The French Dispatch: Was wir am Schreiben lieben

Tilda Swinton, Lois Smith, Adrien Brody, Henry Winkler und Bob Balaban (v. l. n. r.) im Film THE FRENCH DISPATCH. Bild: Searchlight Pictures. © 2020 Twentieth Century Fox Film Corporation All Rights Reserved

Was bedeutet Journalismus für uns? Und wieso zum Kuckuck haben wir genau diese Beschäftigung zu unserem Beruf gemacht, bei der im Deutschunterricht die meisten nur genervt aufgeseufzt haben – ellenlange Texte schreiben, Kram analysieren und Meinungsbilder schaffen? Zum Kinostart am 21. Oktober von Wes Andersons „The French Dispatch“ berichten wir über unsere Liebe zum Schreiben.

Arthur Howitzer Jr. ist Gründer und Chefredakteur des Magazins The French Dispatch mit Sitz in der (fiktiven) französischen Stadt Ennui-sur-Blasé. An seiner Seite sitzen die Kunstkritikerin JKL Berensen, die Politjournalistin Lucinda Krementz und der Journalist Roebuck Wright. Mit dem Teamwork will es aber nicht so recht hinhauen: Journalistische Neutralität ist eher Angebot als Richtlinie – ganz zu schweigen davon, dass jede*r von ihnen eine andere Sicht auf das Weltgeschehen hat.

Wenig überraschend läuft nicht alles glatt und hitzige Auseinandersetzungen sind vorprogrammiert. Doch auch wenn der Film dies sehr überspitzt darstellt, weit gefehlt ist das nicht: Zwar teilen wir bei ZEITjUNG sehr viele Überzeugungen, Politik und Gesellschaft stehen dennoch regelmäßig im Zentrum von Diskussionen und jede*r von uns hat individuelle Vorlieben, Qualitäten und Antriebe. Klingt nach Stress? Nun, zwei Sachen haben wir dann doch alle gemeinsam – die Liebe zum Schreiben und das Gefühl, mit Worten etwas bewegen zu können.

Jonathan, 17

Wieso ich gerne schreibe? Wenn ich einen schönen Text, eine gute Formulierung, eine tolle Metapher lese, wenn ich beim Lesen eines Textes merke, dass ich Spaß daran habe, diesen Text zu lesen, dann erinnere ich mich wieder daran, wieso ich gerne schreibe. Mich motiviert die Vorstellung, dass ich anderen Menschen Freude am Lesen ermöglichen kann, immer weiter an meinem Stil, an meinen Formulierungen zu arbeiten. Gleichzeitig sind es auch die Themen, die Inhalte, wegen denen ich gerne schreibe. Ich möchte mich der Herausforderung stellen, Themen, die mich selbst interessieren, so aufzubereiten, dass möglichst viele Menschen einen Zugang dazu finden.