Wie man keine Interviews gibt: CDU-Edition

Frauen sitzen vor Mikrofonen

Stattdessen macht Laschet das, was er besonders gut kann: Mit möglichst vielen Worten möglichst wenig sagen. In der Fachwelt nennt man dieses Prinzip „Äquivokation“. Dabei handelt es sich um die Information, die bei der Übertragung über einen Kanal zwischen Sender und  Empfänger verloren geht.

Ein kleiner Ausflug in die Wissenschaft

Der Begriff äquivok bedeutet erstmal nichts anderes als „mehrdeutig“. Spannend wird es nun jedoch, wenn wir diese Mehrdeutigkeit in die Kommunikationswissenschaft übertragen. Denn Forscher fanden heruas, dass wir immer dann äquivok antworten, wenn wir wissen, dass uns die Wahrheit oder eine direkte Antwort schaden würde, Lügen jedoch zu auffällig wäre oder uns unglaubwürdig erscheinen ließe. Klarer wird es vielleicht, wenn man die Äquivokation auf ein Beispiel aus dem Alltag anwendet.

Stellt euch vor ihr seid im 6. Bachelorsemester und eure Oma fragt euch auf einer Familienfeier, wann ihr denn endlich eure Bachelorarbeit abgebt. Ihr wisst aber, dass ihr noch mindestens zwei Semester länger braucht. Ihr könntet nun einfach sagen: „Du Oma, ich bin erst zwei Semester später fertig, weil ich in den letzten Monaten einen größeren Fokus auf Feiern und Freunde gelegt habe, anstatt mich mit Rousseau und Platon zu befassen.“ Da ihr aber keine Lust auf Diskussionen habt, sagt ihr stattdessen lieber: „Ach Oma, ich war doch dieses eine Semester in Dublin, das verzögert das Studium leicht und überhaupt, soweit ich weiß, hat Papa doch auch 10 Semester für sein Studium gebraucht. Oder Papa?“ Zack, die Aufmerksamkeit liegt nicht mehr auf euch und ihr habt für’s Erste eure Ruhe. Bin ich die einzige, für die das nach politischer Grundausbildung klingt?

Kate Mayer und Peter Bull veröffentlichten zu dieser Art zu sprechen bereits im Dezember 1993 eine Studie, mit dem Titel: „How Not to Answer Questions in Political Interviews.“

Auf 22 Seiten stellten sie hierbei 35 verschiedene Arten dar, wie man möglichst effizient Fragen nicht beantwortet.

Dorfkind und Wunschgroßstädterin. Veganerin mit Vollmilchschokoladen-Problem. Indie-Fan mit Schlager-Playlist. Frühaufsteherin mit Nachtschwärmersyndrom. Pragmatikerin mit dem Kopf in den Wolken. Unterm Strich: Genauso verloren in meinem Lebensentwurf, wie es meiner Generation immer nachgesagt wird.