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Magazine zeigen uns die Welt der Reichen und Schönen. Sie präsentieren die vermeintlichen männlichen und weiblichen Ideale – und wir fressen ihnen brav aus der Hand. Ein bisschen Gehirnwäsche darf schon sein. Auch wenn es schwer zu glauben ist: ja, die wunderschöne Frau auf Seite drei sieht unter anderem dank Photoshop so aus. Weg von Natürlichkeit, hin zur Bearbeitung. Wir sehen Photoshop als unseren Helden, der zu einem Traumkörper verhilft. Aber wie wäre es, wenn wir das ganze Spiel umdrehen? Mit einem Pinselstrich von der Baywatch-Figur zum Plus-Size-Model. Das hat sich Nur Gürel gedacht und mit den Idealen unserer Geschlechterdarstellung gebrochen. Die in Istanbul lebende Künstlerin hat sich bei ihrem Projekt „Toy With Proportions“ auf das in Magazinen dargestellte Frauenbild konzentriert. Der Titel sagt es eigentlich schon: bei ihren Arbeiten spielt sie mit Proportionen der abgebildeten Körper.

 

Wie manipuliert ist unsere Wahrnehmung der Geschlechter?

 

Bei Gürels Bildern geht es um mehr als nur um Kunst. Sie stellt ihre Arbeiten auf eine höhere Ebene – hier geht es um Kritik. An den manipulierten Schönheitsdealen, die sich in unserer Gesellschaft verfestigt haben. Und diese Fotos sind ihr Material. Sie spielt mit den Konventionen unserer Gesellschaft und verursacht Spannungen durch die Kontraste, die bei ihren künstlerischen Prozessen entstehen.

Diese Kritik drückt die Künstlerin mithilfe von Malerei aus. Schon als Kind hat sie gerne Bärte oder Augenbrauen auf die Gesichter in Zeitschriften gemalt. Wieso sollten das nicht auch Erwachsene machen dürfen? Aus Second-Hand-Magazinen hat sie Seiten mit idealistischen Frauen herausgerissen und diese dann mit Ölfarben übermalt. Damit verhilft sie den abgebildeten Körpern zu einem etwas rundlicheren und eventuell auch realistischerem Erscheinungsbild.

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