Puzzles: Suche Teile

Wenn es früher im Freundeskreis um „Teile“ ging, dann in Verbindung mit 12-Stunden-Partynächten und Strobo-Clubatmo. Heute sind damit Puzzle-Teile gemeint. Schwer zu finden sind ja beide. Allerdings sind letztere Teile deutlich besser für die Gesundheit: Puzzlen hat auf viele Menschen eine fast schon meditative Wirkung.

Die Augen wandern suchend über ein Meer aus bunten Einzelheiten, auf der Suche nach dem großen Ganzen. Da! Plötzlich ein rote-grün-gestreiftes Eckstück, passt perfekt zu dem Stück in der leicht schwitzigen Hand. Und dann: Dieses unbeschreiblich befriedigende Gefühl, wenn die Stücke perfekt ineinander gleiten und über sich hinauswachsen. Ein heroisches schiefes Lächeln. Erfolg. Sinn. Macht.

In den letzten Monaten und Wochen boomt der Verkauf von Puzzles. Und viele von uns haben das alte 1000-Teile-Lieblingspuzzle aus dem Keller hervorgekramt. Und ebenso viele haben festgestellt: Auch wenn man älter ist als 5 Jahre, fühlt man sich immer noch wie eine anbetungswürdige Gottheit, sobald zwei bedruckte Kartonstückchen ineinanderpassen. Warum wir das Puzzlen sonst noch beibehalten sollten? Hier kommen 3 Gründe.

 

 

 

1. Puzzlen ist meta

Konzentriert und fokussiert suchst du tagelang bis sich die Stücke ineinander fügen. Und dann? Dann freust du dich – und zerstörst dein Werk wieder in tausend kleine Teile. Könnte es eine bessere Lehre geben über die Vergänglichkeit und die Schönheit, die auch in ihr liegen kann? Buddhistische Mönche halten es schließlich genauso mit den wunderschönen Mosaiken, die sie zerstören, sobald sie nach oft jahrzehntelanger Arbeit fertig sind. Wer es ein bisschen weniger dramatisch mag: Puzzlen ist gelebtes YOLO.

2. Puzzlen ist gesellig 

Du bist bei Freunden zu Besuch, auf dem Boden liegt ein halbfertiges Puzzle. Niemand, wirklich niemand, kann dieses Puzzle ignorieren. Es ist da. Es lacht dich an, es lacht dich aus. Es fordert. Und du wirst dich früher oder später hinsetzen und ein paar Teile suchen. Vielleicht auch mit deinen Freunden zusammen. Und selbst der größte Ellenbogenmensch wird beim Puzzlen zum Teamplayer: Alles ist ja schließlich miteinander verbunden.
: Ein Date kommt vorbei und du hast keine Ahnung, wie das Ganze läuft? Puzzle auf den Tisch arrangieren. Sorgt für Gesprächsstoff und Beschäftigung und ist besser als peinliches Schweigen. Vielleicht etabliert sich ja auch „Puzzle and chill“ eines Tages. Und wenn nicht, macht Puzzlen allein auch immer noch genügend Spaß.

 

3. Puzzlen ist analog
Eine Freizeitbeschäftigung für daheim, die ohne Smartphone, Playstation und Streaminganbieter stattfindet. Hell, yeah. Das tut der Seele und den vom auf Bildschirmestarren geplagten Augen auch einfach mal gut. Und wär es gar nicht aushält, lädt sich halt eine Puzzle-App auf das Handy.

 

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Bildquelle: Pexels; CCO-Lizenz

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