Studie: Wir sind gar nicht so Social Media besessen, wie alle tun

Social Media Studie Benutzung Durchschnitt

Termine werden nur noch per WhatsApp organisiert, auf Facebook kann jeder erfahren, wie unfassbar glücklich man gerade doch ist und bei Tinder finden wir per Rechtswisch die große Liebe. Soziales Leben findet mittlerweile online statt – das müssen uns zahlreiche Studien nicht erst beweisen. Wir sehen es, wenn wir durch die Straßen laufen oder in der U-Bahn sitzen – die starren, unentwegt nach unten gerichteten Blicke. Doch die Ergebnisse einer aktuellen Studie zeigen nun, dass es um das „smartphonesüchtige“ Deutschland vielleicht doch nicht so schlecht steht.

Denn das amerikanische Meinungsforschungsinstitut „Pew Research Center“ hat kürzlich herausgefunden, dass Deutschland Social-Media-Diensten wie Facebook, Twitter & Co. überraschend skeptisch gegenübersteht. Die Studie konzentrierte sich auf einen Vergleich der weltweiten Internet-Nutzung, Smartphone-Gebrauch und Präsenz in sozialen Netzwerken. Mehr als 46.000 Menschen aus 40 Ländern unterzogen sich hierfür einer Befragung.

 

Vor allem die Social Media Ergebnisse sind überraschend

 

Was allgemeine Internet- und Smartphone-Verbreitung angeht, liegt Deutschland auf einem ähnlichen Level wie die anderen Industriestaaten. Doch im Bereich der Social-Media-Nutzung überraschen die Studienergebnisse: Tatsächlich sind die Deutschen im Vergleich zu anderen Industrienationen viel seltener in sozialen Netzwerken unterwegs. Nur 50 Prozent aller deutschen Internet-User sind auch Social-Media-Nutzer. Damit belegt Deutschland gemeinsam mit Pakistan sogar den letzten Platz aller betrachteten Länder.

Natürlich mag das auch damit zusammenhängen, dass die digitale Alterskluft in Deutschland enorm hoch ist. Das ermittelte auch die aktuelle Studie: Bei der sogenannten Social-Media-Alterskluft dreht Deutschland die Tabelle und nimmt den ersten Rang ein. Denn nur 39 Prozent der über 35-Jährigen, aber 81 Prozent der 18- 34-Jährigen haben in Deutschland ein Profil auf gängigen sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter. Die Differenz beträgt hier also 42 Prozent – die Höchste aller teilnehmenden Länder.

Natürlich ist es also doch wieder eine Generationenfrage. Und doch scheint es ein selbst auferlegtes Vorurteil zu sein, dass wir Deutschen nicht mehr im „Hier und Jetzt“, sondern immer ausgiebiger in einer virtuellen Welt verweilen. Die Ergebnisse der Studie sind tatsächlich ein wenig tröstlich für alle Schwarzmaler, denn sie zeigen: Irgendwo ist es immer noch schlimmer.

 

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Bildquelle: Benjamin Child unter CC 0 Lizenz

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