Wann ist der richtige Zeitpunkt, um "Ich liebe dich" zu sagen

Das Herz klopft. Man hat sich fest vorgenommen, dass heute der Tag ist. Mit dünner Stimme setzt man an: „Du, ich muss dir was sagen“, und lässt dann ein unverfängliches „Ich find’s schön mit dir“ folgen. Wieder einmal zu feige gewesen, dem Partner seine Liebe zu gestehen. Oder war es einfach noch nicht der richtige Zeitpunkt – aber wann ist der?

 

Nach dir, bitte.

 

Die erste Liebeserklärung erfordert eine Menge Mut, denn sie macht uns verletzlich. Ein erstes „Ich liebe dich“ fragt fast fordernd: „Du mich doch auch, oder?“ Und darauf gibt es nur eine Antwort. Wenn sie anders ausfällt als gehofft, geht die bisherige verliebte Leichtigkeit flöten. Ein hohes Risiko! Deshalb bleiben viele Paare in der Nach-dir-Phase stecken und bekennen sich nicht zu ihren Gefühlen. Es wäre aber auch so wunderbar bequem, wenn sich der Partner bitte zuerst festlegen könnte. Wenn er mit voller Überzeugung in die Welt hinausposaunen würde, dass es Liebe ist. Aber wenn beide auf diesen Moment warten, dann passiert – nichts. Obwohl beide es fühlen und das Liebesgeständnis bei jedem romantischen Moment flirrend in der Luft liegt. Der Mut fehlt, noch nicht jetzt – irgendwann.

 

Von Schnellsagern und Zeitlassern

 

Aber nicht alle zögern ein „Ich liebe dich“ wieder und wieder heraus. Liebestrunken haben manche von uns bereits nach ein paar Dates den Mut dazu. Andere schaffen es erst nach Monaten, vielleicht dauert es auch ein Jahr. Diejenigen, die sich Zeit lassen, behaupten gerne, dass die hormonumnebelten Schnellsager wahre Liebe nicht von Verliebtheit unterscheiden können. Diese wiederum meinen, die anderen seien feige und würden sich nicht festlegen wollen. Und das Schlimmste: beide Seiten haben recht. So unterschiedlich wir leben und lieben, so unterschiedlich ist auch unser Tempo bei Liebeserklärungen. Männern fällt es, laut einer Studie von Elitepartner, aber offenbar leichter als Frauen, zu ihren Gefühlen zu stehen. 65 Prozent sagen die Worte bereits nach ein paar Wochen – nicht mal die Hälfte der Frauen ist zu diesem Zeitpunkt dazu bereit. Lieber noch warten. Erstmal sehen wo wie Liebesreise hingeht. Nichts für Männer – nur sieben Prozent verschweigen über ein halbes Jahr lang ihre Gefühle.

 

Liebe lieber langsam

 

Aber egal ob vorschnell oder Zeitlupentempo: Ein „Ich liebe dich“ bahnt sich in den meisten Fällen gleich an. Schon relativ schnell kann man dem aufregenden, neuen Menschen an seiner Seite mitteilen: „Ich mag dich.“ Aber ich mag eben auch Zitroneneis und Sitzplätze in der U-Bahn. Deshalb müssen stärkere Worte her, um die Schmetterlinge im Bauch zu beschreiben. Auch ein „Ich hab dich lieb“ ist scheu genug, um unverbindlich zu bleiben. Trotzdem bekommt man es verhältnismäßig schnell über die Lippen. Aber dann wird es ernst. Liebe ist ein großes, mächtiges Wort. Wer sich liebt, ist mehr als nur verliebt. Egal, wie lange man sich schon küsst, solange niemand die drei Worte ausgesprochen hat, bleibt es unverbindlich. Man mag sich, hat sich lieb, alles nett. Ein „Ich liebe dich“ verpflichtet.

 

Tu‘ es!

 

Aber was kann denn schon wirklich passieren, wenn man es sagt? Tritt der schlimmstmögliche Fall ein, sind die Gefühle deines Partners nicht dieselben. Und das tut verdammt weh! Aber trotzdem ist es besser, das früher zu erfahren als später. Eine andere Reaktion wäre die Antwort: „Ich hab dich auch ganz gern“. Auch nicht hundertprozentig das, was man hören wollte, aber lange noch kein Grund zur Sorge. Vielleicht ist der Partner noch nicht bereit – das muss man akzeptieren. Schließlich ist dadurch noch lange nicht gesagt, dass er nicht eines Tages dasselbe empfindet. Und die dritte Option ist natürlich: Love is in the air. Also tu‘ es jetzt – es lohnt sich!

via GIPHY

Folge ZEITjUNG auf FacebookTwitter und Instagram!

Titelbild: JD Mason unter CC0-Lizenz