Wie Petra Laszlo zur meist gehassten Person Europas wurde

petra laszlo kicking

Eine ungarische Kamerafrau des Senders N1TV wurde innerhalb von Stunden zur meist gehassten Person Europas. Nachdem sie zwei Flüchtlingskindern brutal Tritte verpasste, stellte sie auch noch einem flüchtenden Mann mit Kind auf dem Arm ein Bein. Aus gerechtfertigter Bestürzung über diese Tat entwickelte sich allerdings eine virtuelle Hetzjagd. Aus hinterfragenden Kommentaren und Unverständnis wurden Extreme.

„Das ist das Gesicht von Hass und Intoleranz“. „Sie tickt wie eine KZ-Aufseherin“. So lauteten die Headlines vieler Zeitungen und Online Magazine, die über die Ungarin Petra Laszlo berichteten. #PetraLaszlo wurde einer der Trending-Hashtags auf Twitter und anderen sozialen Netzwerken. Die Menschen konnten nicht fassen, was die Kamerafrau getan hatte. Bestürzung, Verlangen nach einer strafrechtlichen Verfolgung, Unverständnis. Das waren die Reaktionen im Netz. Doch manche gingen weiter und beschimpften die Ungarin. Todeswünsche und Morddrohungen wurden ins Netz gestellt. Sogar gegen die Kinder und den Mann der Kamerafrau wurde gehetzt.

 

Dürfen wir uns so verhalten?

 

Die Tat der Ungarin ist abscheulich und mit überhaupt nichts zu entschuldigen. Doch dürfen wir solch einer Person einen langsamen und schmerzhaften Tod wünschen? Oder ihrer Familie? Nein. Wir bringen uns auf das Niveau rechtsgesinnter Menschen, die wir selber in den letzten Wochen stark kritisiert haben. In dem Wunsch nach mehr Menschlichkeit dürfen wir nicht unsere eigene Menschlichkeit verlieren. Petra Laszlo wurde verdientermaßen gefeuert, auch wenn der Sender als nationalistisch und rechts eingeordnet wird, und der rechtsradikalen Jobbik-Partei nahesteht. Mehrere Parteien wollen sie wegen „Verbrechen aus Hass“ anzeigen. Dies könnte in Ungarn eine Freiheitsstrafe von mehreren Jahren bedeuten. Sollte das nicht als Strafe ausreichen? Sich dem Hass hinzugeben ist der falsche Weg und macht diese unmenschliche Tat auch nicht ungeschehen. Auch mit diesem Beispiel zeigt uns das Internet, wie sich viele virtuell immer wieder in ein unverhältnismäßiges Extrem begeben, das sie in die gleichen Monster verwandelt, gegen die sie hetzen.

 

Wir haben für euch ein paar Reaktionen gesammelt, die im Netz aufgetaucht sind.

Comments
  • Sancho

    Diese Sache ist bezeichnend für die hirnlosen Gutmenschen die nur noch auf Propaganda anspringen. Jeden Tag tun Menschen schlimmere Dinge. Erst vor ein paar Wochen hat ein Mann auf offener Straße eine Reporterin und ihren Kameramann erschossen aber diese Frau wird zu Luzifer persönlich erklärt weil sie ja Flüchtlinge attackiert hat -.-

    11/09/2015
    • plotwire

      Hm, fakt ist die Frau hat 3 Menschen getreten. Egal ob Flüchtlinge oder nicht. Man tritt keine Menschen und schon gar keine Kinder. Und aus Panik heraus so wie sie es schildert stellt man keiner Person ein Bein. Menschen verhalten sich einfach nicht so wenn sie in Panik sind. Also ist alles was sie im Interview gesagt hat gelogen und das lässt nur ein Schluss zu. Sie ist ein rechtsextremes stück Scheiße.

      28/10/2015
      • rajgy

        1) „Man tritt keine Menschen und schon gar keine Kinder.“
        2) Und aus Panik heraus so wie sie es schildert stellt man keiner Person ein Bein.“
        Das sind natürlich so starke Argumente, dass man gar nicht mehr überlegt, ob das „Beinstellen“ nur eine optische Täuschung war, und aus politischen Gründen ihr in die Schuhe geschoben wurde? Panik meinte Petra Laszlo für die Scene in der Tumulte. Osama Mohsen berührte sie nicht. Es gibt aber auch tiefere Analyse zum „Beinstellen“: https://www.youtube.com/watch?v=OiPZcsKKbto

        13/06/2016
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