Sie trägt eine Schleife vor den Augen, hat ihr Gesicht über und über mit Wäscheklammern bedeckt und statt der Fingernägel lange, spitze Klauen: In ihrer Fotoserie „Pretty Please“ setzt sich die Fotografin Allison Morris auf zynische Weise mit gängigen Schönheitsidealen auseinander.

Dünn sein, aber nicht knochig – natürlich, aber bitte nicht ungeschminkt. Es sind Maßstäbe wie diese, die Morris als vollkommen überholt, ja sogar absurd erscheinen: „This series of photographic self-portraits intends to emphasize and question the outlandish and nonsensical nature of ‘feminine’ objects and traditions – everything from hairstyles to body modification – the purpose of which is to shape and alter the authentic female form.”, erklärt die Wahlkanadierin deshalb in einem offiziellen Statement.

 

Morris‘ Bilder zeugen von wahrer Schönheit

 

Denn wer bestimmt am Ende, was wirklich schön ist? Nicht unsere Freunde, nicht die Gesellschaft – nur wir allein. Vor allem gegen überschminkte Monster, die ihr wahres Ich hinter einer dicken Farbschicht zu verstecken suchen, scheint Morris einen inneren Groll zu hegen. Trotzdem schafft sie es, sich diesem schwierigen und viel diskutierten Thema mit einer Wunderwaffe zu n“Pretty, ähern, die einfach immer zieht: Humor. All ihre Selbstporträts haben eine herrlich ironische Note und zaubern dem Betrachter damit einerseits ein Lächeln auf die Lippen, regen ihn andererseits aber auch zum Nachdenken an: