Vision Not Victim: Flüchtlingsmädchen zeigen uns ihre Zukunftswünsche

Vision Not Victim International Rescue Committee

Über all den Diskussionen um Grenzschließungen in der Türkei, Volksverhetzung an Fasching und Seehofers Forderung nach Obergrenzen, vergisst man vielleicht manchmal, dass „die Flüchtlinge“ Menschen sind wie du und ich. Menschen, die ein Leben und eine Familie in Syrien, Afghanistan oder dem Irak hatten und ihr Zuhause verlassen mussten, weil es zerbombt wurde. Weil der IS die Heimat erobert hat oder weil in ihrem Land Bürgerkrieg herrscht.

Monatelang sind die Flüchtlinge unterwegs, von einer Unterkunft zur nächsten, nie wirklich sicher, wann es weitergeht und man endlich am Ziel ankommt. Unter ihnen sind auch viele Familien mit Kindern oder unbegleitete Jugendliche. Kinder, die ihre Schulklassen, Freunde und große Teile ihrer Familie zurücklassen. Die noch weniger Ahnung haben, was sie erwartet, wenn sie in ihrer neuen Heimat ankommen. Diese neue Heimat ist dann oft jahrelang ein Zelt, ein Container oder eine Turnhalle.

Während hierzulande viele Leute davon ausgehen, dass alle Flüchtlinge nach Deutschland oder Skandinavien kämen, fliehen etwa genauso viele Syrer ins Nachbarland Jordanien. Dort leben die Menschen entweder im gigantischen Flüchtlingscamp Zaatari, das momentan knapp 80.000 Menschen beherbergt oder im angrenzen Ort Mafraq, wo es weder sanitäre Anlagen noch Elektrizität gibt.

 

„Diese Mädchen haben Vorstellungen davon, wie sie ihr Leben und ihr Land ändern wollen“

 

An diesen hoffnungslosen Orten hat die Fotografin Meredith Hutchison Flüchtlingsmädchen von 9 bis 17 Jahren getroffen und sie nach ihren Berufswünschen gefragt. Anschließend fotografierte sie die Mädchen, die Designerinnen, Kinderarzt oder Anwältin werden wollten. Hutchison arbeitet für die humanitäre Hilfs- und Entwicklungsorganisation IRC und hat das Projekt „Vision Not Victim“, das sich für die Chancengleichheit junger Mädchen in Ländern wie dem Kongo einsetzt, nun auch in Jordanien durchgeführt.

Im Rahmen von Workshops, die die Organisation in den Camps organisierte, sollten die Mädchen Kommunikationsfähigkeiten und Führungsqualitäten kennenlernen und sich ihr zukünftiges Privats- und Arbeitsleben vorstellen, verrät die Hilfsorganisation IRC. „Getroffen von Traumata und Verlusten, haben diese Mädchen Vorstellungen davon, wie sie ihr Leben und ihr Land ändern wollen und ihre Talente und Leidenschaften nutzen können, um ihre Gemeinden zu verbessern“.

Jedes Mädchen erstellte und leitete ihr eigenes Fotoshooting, in dem sie als ihr zukünftiges Ich posierte. So oft wie möglich, wurden die Bilder direkt vor Ort geschossen, an richtigen Arbeitsplätzen, damit die Mädchen Leute treffen konnten, die tatsächlich als Ärztin, Designerin, Polizistin oder Pilotin arbeiten. Die Bilder wurden außerdem genutzt, um Gespräche mit den Eltern der Mädchen darüber anzuregen, wie wichtig es ist, dass Mädchen ihre Potentiale nutzen und eine Ausbildung bekommen.