Schmutzkübelkampagnen – Wenn der Wahlkampf unter die Gürtellinie geht

Organisierter Schreibtisch

Ein fehlendes Zitat in einem Sachbuch, ein geschönter Lebenslauf, die zu spät versteuerten Nebeneinkünfte und -Zack-, da ist sie, die 1a durchstrukturierte Schmutzkübelkampagne der Gegenpartei. Deutsche Politiker*innen im Jahre 2021 haben es nicht leicht. Doch was tun, wenn Skandale mehr zählen als Inhalte und wenn die Klassensprecherin zum Störenfried wird. Eine Annäherung an das Thema Negative Campaigning.

Was in den USA seit Jahren zum guten Ton gehört, erreichte in den letzten Monaten nun auch Deutschland mit einer Deutlichkeit, die sich in den vergangenen Jahren noch unter dem Deckmantel der Scheinargumente verstecken konnte. Die so genannte Schmutzkübelkampagne.

Was zur Hölle ist eigentlich mit diesem Wahlkampf los? Mag sich auch der/die ein oder andere unter euch fragen. Die CDU scheint dieses Jahr komplett auf Inhalte zu verzichten und richtet den eigenen Wahlkampf lediglich darauf aus, die Grünen zu diffamieren. Mit gar nicht so wenig Erfolg. Und anstatt das die Grünen mit einem Michelle Obama gleichen „When they go low, weg go high“ über die Anfeindungen und Vorwürfe hinweggehen, scheinen sie sich dafür entschieden zu haben, eher einen auf Trump zu machen und instrumentalisieren lieber Twitter für völlig überzogene Tweets alla Rufmord und Co.

Mich schockiert gar nicht so sehr, dass es zu einer Schmutzkübelkampagne gekommen ist.

Nein, wirklich. Ich verstehe das. Die Nerven liegen blank. Die letzten anderthalb Jahre waren für alle lang. Angela Merkel hat beschlossen, dass die Kinder das mit der Kanzlerschaft nun wirklich mal alleine hinkriegen müssen, nachdem sie eigentlich schon die letzte Legislaturperiode nicht mehr mitspielen wollte. Da kann man schon mal Torschusspanik bekommen. Aber gleichzeitig kann ich doch nicht die Einzige sein, die festgestellt hat, dass es sich bei dieser Wahl um eine weichenstellende Entscheidung handelt.

Dorfkind und Wunschgroßstädterin. Veganerin mit Vollmilchschokoladen-Problem. Indie-Fan mit Schlager-Playlist. Frühaufsteherin mit Nachtschwärmersyndrom. Pragmatikerin mit dem Kopf in den Wolken. Unterm Strich: Genauso verloren in meinem Lebensentwurf, wie es meiner Generation immer nachgesagt wird.