Video: Küssen unter dem portablen Mistelzweig

Küssendes Paar Mistelzweig

Von Rebecca Naunheimer

Weihnachten – das ist das Fest der Traditionen. Manche davon sind eher fragwürdig (wie das Aufhängen von hässlichen Plastik-Weihnachstmännern an einer beleuchteten Leiter), manche davon sind sehr schön. So auch diese Sache mit dem Mistelzweig. Jedes Jahr zur Weihnachtszeit tummeln sich küssende Pärchen unter dem Gewächs. Denn wer sich unter einer Mistel küsst, der bleibt ein Leben lang zusammen. Das sagt jedenfalls die Legende hinter der Tradition.

Sollte diese Legende wahr sein, dann hätte Blake Grigsby wohl ein ernsthaftes, logistisches Problem. Denn der Student, Schauspieler und Comedian aus Chicago bastelte sich einen portablen Mistelzweig, der ebenso charmant wie aufdringlich über seinem Kopf baumelte und ihm massenhaft Küsse einheimste. Das Ergebnis seiner Aktion ist ein herrlicher Video-Beweis dafür, dass Weihnachten eben doch nicht nur für Konsum steht, sondern auch für Liebe und dafür, dass Fremde zu Freunden werden können.

 

Der Ursprung der Tradition ist nicht vollständig geklärt

 

Während das Video zeigt, dass im Grunde jeder weiß, was unter einem Mistelzweig zu tun ist, so wissen wir von diesem weißbeerigen Gewächs und den Ursprüngen der Tradition recht wenig. Denn eigentlich ist die Mistel nicht gerade das, was man als schöne Pflanze bezeichnen würde. Als Halbparasit nistet sie sich in den Kronen von Laubbäumen ein, stiehlt ihnen Wasser und Nährstoffe. Wie es die Mistel dennoch zu einem so schneidigen Image gebracht hat, das ist nicht vollständig geklärt, heißt es bei der Zeit. Experten vermuten den Ursprung der Tradtion in der Mythologie. So wurde sie schon von gallischen Druiden als heiliger Bote der ewigen Liebe gehandelt. Neben dieser betörenden Wirkung wird der Mistel auch eine heilende Kraft nachgesagt, wie die Zeit weiter schreibt: Mistelpräparate gehören zu den am häufigsten angewandten, rezeptfreien Krebsmitteln im deutschsprachigen Raum. Und das macht die Mistel doch irgendwie zu einer schönen Pflanze, bei deren Anwesenheit es sich zu küssen lohnt.

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Bildquelle: Will Folsom unter CC BY 2.0

Redakteurin vom Dienst: Ich bin ein klassisches Opfer der Orientierungslosigkeit nach dem Studium. Noch bezeichnender: Bachelorette der Medienwissenschaften. Erfülle auch sonst - mit ungewolltem Schneid - viele nervige Klischees meiner Generation. Habe eigentlich immer Angst, möchte mich gerne selbstverwirklichen, am liebsten kreativ sein, mich mit Lifestyle, Subkulturen und Musik auskennen. Bin jedoch zuversichtlich, diese Klischees nach meinem Praktikum bei ZEITjUNG.de zu überwinden, wirklich Bescheid zu wissen und einen lässigeren Beschreibungstext verfassen zu können.