Cannabis-Kirche Titelbild

Die USA. Ein Land, das vor allem für Freiheit steht. Dass dieses Versprechen oft auch trügerisch sein kann, beweist das neue Gesetz zur Wiederherstellung der Religionsfreiheit in Indiana. Auf den ersten Blick eine super Sache, auf den zweiten nicht. Kritiker befürchten, das Gesetz legalisiere Homophobie. Und das in einem Land, in dem die gleichgeschlechtliche Ehe fast überall möglich ist. Trotzdem, das neue Gesetz würde Geschäftsinhaber berechtigen, Homosexuelle wegen ihrer sexuellen Ausrichtung zu feuern oder ihnen Dienstleistungen zu verweigern. Begründet wird das dann mit der Religion. Ein offensichtlicher Schlag der Politik gegen die Rechte der Homosexuellen und Transgender. Sogar die Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton äußert sich negativ zu diesem Gesetz. Heute am Diversity-Tag ein Grund mehr, weiter für eine bunte Vielfalt in unsrer Gesellschaft ohne Diskriminierung und Ausgrenzung zu kämpfen.

 

Trotz dieser traurigen Konsequenzen für Homosexuelle birgt das neue Gesetz ungeahnte Vorteile für eine ganz andere Gruppe von Menschen. Eine Cannabis-Kirche wurde gegründet, von Menschen, die behauptet sich der Harmonie, Güte und natürlich der Droge selbst zu widmen. Schön. Die Religionsfreiheit kann also auch von der Bevölkerung zu ihrem Vorteil ausgelegt werden. Für die Politik ist das Ganze natürlich ein Schlag ins Gesicht. Zurecht finden wir. Die offensichtliche Diskriminierung von Homosexuellen und Transgender wird als Religionsfreiheit Gesetz verpackt, da ist es doch nur fair, den Konsum von Cannabis als Religion zu verstehen. Die Kirche ist zwar nicht befugt Drogen zu kaufen und verkaufen, als Teil ihrer religiösen Praxis dürfen es die Mitglieder aber konsumieren. Klar ist natürlich auch, dass man die Kirche weniger als religiöse Gruppierung, sonder mehr als politisches Statement betrachten muss. Bleibt nur zu sagen: Es lebe die Freiheit!

Folge ZEITjUNG auf FacebookTwitter und Instagram!

Bildquelle: Circuito Fora de Eixo über CC by 2.0