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Kinder im Kriegsgebiet: Hilferuf durch Pokémon Go

„Bitte rettet mich!“ – Syrische Oppositionskräfte nutzen den Pokémon Go-Hype und machen auf das Leiden der Kinder im Kriegsgebiet aufmerksam.

Seit Mitte Juli ist der Hype um Pokémon Go kaum noch zu bändigen und ganz Deutschland mutiert auf einmal zum Profitrainer. Für Pikachu und Co. wird dann schnell ein Spaziergang durch die ganze Stadt in Kauf genommen – als wäre es das Normalste der Welt, mithilfe von Augmented Reality ein paar wilde Viecher einzusammeln. Ein bisschen wirkt es so, als hätte Pokémon Go das Spazierengehen neu erfunden.

 

Hilferuf durch Pokémon Go

 

Von diesem Hype wollen die Revolutionary Forces of Syria (RFS) – eine syrische Opposition, die das Assad-Regime bekämpft – profitieren, um auf die Not der Kinder in Syrien aufmerksam zu machen. Momentan sind wir ständig auf der Suche nach dem nächsten Pokémon – Wieso also nicht diese Aufmerksamkeit nutzen und auf den Fotos von hilfsbedürftigen Kindern ein paar Pokémon positionieren?

Wir wollen das Bewusstsein für die Notlage syrischer Kinder in den belagerten Gebieten erhöhen und auf das Leiden der Bevölkerung, die vom Assad-Regime und dessen Alliierten attackiert und getötet wird, aufmerksam machen„, so die RFS.

In den sozialen Netzwerken posten sie Fotos, auf denen Kinder Bilder von Pokémon in den Händen halten – zusammen mit Aufrufen wie: „Ich bin in Kafranabel, rettet mich!“  Ein emotionaler Versuch, die Aufmerksamkeit der westlichen Welt auf das Schicksal syrischer Kinder zu lenken. Emotional – und die perfekte Werbung für die RFS. Strategien wie diese hat die syrische Opposition schon oft gefahren; Das Netz nimmt ihre mit populären Hashtags versehenen Memes und Videos dankbar auf und verbreitet sie rasend schnell.

 

Gewalt an Kindern gehört zur Tagesordnung

 

Nach Schätzungen sind schon weit über 250.000 Menschen bei diesem Krieg ums Leben gekommen, 3,7 Millionen syrische Kinder unter fünf Jahren kennen bislang nur ein Leben im Krieg – wirklich traurige Fakten, die bei der momentanen strittigen Flüchtlingsdebatte nicht in Vergessenheit geraten dürfen.

 

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