Diese App könnte das ganze Verhütungs-Game revolutionieren

Pille Anty Baby per App

Die Pille ist für die meisten Frauen immer noch das beliebteste Verhütungsmittel. Klar, es ist halt auch supereinfach, ein kleines Ding zu schlucken und zack, kann man nicht mehr schwanger werden. Was aber (neben den nicht unerheblichen Nebenwirkungen) tatsächlich nervt: man muss jeden Tag daran denken und man vergisst so gut wie jedes Mal, sich eine neue Packung zu besorgen. Dann muss man zum Arzt rennen, sich ein neues Rezept holen und dann zur Apotheke laufen, nur um endlich das Teil in der Hand zu haben. Ganz ehrlich, wer hat denn da bitte Zeit für und Lust darauf?

Eine App aus den USA hat dafür jetzt eine Lösung gefunden. Wahrscheinlich haben sich die Erfinder beim Brainstorming eine Pizza liefern lassen und sind dann auf ihre Idee gekommen. Denn mit „Nurx“ kann man sich, zumindest in den USA, seine Pille ganz einfach vor die Haustür liefern lassen.

 

Per App zur Pille

 

Dafür beantwortet man in der App einfach ein paar Fragen. Im Prinzip sind das die gleichen, die auch ein Frauenarzt stellen würde: Raucht man, hat man irgendwelche Vorerkrankungen und so weiter. Dann kann sich die eigene Pille aussuchen oder sich eine empfehlen lassen. Das Unternehmen arbeitet mit echten Ärzten zusammen, die sich die Antworten ansehen und dann das Rezept für die Pille ausstellen. Dieses Rezept wird an eine Apotheke in der Nähe gesendet und innerhalb von zwei Tagen bekommt man die Packung per Fahrradkurier vor die Tür geliefert. Gerade in den USA kann dieser Service Frauen helfen, überhaupt an die Pille zu kommen. Denn manche Menschen wohnen dort so weit von der nächsten Apotheke entfernt, dass es für sie nicht lohnt, überhaupt dorthin zu fahren.

 

„TINYHANDS“ gegen Trump

 

In der Vergangenheit haben sich sogar einige Apotheker geweigert, die Pille zu verkaufen – aus religiösen Überzeugungen. Das dürfen sie inzwischen zwar nicht mehr offiziell, aber mit Donald Trump könnte der Zugang zu solchen Verhütungsmitteln wieder schwieriger werden. So sagte zum Beispiel sein Vizepräsident Mike Pence, dass die aktuelle Situation „anti-christlich“ sei. Sollte Trump dann, wie angekündigt, Obamacare abschaffen, wird für viele Frauen die Pille zu teuer. Unter Obamacare gibt es nämlich eine Regelung, dass einige Verhütungsmittel kostenlos sein müssen. So wird jedem die Möglichkeit gegeben, angemessen zu verhüten. Auch Nurx weist öfter auf die Pläne Trumps in. So gab es zum Beispiel schon die Promo-Codes „DONALDTRUMP“ und „TINYHANDS„, mit denen man Rabatte einlösen konnte. Laut Business Insider sagte Hans Gangeskar, CEO und Co-Funder, dass Trumps Handlungen das Unternehmen motiviert hätte, einen Weg zu finden, die Versorgung mit Verhütungsmitteln zu vereinfachen.

Irgendwann möchte das Startup-Unternehmen alle Frauen in den USA beliefern können – bislang ist das nämlich nur in Kalifornien, New York, Washington, Washington D.C., Illinois, Pennsylvaia und Florida möglich. Das liegt daran, dass es in anderen Staaten strengere Gesetze für den Verkauf von Arzneimitteln über das Internet gibt.

Das Prinzip wäre das doch eigentlich auch in Deutschland eine gute Sache. Zwar haben wir hier nicht das Problem, dass Verhütungsmittel grundsätzlich nicht subventioniert werden – zumindest bis zum 20. Lebensjahr übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Pille – aber auch hier gibt es genug Frauen, die nicht so einfach Zugang zu einer Apotheke haben. Und was wäre unkomplizierter, als die Pille ganz einfach per App bestellen zu können? Sonst geht das ja auch mit so ziemlich allem.

 

 

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Titelbild: Anqa/Pixabay unter CC0 Lizenz

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