Denn 3 Minuten reichen – Interview mit „TimetoFace“-Gründer Marc Zacherl

“TimetoFace” gibt zwei Menschen die Möglichkeit, sich drei Minuten lang per Video-Chat zu unterhalten. Drei Minuten, die zu einer lebenslangen Freundschaft oder der großen Liebe führen können, aber nicht müssen. Im Interview erzählt App-Gründer Marc über den Entwicklungsprozess, warum sie sich abheben von Tinder & Co. und dass er sie auch privat nutzt.

Marc Zacherl ist 39, hat ein abgeschlossenes Informatik- und Wirtschaftsinformatik-Studium, 10 Jahre Berufserfahrung im IT- Bereich und will nun mit seiner App durchstarten. In dieser sollen sich Menschen in einem Video-Chat kennenlernen. Wen man kennenlernt, entscheidet ein Algorithmus. Das gleiche Lieblingsessen oder die Liebe für Kaninchen kann ausschlaggebend dafür sein, mit wem man drei Minuten lang spricht. Anders als andere Apps geht es hier nicht nur um Dating, sondern um spannende Gespräche, Freundschaften und pure Unterhaltung, online und offline. Im August 2020 haben Marc und sein Team die App “TimetoFace” im Apple-Store gelauncht und seitdem gibt es bereits 1700 Nutzer*innen, Tendenz steigend. Im Interview spricht er über sein Herzensprojekt.

Gründer Marc Zacherl (l.) und sein Kollege Martin (r.)

Wie und wann kamst du auf die Idee die App zu gründen?  

Die Story ist interessant. Ich lag Ende 2019 auf der Couch und habe mir überlegt, welche Möglichkeiten gibt es momentan, mit Menschen in persönlichen Kontakt zu treten, ohne dabei viel Zeit zu investieren. Zeit im Sinne von: “Ich muss jetzt erstmal swipen.” oder “Ich muss jetzt zehn Nachrichten hin und her schicken, bevor wir echten Kontakt haben”. Nein, ich möchte sofort in dem Moment merken, dass dort ein Mensch ist, bei dem ich mich wohl fühle. Ein Mensch, mit dem ich etwas tun könnte. Tun nicht im Sinne von Dating, sondern Tun im Sinne von etwas unternehmen, was trinken gehen, sportlich unterwegs sein, sich einfach unterhalten. Dann kann ja immer noch etwas daraus entstehen. Deshalb funktioniert unsere App über die Video-Chat-Funktion. Ich muss keine Zeit in das Schreiben investieren, sondern spüre sofort, ob dieser Mensch sympathisch, und vor allem, authentisch ist. Es geht also nicht um die ausgewählten Fotos im Profil, sondern kommt auf Mimik und Gestik an und die Ausstrahlung des Gegenübers. “TimetoFace” heißt im Klartext: Es ist Zeit, das Gesicht der Menschen zu betrachten, statt sich auf starre Fotos und ewiges Schreiben zu fokussieren.  

Als Kölnerin liebe ich jedes bunte, tratschige oder politische Thema. Daneben findet man mich auf der Yogamatte oder in der nächsten Eckkneipe, immer im Gespräch mit anderen Menschen.