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Pimp my car war gestern. Großstadt-Cowboys eifern dem Hipster-Look mit Vollbart und Baumwollhemd nach und wollen ihr SUV oder 4×4 stilecht mit echtem Offroad-Equipment aufmotzen. Wir zeigen, welches Zubehör Geländewagen aus der Masse heraushebt.

Wenn sich schon viele fragen, weshalb Helikopter-Mütter ihre Kleinen morgens mit dem riesigen SUV zur Schule bringen oder warum manch Isar-Preuße in München nicht ohne 4×4-Antrieb durch die drei Schnee-Tage im Jahr kommt, der wird wohl auch nicht verstehen, warum sich einige ihren Geländewagen mit Seilwinde, LED-Bars oder Fronthalterung für den hydraulischen Wagenheber ausrüsten. Neben all den technischen und praktischen Vorzügen spielen dabei auch optische und ästhetische Aspekte eine Rolle – auch wenn viele der harten Kerle das nie zugeben würden.
 

Hey Baby, Lust auf einen Kaffee in meinem Dachzelt?

 
Fällt schon auf so ein Monster-SUV – allein wegen seiner schieren Größe. Doch an der bösen Optik kann man wunderbar schrauben. Und das viel besser als an einem Sportwagen. Und was soll denn bitte der Besitzer eines Sportwagens noch sagen, wenn am dicken SUV oder Geländewagen eine Seilwinde vorne am Kühlergrill lässig die Zunge heraussteckt? Gut, wer eine Seilwinde hat, der muss sie vielleicht auch einmal einsetzen – etwa wenn ein Sportwagen im Graben liegt und nicht mehr herauskommt. Damit dies klappt und man sich selbst nicht in Gefahr begibt, sollte man aber zumindest etwas über das sichere Arbeiten mit der Seilwinde wissen. Denn spätestens hier könnte man sonst als Poser entlarvt werden.

Noch auffälliger als Seilwinden an SUVs, 4x4s und Offroadern, gerade bei Nacht, sind entsprechende Zusatzscheinwerfer – heutzutage natürlich nur mit modernster LED-Technik. Dabei gibt es verschiedenste Anbieter und unterschiedlichste Anwendungen. Beispielsweise gibt es Zusatzlichter, die auf öffentlichen Straßen genutzt werden dürfen, sei es als Tagfahrlicht, Nebellicht oder Fernlicht. Dazu gibt es noch die auffälligen LED-Leisten, die meist auf dem Dach knapp hinter der Windschutzscheibe installiert werden. Mit diesen LED-Bars wird man schnell zum gekrönten Kaiser der Landstraße. Manch einer schwört auch auf die langsame Durchfahrt der lokal wichtigsten Flaniermeile. Neugierige Blicke sind gewiss.
 

Urban Cowboys brauchen Kuhfänger und Planken

 
Doch was wäre das Auto eines Großstadt-Cowboys ohne Kuhfänger? Viele kennen den Begriff Kuhfänger wohl als Frontschutzbügel, Schienenräumer oder Bullenfänger. Der Rammschutz soll das Auto schützen – oder einfach gut aussehen. Viele glauben, dass die Frontschutzbügel verboten wären – Irrtum! Dies gilt nur für Pkw der Klasse M1. Gerade bei Nutzfahrzeugen über 3,5 Tonnen Gesamtmasse sind Bullenfänger zulassungsfähig und bei Tunern extrem beliebt. Was der böse Blick eines Sportwagens für den einen, ist der Kuhfänger für den anderen. Da macht garantiert jeder Platz.

Wer wirklich als Offroad-Profi gelten will, braucht aber mehr als Seilwinde, LED-Scheinwerfer oder Kuhfänger. Planken auf der Kühlerhaube, auf denen man sicher stehen und einen erhöhten Blick auf die Rollbahnen des örtlichen genießen kann, gehören da schon eher dazu. Außerdem sehr beliebt: Dachständer, auf denen man Zelte oder allerhand Gepäck verstauen kann. Ganz nach dem Motto: „Hey Baby, Lust auf einen Kaffee in meinem Dachzelt?“ Natürlich kommen Offroad-Hipster auch nicht um die richtigen Felgen herum. Und hier schließt sich dann spätestens der Kreis zwischen Sportwagen- und Geländewagenfahrern.

 

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Bildrechte: Flickr 4 x 4. MIKI Yoshihito CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten