So sehen Menschen aus, denen gesagt wird, wie schön sie sind

Shea Kompliment 4

Komplimente zu verteilen, fällt den meisten schwer. Wie oft geht man auf der Straße an einem Menschen vorbei oder sieht jemanden im Supermarkt und denkt sich: Hey, tolle Haare, cooler Kleidungsstil oder schöne Augen! Es demjenigen zu sagen, trauen wir uns allerdings nicht. Es könnte falsch rüber kommen und komische Situationen hervorrufen. So, als ob Neid oder sexuelles Interesse sprächen. Tun wir es aber doch, ist die Person meist erst irritiert und dann sichtlich erfreut. Fremden im Alltag etwas Nettes zu sagen, ist keine Selbstverständlichkeit. Oft laufen wir achtlos aneinander vorbei oder sind genervt, wenn jemand vor uns auf der Straße trödelt.

Den Blick immer gesenkt, ja kein Augenkontakt. Denn auch der könnte unangenehm sein. Immer mehr Aktivisten wollen das jetzt ändern. Die 23-jährige Berlinerin Rosa Stark verfolgt die Mission, ein Jahr lang jeden Tag ein Kompliment an Fremde zu verteilen. Von ihren Gefühlen und den Reaktionen der Zielpersonen berichtet sie auf ihrem Blog „a compliment a day“. Die 18-jährige Highschool-Schülerin Shea Glover verfolgt ein ähnliches Ziel. Sie sagt Mitschülerinnen und Mitschülern, teilweise Freunden, teilweise Fremden, wie schön sie sind und filmt ihre Reaktionen. Unter dem Vorwand, Portäts schießen zu wollen, sagt Shea ihnen vor laufender Kamera, sie mache Fotos von Dingen, die sie schön findet. Und das sitzt. Denn nicht immer empfinden wir uns selbst so wie unsere Außenwelt. Komplimente stärken unser Selbstwertgefühl. Ein Video, so schön wie die Menschen selbst. You’re beautiful!

Seht hier ein paar Reaktionen von Sheas Mitschülerinnen und Mitschülern:

Wenn ich nicht gerade vom Thema abschweife, beende ich mein Studium der Anglistik und Philosophie in Darmstadt. Ich bin verträumt, zu selbstkritisch, liebe Konzerte jeder Art (Open Air, Festival, Wohnzimmer) und werde bei Schlaf- oder Essensentzug zu einem anderen Menschen. Geboren und aufgewachsen in Heidelberg führt mich die Suche nach dem Glück weiter in Richtung Großstadt und Redaktion. Daher verschlägt es mich zu ZEITjUNG.